Sport

Dario Lezcano kommt Schiedsrichter Fedayi San zu nah.
Bild: KEYSTONE

«Das war deftig und inakzeptabel»: Wie lange wird FCL-Topskorer Dario Lezcano für seinen Kopfstoss gegen den Schiedsrichter gesperrt?

Es war DER Aufreger der achten Super-League-Runde: Luzern-Stürmer Dario Lezcano brennen beim 3:3 gegen GC die Sicherungen durch. Er attackiert nach seinem Platzverweis den Schiedsrichter und muss mit einer langen Sperre rechnen.

14.09.15, 11:00 15.09.15, 04:10

Das ist passiert:

Dario Lezcano ist beim 3:3 des FC Luzern gegen GC eigentlich bereits die grosse Figur. Der 25-jährige Paraguayer schiesst seine Saisontreffer Nummer 8 und 9 und setzt sich damit in der Torschützenliste klar von der Konkurrenz ab. 

Doch dann folgt die für ihn fatale 89. Minute. Lezcano verliert total die Beherrschung, als ihn Schiedsrichter Fedayi San – wohl zu Unrecht – mit einem Foulentscheid zurückpfeift. Der Luzerner kann's nicht fassen und reklamiert lauthals, wofür er die Gelbe Karte sieht. Wegen Weitermeckerns dann sogar Gelb-Rot. 

Jetzt dreht Lezcano komplett durch: Er verpasst dem Referee eine Kopfnuss, schubst ihn mit beiden Händen weg und schlägt ihm die Rote Karte aus der Hand. San überlegt sich kurz den Match abzubrechen, lässt dann aber doch weiterspielen. 

Lezcano verpasst Schiedsrichter San eine Kopfnuss ...
gif: srf

... und schlägt ihm die Rote Karte aus der Hand.
gif: srf

Das sagen die Beteiligten:

Nichts! Nach dem Spiel will sich Lezcano, der im 227. Pflichtspiel zum dritten Mal Rot sieht, mit Schiedsrichter San aussprechen. Doch dieser empfängt ihn nicht, worauf Lezcano mit gar niemandem mehr spricht. Auskunft geben nur Trainer und Kollegen:

«Man muss auch Verständnis für Darios Verhalten haben. Viele Fehlentscheide des Refs gegen einen Spieler können diesen zur Weissglut treiben.»

Jakob Jantscher (Stürmer FC Luzern)

«Natürlich kann ich seine Reaktion nicht gut heissen. Darüber werden wir intern noch sprechen, das schadet nur der Mannschaft. Da muss er sich mehr im Zaum halten.»

Markus Babbel (Trainer FC Luzern)

«Das war deftig und inakzeptabel.»

Cyril Zimmermann (Schiedsrichterchef)

Das sind die Folgen:

Einen Präzedenzfall gibt es in der Schweiz nicht. Der «Fall Klötzli» – 1989 decken vier Wettinger Spieler Schiedsrichter Bruno Klötzli nach dem zu späten Sion-Ausgleich mit Fusstritten und Faustschlägen ein – ist mit Lezcanos Ausraster ebenso wenig vergleichbar wie der «Fall Kobiashvili» in der Bundesliga. Der Herthaner hatte dem Schiedsrichter im Skandal-Relegationsspiel gegen Fortuna Düsseldorf 2012 auf dem Weg in die Kabine die Faust gegen den Hinterkopf geschlagen.

Die vier Wettinger Spieler werden damals alle für mehrere Monate gesperrt, Alex Germann sogar für ein ganzes Jahr. Lewan Kobiashvili muss sieben Monate zusehen. Ihre Vergehen waren allerdings schlimmer als das von Lezcano. 

Trotzdem: Luzerns Topskorer droht eine lange Zwangspause. Die «Neue Luzerner Zeitung» schreibt von fünf bis zehn Spielsperren. Das würde den FCL hart treffen. Lezcano ist Liga-Topskorer und hat 9 der 14 Luzerner Saisontreffer erzielt.

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Wie lange soll Dario Lezcano gesperrt werden?

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  • 26%3 bis 5 Sonntage sollte er für seinen Ausraster schon kriegen.
  • 63%6 Wochen Pause mindestens – oder am besten gleich ein Exempel statuieren und ihn noch länger sperren.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • whatthepuck 14.09.2015 22:20
    Highlight Hier wird über die Begrifflichkeit einer Kopfnuss diskutiert, aber dabei geht doch der Blick aufs Wesentliche verloren. Hier wurde mehr wie nur glasklar eine Grenze überschritten und Lezcano gehört deshalb auch deutlich bestraft. Soll er frühzeitig in die Weihnachtsferien von mir aus. Der Schiri ist unantastbar. Unfassbar dass es Leute gibt, die das zu verteidigen versuchen und auch noch auf milde Strafen hoffen. Das war respektlos auf der ganzen Linie; gegenüber dem Schiri und vor allem auch gegenüber dem Fussball.
    11 3 Melden
    • welefant 15.09.2015 07:29
      Highlight Ach, 6 spielsperren sind total genug! Schau dir mal wieser/yapi an.
      4 4 Melden
  • Androider 14.09.2015 18:35
    Highlight Gerade mitbekommen: Sein Vergehen wurde als "Grobe Unsportlichkeit" und nicht als "Tätlichkeit" im Schiedsrichter-Rapport aufgeführt. Somit dürfte seine Strafe um die 8 Spielsperren betragen.
    10 1 Melden
  • welefant 14.09.2015 17:26
    Highlight komme grade von dieser roten hompage....blick, genau. ähm, 1 jahr sperre für lezcano? lieber herr Gesangsverein, logisch war es nicht korrekt. aber mein Gott, 1 jahr? pfeiffts noch ganz?
    29 6 Melden
    • John McClane 15.09.2015 09:06
      Highlight Na ja, lesen ist halt nicht jedermanns Stärke. Es ist die Rede von "in diesem Jahr", was ja bekanntlich noch dreieinhalb Monate dauert. Das ist gleichbedeutend mit 10 Spielsperren, weil dann die Winterpause einsetzt. Also mal halblang mit der Polemik.
      5 2 Melden
    • Jonas Schärer 15.09.2015 09:15
      Highlight es geht um "bis ende Jahr".... ja das Schundblatt übertreibt oft masslos aber das finde ich korrekt... in der Buli gabs für ähnliches 7monate sperre, da wäre bis 31.12 sperren schon angebracht...
      1 2 Melden
  • EinePrieseR 14.09.2015 14:10
    Highlight Und das nachdem er vom Schiri einen Penalty geschenkt bekam. Was für ein undankbarer Junge...
    21 6 Melden
  • Anded 14.09.2015 14:03
    Highlight Darf der Schiri seinen Schaumspray zur Selbstverteidigung einsetzen? Am besten noch etwas Reizstoff dazumischen, schon hat man den perfekten Schiri-Universalspray.
    34 2 Melden
  • DaRocco 14.09.2015 13:38
    Highlight Ich fand zwar auch das Der Schiri schlecht war. Trotzdem darf Lezcano oder auch jeder andere Spieler nie so zum Schiedsrichter. Aber von einer Kopfnuss zu sprechen ist ein Witz.
    34 3 Melden
  • azarr 14.09.2015 13:18
    Highlight Ohne die Tätlichkeit gutheissen zu wollen; aber die schweizer Schiedsrichter pfeifen seit Monaten und Jahren grottenschlecht! Es ist praktisch keine Linie sichtbar (FCZ - FCT). Ausserdem wird dies von keinem Medium (bestes Beispiel Sportpanorama) angesprochen, was in DE anders ist! Ich wundere mich nicht, dass es praktisch keinen CH-SR gibt, der auch international pfeifen darf!
    19 10 Melden
  • indigo 14.09.2015 13:10
    Highlight Nun auch noch Watson!!??
    Also ich kann beim besten Willen keine "Kopfnuss" erkennen...
    27 16 Melden
  • Kimbolone 14.09.2015 12:19
    Highlight Die Integrität des Schiedsrichters darf niemals angetastet werden - schon verbal nicht, aber ganz sicher nicht körperlich. Nur im Fussball ist der Schiedsrichter 90 Minuten lang lamentierenden Spielern ausgesetzt, für mich ein Unding. Fehlentscheide gibt es überall, dessen muss man sich bewusst sein, wenn das Spiel von einem Menschen geleitet wird.

    Leczanos Überreaktion sollte angemessen bestraft werden - 6-8 Spiele dürften ausreichen. Angeiffe auf den Unparteiischen dürfen niemals zur Regel werden!
    42 4 Melden
    • Linus Luchs 14.09.2015 13:25
      Highlight Ganz deiner Meinung! Das verbale Attackieren und körperliche Bedrängen des Schiedsrichters hat im Fussball längst ein Ausmass angenommen, das nicht tolerierbar ist.
      Ich sehe selten Eishockey, aber mir scheint, da kommt so etwas kaum vor. Wieso nicht? Sehr wahrscheinlich, weil bei jeglichem Angriff auf einen Schiedsrichter sofort radikal durchgegriffen wird.
      Die Fussballverbände sollten auf einen bestimmten Termin hin ein gleiches Vorgehen einführen. Null Toleranz gegenüber Angriffen auf die Unparteiischen. Ich bin überzeugt, nach kurzer Zeit wäre dieses Übel verschwunden.
      19 1 Melden
    • Schreiberling 14.09.2015 13:53
      Highlight @Linus Luchs: Im Eishockey wird auch mit dem Schiri diskutiert bei strittigen entscheiden. Rudelbildung kommt aber so gut wie nie vor. Meistens ist es der Captain oder de jeweilige Assistant Capain, der mit dem Schiri - ziemlich gesittet - das Gespräch sucht. Tätlichkeiten oder sonstige (auch verbale) Angriffe gegen die Offiziellen werden scharf geahndet.
      10 1 Melden
    • chrisdea 14.09.2015 17:44
      Highlight @LinusLuchs: im Eishockey darf ausschliesslich der Captain mit dem Schiri reden, bzw
      Erläuterungen zu einer Entscheidung einholen. Falls der Captain auf der Strafbank sitzt oder sogar unter die Dusche geschickt wurde, darf der Assistent übernehmen.
      Alle anderen dürfen 2 Minuten sitzen, falls sie sich erlauben was zu sagen.
      Eine ganz simple Methode um der "Rudelbildung" vorzubeugen.
      6 0 Melden
    • Sir Ali 15.09.2015 06:46
      Highlight Das kommt im Eishockey nie vor. Wen Du im Hockey mit dem Schiri zu diskutieren versuchst gibts gleich eine disziplinarstraffe. Recht so. Ich kanns nicht mehr sehen die respektlosigkeit gegenüber Schiedsrichter. Die sollen Fussballspielen. Heute erfahren im Eishockey gibts für eine Schwalbe eine Busse über 750 Fr. Der SFV wäre überrreich............Fussballer sind die dümmsten und respektlosesten Sportler.
      2 0 Melden
  • Androider 14.09.2015 11:59
    Highlight Und wer gibt San die rote Karte für dessen grottenschlechte und unterirdische Leistung. Zum Kotzen ists mit unseren Amateur-Schiedsrichtern. Hänni, Schärrer, San und ehem. Studer sind alles die gleichen Tränen. Da wünsch ich mir den Sascha Kever zurück, der hatte wenigstens Ahnung von Fussball.

    Ich hoffe auf keine allzu lange Spielsperre, da die "Kopfnuss" keine war.
    20 46 Melden
    • HSalamanca 14.09.2015 12:08
      Highlight Es gibt einen riesigen Bedarf an Schiedsrichtern, melde dich doch! Nur wer selbst einmal in der Mitte stand, kann sich ein dermassen arrogantes Urteil über unsere Refs erlauben. Und ja, sämtliche Super League SR sind Amateure, da nicht genügend Geld investiert werden möchte, um ihnen ein professionelles Dasein zu ermöglichen.
      40 4 Melden
    • Pisti 14.09.2015 12:46
      Highlight Sascha Kever ein guter Schiedsrichter? So eine Aussage kann nur von einem Basel Fan kommen. Kever hat so ziemlich jedes Spiel verpfiffen.
      11 12 Melden
    • Linus Luchs 14.09.2015 13:10
      Highlight Irrtum, Pisti. Als Basler fand ich Kever eine absolute Zumutug. Und viele andere FCB-Fans fanden das auch.
      6 3 Melden
    • Androider 14.09.2015 13:19
      Highlight @Pisti
      Mit Basel liegst du falsch.
      4 2 Melden
    • Ikarus 14.09.2015 13:25
      Highlight Komisch, abgesehen von den karten, die im ermessen des schiedsrichter verteilt werden, hat er doch ziemlich gut gepfiffen?

      Pro team ein videobeweis für offside tore/penalty/rote karten, könnte das ganze etwas entschärfen, mehr sollte aber nicht geändert werden.
      Kann sicher darüber diskutieren profi schiedsrichter einzuführen aber auch die machen noch fehler, weil man einfach nicht immer im richtigen winkel zur aktion stehen kann und die spieler alles geben bei schwalben.

      Im eishockey haben wir min. 6 profi schiedsrichter und die qualität ist trotzdem nicht viel höher.
      7 5 Melden
  • droelfmalbumst 14.09.2015 11:38
    Highlight gleich für die ganze Saison sperren! geht mal gar nicht. Fehlentscheide hin oder her. Der Schiri ist der Chef auf dem Platz und jeder hat zu Folgen! Sein Frust kann er gerne nach dem Spiel sonst wo rauslassen, aber nicht so!
    37 25 Melden
    • Androider 14.09.2015 11:56
      Highlight Ganz schön viel Meinung für so wenig Ahnung...
      11 45 Melden
  • HSalamanca 14.09.2015 11:36
    Highlight Fussball ist eine der wenigen Sportarten, in denen der Schiedsrichter konstant mit Spielern diskutieren muss, von ihnen eingekreist wird oder sogar ihr Geschrei aus 20cm Entfernung ertragen muss. Ich liebe Fussball, aber der Umgang mit den Unparteiischen muss sich wieder grundlegend ändern. Der Referee muss wieder vermehrt geschützt werden. Auch wenn die Anspannung während der 90 Minuten sehr hoch ist, kann ich ein solches Verhalten nicht verstehen. Meiner Meinung nach mindestens 8-10 Spiele Sperre...
    54 4 Melden
  • Lutz Pfannenstiel 14.09.2015 11:30
    Highlight Das Verhalten von Lezcano ist nicht tolerierbar, keine Frage. Als "Kopfstoss" oder "Kopfnuss" würde ich das allerdings nicht bezeichnen, was Lezcano da macht. 6 Spielsperren zum Nachdenken, und gut ist.
    22 11 Melden
    • Tubel500 14.09.2015 11:36
      Highlight Hab ich auch gedacht. Absolut dämliche Aktion, der Schiri darf nicht angegangen werden, aber eine Kopfnuss war das nicht. Ein paar Sperren reichen durchaus.
      Zum Vergleich (für diejenigen, die alt genug sind): George Koumantarakis hat damals (2000) vier Spielsperren erhalten, nachdem er Smiljanic mit einem Haken niedergestreckt hat..
      11 8 Melden
    • Fendant Rüpel 15.09.2015 09:35
      Highlight @ Ganderandet:
      Wie definierst du ein paar Sperren? Die 4 Sperren von Koumantarakis für einen Faustschlag war verhältnismässig ein Witz, Serey Fussballgott Die hatte für eine halbherzige Ohrenfeige gegenüber einem 13 Jährigen Balljungen 8 Spielsperren erhalten (verdient), da ein Schiedsrichter jedoch noch unantastbarer ist muss die Strafe für Lezcano mindestens ebenfalls bei 8 Spielsperren sein..
      0 0 Melden
  • Walter Sahli 14.09.2015 11:30
    Highlight Zum Glück war der Schiri kein Fussballspieler! Sonst hätte er sich mindestens 10 Minuten lang am Boden gewälzt.
    62 3 Melden
  • maxi 14.09.2015 11:06
    Highlight Schade jetzt wo er endlich mal gut in Form war.

    Ich hoffe er kommt mit 3-6 Sperren davon!
    12 25 Melden

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