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Wer noch beliebter als gratis Internet ist, der MUSS einfach der Grösste sein.
Bild: tennis tv

Djokovics verzweifelter Kampf um die Liebe des Publikums – so erleben es die Schweizer Fans

Es war einmal ein Tennisspieler, der sich anschickte, die Welt zu erobern. Als er es geschafft hatte, begann eine noch schwierigere Mission: Auch die Herzen der Zuschauer zu erobern. Er kämpft immer noch damit.

27.01.16, 14:06

Roger Federer ist der beliebteste Tennis-Spieler der Welt. Darüber kann es keine zwei Meinungen geben – er hat die entsprechende Fan-Wahl bei der ATP seit 2003 in jedem Jahr und damit 13 Mal in Folge gewonnen.

Lange Zeit war der Spanier Rafael Nadal sein sportlich ärgster Rivale, Novak Djokovic folgte etwas dahinter als Weltnummer 3. Doch der ehrgeizige Serbe wollte und erreichte mehr: 2008 gewann er erstmals ein Grand-Slam-Turnier, 2011 war er erstmals die Nummer 1. Trotz der Erfolge war der oft verbissen wirkende Djokovic bei weiten Teilen des Publikums lange unbeliebt. Erst mit den Jahren gelang es ihm, in der Gunst der Fans zuzulegen.

Die drei grössten Tennis-Spieler aller Zeiten: Djokovic, Federer, Nadal.
Bild: Getty Images Europe

Unser Roger ist doch der Beste!

Djokovics Erfolge sind unbestritten, der Respekt vor seiner Leistung ist sehr gross. Der 28-Jährige wirkt sympathisch, er ist charmant in den Interviews, witzig auf und neben dem Court. «Am meisten nervt mich an ihm, dass er so nett ist», sagt der grösste Tennis-Fan auf unserer Redaktion.

Damit bringt er es vielleicht auf den Punkt. Denn wir Schweizer wollen einfach nicht wahrhaben, dass es da noch einen zweiten wie Roger Federer hat. Unser King ist der Grösste! Der Beste! Der Netteste! Für immer!

Und so haben wir Schweizer unsere ganz eigene Wahrnehmung, wenn wir Novak Djokovic sehen.

bilD: ap

Wenn es Roger sagt:
Ein klasse Typ! Der interessiert sich für das Land, in dem er gerade ist und ist einfach ein netter Cheib.

Wenn's der Djoker sagt:
So ein Arschkriecher! Das macht er doch nur wieder, damit sie ihn wenigstens ein bisschen mögen.

Bild: REUTERS

Wenn Roger über seine vier Kinder spricht: Das ist nicht nur der beste Tennisspieler der Welt, er ist auch noch ein superlieber Papi von vier herzigen Kindern. Jöööh!

Wenn der Djoker von seinem Buben erzählt: Der wird schon ein guter Papi sein. Aber das macht der doch nur wieder, weil es gut fürs Image ist. Und es schwärmt ja jeder von seinem Kind.

Bild: THOMAS PETER/REUTERS

Was wir von Rogers Trainer Severin Lüthi halten: Ein ganz Normaler, einer wie du und ich. Keine Starallüren, die Büez ist ihm wichtiger als das Image.

Was wir von Djokovics Trainer Boris Becker halten: Dieses aufgeblasene Sackgesicht! Soll doch dahin gehen, wo er hingehört: In die Besenkammer!

Bild: APA obs

Wie uns Roger vorkommt:
Was für ein gestandener Mann von Welt! ​Er könnte auch James Bond darstellen, ist trotz seines Gelds so bescheiden, ein lieber Familienvater, ein Vorbild für jeden von uns.

Wie uns der Djoker vorkommt:
Ach, so ein Emporkömmling. ​Der versucht krampfhaft, auch dazu zu gehören. Irgendwie ein Typ wie der neureiche Rrrrrobert Geissen: Der ist doch bei den anderen Bonzen auch nicht beliebt.

Wenn Roger brüelet:
Ein Mann, der ​zu seinen Tränen steht: Stark! Ich habe ja schon beim Zuschauen vor dem TV feuchte Augen.

Wenn der Djoker brüelet:
Das macht er doch nur wieder Roger nach!​

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • smoenybfan 28.01.2016 02:49
    Highlight Also ich mag ja den Djoker. Ein lustiger, entspannter, offener, bodenständiger Typ. Ich mag auch Rafa. Und den Andy.
    Der hätte auch mal so einen Artikel verdient. Extrem bodenständig, sympathisch mit Ecken und Kanten. Wird oft vergessen, weil er weniger grosse Erfolge einfährt und etwas mehr flucht als andere (ist halt auch Schotte ;-)).
    Ach und noch zu Djokers Box: Grossmaul Bobele mag ich überhaupt nicht. Da ist mir Seve Lüthi deutlich lieber. Aber für Sympathiepunkte aus der Box ist ja auch eher Jelena Djokovic zuständig ;-)
    2 0 Melden
  • AJACIED 27.01.2016 17:09
    Highlight Bravo Ralf
    Ändli eine wo chan sägä was lauft. Das mer für de eint oder ander isch, isch doch klar. Aber i dem Fall de Nole gege Roger immer so darstelle als er de idiot ect. isch isch eifach billig und Gschmacklos. Fanliebi hin oder her Respekt hät jede verdient au wän mer durch und durch Federer Fan isch. Aber bi viel isch das nöd mögli wege Nationalität (ja das isch im bricht au vergesse worde) und dem was du gschriebe häsch.
    Trotzdem danke das du eine oder de erscht bisch wo mal es Wort drüber verlürt.
    Respekt
    15 5 Melden
    • Ralf Meile 28.01.2016 00:07
      Highlight Danke! Ich freue mich natürlich immer, wenn eine Story gut ankommt. 👍🏻
      4 0 Melden
  • Pana 27.01.2016 16:53
    Highlight Ich mag Djokovic. Und seine Frau ist auch nicht unsympathisch ;)
    20 2 Melden
  • JonathanFrakes 27.01.2016 15:45
    Highlight Das Roger und Rafa zu den besten Spieler aller Zeiten gehören, ist absolut korrekt. Aber Nole würde ich (noch) nicht dazuzählen. Oder andernfalls die Liste sicher noch mit Rod Laver, Jimmy Connors und Pete Sampras ergänzen.
    13 45 Melden
    • Dä Brändon 27.01.2016 16:11
      Highlight Zu den besten Spieler aller Zeiten gehören nur 3 Spieler. Es geht darum das nur sehr wenige auf so einem hohen Level über Jahre durchgehend gespielt haben. z.B hat Novak zurzeit die höchste Siegesquote. Wie willst du das messen? Connors hat "nur" GS gewonnen ist er nun weniger erfolgreich als Novak mit 10GS? Connors hat aber über 100 Einzeltitel, Heute weiderum ist sowas gar nicht mehr möglich weil das Tennis viel schneller geworden ist. Du siehst man kann nicht nach Statistik gehen. Beim Tennis geht's nicht nur um Siege sondern auch um den Zauber auf dem Platz.
      9 2 Melden
    • JonathanFrakes 27.01.2016 16:44
      Highlight Auf dem Bild steht: "Die drei grössten Tennisspieler aller Zeiten". Das stimmt so eifach nicht. Pete Sampras war beispielsweise über 100 Wochen länger die Nummer 1 als Nole und hat mehr GS-Titel geholt. Jimmy wie Du sagst, massiv mehr Einzeltitel. Rod Laver hat 2 x den Grand Slam errungen. Nole ist sicher unter den besten aller Zeiten. Aber ihn in die Top 3 zu schreiben, ist falsch. Wenn er jedoch so weiter spielt, wird er den einen oder anderen noch übertrumpfen.
      13 3 Melden
  • Dä Brändon 27.01.2016 15:41
    Highlight Roger und Nole haben ganz unterschiedliche Fans und kommen auch aus verschiedenen Teilen der Welt, habe mal einen Artikel dazu gelesen. In Südamerika findet man z.B. mehr Djokovic Fans und die Roger Fans eher in den westlichen Länder. Asien ist auch aufgeteilt, die arabischen Staaten flippen beim Nole aus, beim Roger wiederum die Phillippiner und umliegenden Länder. Je nach Region las man oft, Roger hätte kein Feuer und keine Leidenschaft und manche über Nole, er sei zornig und eingebildet. Interessant fand ich wie die beiden in den verschiedenen Kulturen unterschiedlich ankommen.
    33 2 Melden
  • nachgetreten 27.01.2016 15:38
    Highlight Ea bräuchte wieder etwas mehr Emotionen! Manchmal wünsche ich mir Figuren wie McEnroe, Conners, Cash, Lendl, Gilbert oder auch Becker zurück. Da flogen manchmal die Fetzen und Blumen. Es wurde so richtig schön ausgeteilt. Remember Chang gegen Lendl. Lendl im roten Bereich, dreht fast durch. Chang serviert von unten - legendär.

    Heute ein bisschen cry baby and xx banged your girlfriend und das wars.
    29 6 Melden
  • Chrutondchabis 27.01.2016 15:08
    Highlight Federer ist mir weitaus unsympathischer als Djokovic. Letzterer ist austhentisch, Federer ist der Nice Guy und pflegt sein Saubermann-Image wo er nur kann. Schade, er hätte es gar nicht nötig. Der Druck der Sponsoren ist jedoch enorm und wer auf so grossem Fuss leben will muss eben auch etwas dafür geben; in Federers Fall die Authentizität.
    22 84 Melden
    • themachine 27.01.2016 17:54
      Highlight echt jetzt??
      16 5 Melden
  • Schreiberling 27.01.2016 15:03
    Highlight Ich mag Djokovic. Aber sein Trainer Bobbele ist und bleibt ein aufgeblasenes Sackgesicht 😁
    102 7 Melden
  • Daylongultra 27.01.2016 15:00
    Highlight Ich mochte ND ganz zu Beginn nicht wirklich. Aber wie das halt so ist: Nachdem er dann öfters mal ein Interview mit ihm zu hören war, sah man dass er gar kein so mieser Typ ist. Er hatte es nicht immer einfach in seinem Leben und hat es trotzdem sehr weit gebracht und ist ebenfalls ein ganz grosser Sportsmann.
    Bei den RF vs ND Matches bin ich auch nicht böse wenn der Joker gewinnt, ich bin eher im voraus froh, sicher ein gutes Match zu sehen.

    Zum Beitrag: Wenn ich Becker sehe denke ich tatsächlich etwas in der Art, hat aber nichts mit ND oder der Trainerleistung vom Bobbele zu tun ;-)
    33 3 Melden
  • Dewar 27.01.2016 14:59
    Highlight Ich finde, das Unsympathischste an Djokovic ist sein Coach. Boris Becker finde ich als Person einfach nicht tragbar. In der Öffentlichkeit zeigt er sich immer wieder als launischer, arroganter Schnösel und Nörgler, äussert sich dauernd respektlos und redet ständig, ohne vorher das Hirn einzuschalten. Seit der Djoker ihn an seiner Seite hat, werde ich das Gefühl nicht los, dass seine Umgänglichkeit nur eine gespielte Fassade ist. Ja, das ist sicher ein unfaires Vorurteil von mir, ich kenne ihn ja nicht persönlich. Aber trotzdem: Meine Sympathie hat er leider nicht (mehr) wirklich.
    21 9 Melden
    • Santale1934 27.01.2016 15:24
      Highlight Welches Hirn? ;)

      Novak an sich kann ich sehr gut leiden und gönne ihm auch die Siege, nur sein Coach ist halt ein A.... !
      21 1 Melden
  • Saphira 27.01.2016 14:55
    Highlight Ich hatte früher bei Djokovic manchmal das gefühl, dass er etwas künstlich freundlich ist. Aber spätestens seit er Vater ist, glaube ich, dass er sich seiner Vorbildrolle bewusst ist, und es auch nicht mehr nötig hat, "künstlich" zu sein. Aber Roger ist, was das Angeht, schon ein Naturtallent :) Trotz allem finde ich Wawrinka aber noch stärker. Auch wenn er kein perfektes Image hat, seine Emmotionen sind Natur pur.
    Gruss Saphira
    17 4 Melden
    • AJACIED 27.01.2016 17:45
      Highlight Spätestens seit er Vater ist? Super, seit wann schaust du Tennis?
      7 2 Melden
  • Paesq 27.01.2016 14:28
    Highlight Ich fand Djokovic schon immer lustig, vor allem auch als er noch seine Mitstreiter parodierte. Dass er damit aufgehört hat, um weniger anzuecken, find ich hingegen schade.
    23 13 Melden
  • MarGo 27.01.2016 14:18
    Highlight Das schöne am ATP-Zirkus ist ja, dass die sich alle untereinander mögen und respektieren (mehr oder weniger) Rivalen sind sie auf dem Court, und Freunde neben dem Court... Und der Djoker ist mir mindestens genauso sympathisch wie unser Roger... wenn mir einer nicht so sympathisch ist, dann war das Lleyton Hewitt - kann aber nicht sagen warum :) Da er aber eh nicht mehr aktiv ist, auch egal :)
    19 7 Melden

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