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Darf sich Federer bald dafür bei Murray bedanken, dass er Djokovic vom Thron stösst? Bild: STEFAN WERMUTH/REUTERS

Wieso jeder Federer-Fan nun Murray die Daumen drücken sollte

Schafft es Andy Murray als letzter Spieler der «Big Four» nach Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic die Nummer 1 zu werden? Die Vorzeichen scheinen günstig, denn während der Schotte derzeit von Erfolg zu Erfolg eilt, schwächelt Djokovic.

19.10.16, 14:14 19.10.16, 18:44

Eine Wachablösung steht vor der Tür. Novak Djokovic droht, nach zweieinhalb Jahren an der Spitze der Weltrangliste von Andy Murray überholt zu werden. Das grenzt an ein kleines Wunder.

Denn Anfang Sommer war Djokovics Welt noch perfekt. Er gewann die French Open und komplettierte in Paris seinen Karriere-Grand-Slam. Etwas, das vor ihm schon Roger Federer und Rafael Nadal geschafft hatten. Es war sein zwölfter Grand-Slam-Titel, womit er Nadal (14) und Federer (17) auf die Pelle rückte.

Nichts und niemand schien den «Djoker» stoppen zu können. Würde er gar den Grand Slam schaffen und alle vier Major-Turniere des Jahres gewinnen? Etwas erreichen, was weder Federer noch Nadal gelang? Sogar der Golden Slam mit dem Titel bei Olympia?

Die Antwort lautete: Nein. In Wimbledon schied Djokovic überraschend in der dritten Runde aus und an den US Open unterlag er im Final Stan Wawrinka. Dazwischen scheiterte die grosse Gold-Hoffnung Serbiens an den Olympischen Spielen in Rio sensationell bereits in der Startrunde. «Ich habe die Lust am Tennis verloren», gab Djokovic vor zwei Wochen zu Protokoll.

Nachdenklich: Novak Djokovic scheitert in Schanghai an Roberto Bautista Agut. Bild: ALY SONG/REUTERS

Vielleicht wird das Feuer in Djokovic bald wieder geweckt, weil ihm mit Andy Murray in den letzten Monaten ein starker Widersacher erwachsen ist. Die Weltnummer 2 – der «Schattenmann» des jahrelang dominierenden Quartetts mit Federer, Nadal und Djokovic – ist drauf und dran, sich auf den Tennisthron zu hieven. Zuletzt gewann Murray die Turniere in Peking und Schanghai.

«Ich glaube definitiv daran»

Murray hat in der Jahreswertung nur noch 915 Punkte Rückstand auf Djokovic. Eine Marke, die ihn darauf hoffen lässt, dass er vielleicht dereinst tatsächlich die Nummer 1 der Welt sein kann. «Ich glaube definitiv daran, dass ich es schaffen kann», sagte der Schotte. Die letzten Monate hätten ihm gezeigt, dass das Erklimmen der Weltranglistenspitze für ihn möglich sei.

Der 29-jährige Murray ist sich bewusst, wie günstig die Ausgangslage derzeit ist. «Ich erhalte vielleicht nie wieder die Chance, die Nummer 1 zu werden. Deshalb muss ich weiterhin mein bestes Tennis spielen», sagte er der BBC.

Cooler Blick: Murray nach seinem jüngsten Turniersieg. Bild: ALY SONG/REUTERS

In Paris auf dem Thron?

Drei Turniere stehen noch auf Murrays Programm in diesem Jahr. In Wien (500 Punkte), Paris-Bercy (1000) und beim ATP-Masters in London (1500) kann er noch maximal 3000 Punkte holen. Aber womöglich reichen ihm auch weniger Zähler, um Djokovic vom Thron zu verdrängen. Denn der Serbe muss aus dem Vorjahr mehr Punkte verteidigen als Murray. Dieser könnte nach Paris die Weltnummer 1 sein – wenn er in der österreichischen und der französischen Hauptstadt gewinnt und wenn Djokovic es in Paris nicht in den Final schafft. Bis dahin tritt er bei keinem Turnier an.

Andy Murray, der in Rio seinen Olympiasieg von 2012 wiederholen konnte, ist in den vergangenen Monaten so erfolgreich wie nie zuvor. Punkto Grand-Slam-Siege (bislang drei) wird er nicht mehr zu den anderen grossen drei der «Big Four» aufschliessen können. Dass er aber wie Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic auf Platz 1 der Weltrangliste vorstossen kann, ist realistischer denn je. Und das dürfte dafür sorgen, dass Roger Federers Rekord von 302 Wochen auf dem Tennis-Thron noch länger unangetastet bleibt.

Zeit auf Platz 1

1. Roger Federer, 302 Wochen.
2. Pete Sampras, 286 Wochen.
3. Ivan Lendl, 270 Wochen.
4. Jimmy Connors, 268 Wochen.
5. Novak Djokovic, 221 Wochen.
6. John McEnroe, 170 Wochen.
7. Rafael Nadal, 141 Wochen.

(Stand: 19. Oktober 2016)

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Jol Bear 19.10.2016 20:48
    Highlight Ehrlich gesagt, Tennis ist doch interessanter, wenn vorne einige Spieler hart und auf Augenhöhe um die Nr. 1-Position im Ranking und um Grandslamtitel kämpfen. So gesehen wäre es gut, wenn Murray es schaffen würde und im 2017 neben Nole auch Andy, Stan, Juan-Martin del Potro oder auch noch Roger vorne mitmischen.
    Und auch ehrlich gesagt, der Nebeneffekt, dass King Roger so möglichst noch all seine verbleibenden Rekorde halten kann, wäre natürlich sehr erfreulich... ;-)
    11 2 Melden
  • Dä Brändon 19.10.2016 18:36
    Highlight Jemand anderen zu bejubeln damit der Liebling dann besser dasteht ist schon einbisschen jämmerlich, nicht? Also ich mach nicht mit, wenn Nole dazu fähig ist alle Rekorde zu brechen dann soll er doch, stört mich nicht.
    11 19 Melden
    • sidthekid 20.10.2016 12:21
      Highlight Wenn Nole dazu fähig ist, wird dies such tun ohne dass wir ihm "zu jubeln". Spielt also keine Rolle. Aber aus RF-"Fan"-Sicht muss man ja nicht unbedingt Djoker die Daumen drücken , oder?
      2 2 Melden
  • Howard271 19.10.2016 18:06
    Highlight Ich bin etwas verwirrt - wurden hier die ATP-Weltrangliste (welche gemeinhin zur Bestimmung der Nummer 1 dient) und die (eher unbedeutende) Jahresliste vermischt? Bei ersterer hat Murray nämlich 2415 Punkte rückstand...
    6 4 Melden
    • Braveheart 20.10.2016 10:35
      Highlight ja, weil Ende Jahr ist die Jahresliste dann identisch mit der Weltrangliste
      2 1 Melden
  • AJACIED 19.10.2016 15:49
    Highlight Murray die Daumen drücken. 😂😂😂
    Waren noch alles Feinde drückt Mann Ihnen jetzt die Daumen. Wow was für Sport"Fans"
    Und immer schön gegen de bösen Buben Novak den er ist ja
    Soooooo unsympathisch
    Soooooo böse
    Soooooo ect.
    Mann oh Mann seit "ihr" jämmerlich.
    18 42 Melden
  • N. Y. P. 19.10.2016 14:59
    Highlight «Ich habe die Lust am Tennis verloren»
    so Djokovic.
    Meine Theorie :
    Bis vor kurzem sammelte er GS-Titel und Masters wie warme Weggli. Er dachte, wenn er Rogers Rekorde pulverisiert, würde er als der beste Spieler aller Zeiten gelten.
    Er hat jetzt aber gemerkt, selbst wenn er alle Rekorde brechen sollte, gilt King Roger als der beste aller Zeiten. Weil er neben dem Platz alle in den Schatten stellt und auf dem Platz als der perfekteste Spieler gilt. Auch ist und bleibt Roger auf immer der beliebteste Spieler.
    Das realisiert Djoker langsam und das scheisst ihn an...
    50 16 Melden
  • Nicosinho 19.10.2016 14:29
    Highlight FEDERER ist und bleibt Tennis-Gott :D
    74 8 Melden
    • AJACIED 19.10.2016 15:52
      Highlight Wenn du einem "Star" aufschaust und noch Gott sagst als "Erwachsener"
      Bravo!
      7 50 Melden
    • Mia_san_mia 19.10.2016 16:02
      Highlight @AJACIED: Kannst Du Anderen keine Freude gönnen? Nurbweil Du das nicht kannst, musst Du nicht andere angreifen!
      9 3 Melden
    • Nicosinho 19.10.2016 18:36
      Highlight Ajacied: nicht alles so ernst nehmen xD
      7 1 Melden

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