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Tennisspieler Roger Federer und Motorradfahrer Thomas 'Tom' Luethi, von links, fiebern vor den Sports Awards 2005 Auszeichnungen am Samstag, 17. Dezember 2005 in Bern der Entscheidung entgegen.  (KEYSTONE/PHOTOPRESS/Lukas Lehmann)

2005 wird Tom Lüthi «Schweizer Sportler des Jahres» – und nicht Wimbledon- und US-Open-Sieger Roger Federer (links). Bild: PHOTOPRESS

Tom Lüthi vor seinem 250. Grand Prix – 10 legendäre Rennen des Emmentalers

In Malaysia bestreitet Tom Lüthi am Sonntag schon seinen 250. Motorrad-GP. Nach zwei enttäuschenden Rennen ist ihm aber nicht gross nach Feiern zumute – denn seine Chancen auf den WM-Titel sind nur noch minim.

26.10.17, 08:22


Nach 16 von 18 WM-Rennen liegt Tom Lüthi 29 Punkte hinter Leader Franco Morbidelli. In Sepang geht es für ihn also vor allem darum, den Titelkampf bis zum letzten GP der Saison in Valencia offen zu halten. Es wird in Malaysia schon der 250. Grand Prix sein, bei dem der 31-jährige Emmentaler am Start steht. Das Jubiläum macht Lüthi «doch etwas stolz. Um so viele Grands Prix bestreiten zu können, muss man einiges gezeigt und richtig gemacht haben.»

10 legendäre Lüthi-GP

1. Grand Prix: 2002, Sachsenring, Rang 26

Der knapp 16-jaehrige Motorradrennfahrer Thomas Luethi beim Spiel mit der Playstation in seinem Zimmer in Linden im Emmental, aufgenommen am 3. September 2002. (KEYSTONE/Martin Ruetschi) : Film]

Rookie Lüthi mit knapp 16 in seinem Kinderzimmer. Bild: KEYSTONE

Dank einer Wildcard gibt der 15-jährige Lüthi auf dem Sachsenring sein GP-Debüt. Seine Rangierung fernab der Punkte (26.) lässt nicht unbedingt auf die folgende, grosse Karriere schliessen. Lüthi selbst war aber zufrieden mit dem Resultat, «denn ich liess alle anderen Wildcard-Fahrer hinter mir». Schon wenige Wochen später klassierte er sich in Estoril als Neunter erstmals in den Top 10.

13. Grand Prix: 2003, Montmelo, Rang 2

Winner Spanish Daniel Pedrosa (R) celebrates with second placed Swiss Thomas Luethi after winning the 125 cc race of the Catalonian Motorcycle Grand Prix at the Montmelo Circuit in Barcelona, on Sunday, 15 June 2003.   (KEYSTONE/EPA-Photo  EFE/Julian Martin)

Bild: EPA EFE

Sein erster von mittlerweile 57 Podestplätzen ist Lüthi noch immer gut präsent: «Mir gelang von Position 14 ein guter Start, und plötzlich war ich in der Spitzengruppe dabei.» Am Schluss kämpfte er mit dem nachmaligen Weltmeister Dani Pedrosa um den Sieg. «Ich weiss heute noch nicht, wie das ging, und ich Zweiter werden konnte.»

26. Grand Prix: 2004, Muggello, schwerer Sturz

Swiss rider Thomas Luethi powers around the Phillip Island circuit during qualiying for the 125cc Australian Motorcycle Grand Prix in Melbourne, Saturday 16 October 2004. Luethi qualified eighth fastest.  (KEYSTONE/EPA/AAP/JULIAN SMITH)      AUSTRALIA AND NEW ZEALAND OUT

Bild: EPA AAP

Nie in den letzten 15 Saisons bestritt Lüthi in einem Jahr weniger Rennen (13) als 2004. Grund dafür war ein heftiger Rennsturz in Mugello, bei dem er sich erstmals das Schlüsselbein brach und danach einige Grands Prix verpasste. Lüthi: «Stürze gehören im Rennsport dazu. Auf der Suche nach dem Limit stürzt man manchmal, dann tut es eben weh.»

51. Grand Prix: 2005 Valencia, Rang 9

Newly crowned 125cc World Champion, Swiss motorcycle pilot Thomas Luethi from Czech Elit team, left, celebrates with his team owner Daniel Epp from Switzerland, right, and his riding coach Andy Ibbott from Britain, after finishing on 9th place the Motorcycle Grand Prix of Valencia in the 125cc class, on the Circuito Ricardo Tormo in Cheste, Spain, Sunday, November 6, 2005. Luethi catches his title at a margin of 5 points. (KEYSTONE/Photopress/Alessandro della Valle)

Bild: KEYSTONE

In seiner 125-ccm-Weltmeistersaison feierte Lüthi vier GP-Siege, den ersten im Mai in Le Mans. Beim Saisonfinale in Valencia reichte der 9. Rang zum Gewinn des WM-Titels. «Das war wohl das einzige Rennen in meiner Karriere, das ich nicht gewinnen wollte», so Lüthi. Vielmehr sei es darum gegangen, «nicht einzuschlafen, durchzukommen und die nötigen Punkte zum Gewinn des WM-Titels zu holen».

115. Grand Prix: 2010, Losail, 7. Platz

Moto2 rider Thomas Luethi of Switzerland makes a turn during the Grand Prix of Qatar at the Losail International Circuit in Doha, Qatar, Sunday, April 11, 2010. (AP Photo/Osama Faisal)

Bild: AP

Bei der Premiere der neu eingeführten Moto2-Klasse spielte Lüthi eine Nebenrolle. Nach einer Aufholjagd reichte es ihm immerhin zum 7. Platz – eine ehrenvolle Rangierung in jenem Bereich, die er in den drei eher missglückten Saisons zuvor in der 250-ccm-Klasse oftmals herausgefahren hatte. Drei Wochen später und nach dem 3. Rang in Jerez wusste er bereits, «dass mir die Moto2-Klasse mehr Spass macht als die 250er». Mit 135 Starts ist er der erfahrenste Pilot in der mittleren WM-Klasse. In exakt einem Drittel der Rennen (45) resultierte eine Top-3-Platzierung.

147. Grand Prix: 2011, Sepang, Sieg

Moto2 rider Thomas Luethi of Switzerland, right, celebrates on the podium as second-placed Stefan Bradl of Germany looks on, after winning the Malaysian motorcycle Grand Prix in Sepang, Malaysia, Sunday, Oct. 23, 2011. (AP Photo/Vincent Thian)

Bild: AP

Nach fast fünfeinhalb Jahren Sieglosigkeit empfand Lüthi den Triumph in Sepang «wie eine Befreiung. Da habe ich die Bestätigung erhalten, dass ich es noch kann». Dieser Tag in Malaysia ist allerdings auch mit äusserst negativen Erfahrungen behaftet. Eine Stunde nach Lüthis Siegerehrung kam es im MotoGP-Rennen zum tödlichen Unfall des Italieners Marco Simoncelli. «Erst der Sieg, die Freude und dann die schreckliche Nachricht. Alles andere wurde auf einmal unwichtig», so Lüthi damals.

183. Grand Prix: 2014, Termas de Rio Hondo, Rang 19

Thomas Luethi of Switzerland during an open practice session for the MotoGP Grand Prix of the Americas motorcycle race at the Circuit of the Americas, Friday, April 11, 2014, in Austin, Texas. (AP Photo/Eric Gay)

Bild: AP

Das erste Rennen in Argentinien gehört zu den schlechtesten überhaupt in Lüthis Karriere: «Ich kam mit der neuen Strecke nicht zurecht. Zudem war ich richtig krank.» Ins Rennen startete er nur von Position 27, doch damit nicht genug. «Nach einem Verbremser befand ich mich ganz am Schluss des Feldes.» Schlechter als im 19. Rang war Lüthi in seiner bald zu Ende gehenden Moto2-Zeit nie klassiert.

200. Grand Prix: 2015, Austin, 12. Platz

epa04702035 Derendinger Racing Interwetten team rider Thomas Luethi of Switzerland sits on the grid prior to the Moto2 race at Circuit of the Americas in Austin, Texas, USA, 12 April 2015. Luethi finished in 12th position.  EPA/PAUL BUCK

Bild: EPA

Den letzten Jubiläums-GP hatte sich Lüthi «klar anders vorgestellt. Ich hätte gerne mehr als nur vier WM-Punkte gewonnen.» Wegen Elektronik-Problemen war der Berner nur von Position 17 ins Rennen gestartet.

227. Grand Prix: 2016, Silverstone, Sieg

epa05524378 Swiss rider Thomas Luethi of Derendinger Interwetten Team celebrates on the podium, during the Moto2 race of the 2016 British Motorcycling Grand Prix at the Silverstone race track, Northampton, Britain, 4 September 2016.  EPA/TIM KEETON

Bild: EPA

Zwei Wochen vor dem GP von Grossbritannien war Lüthi in Brünn heftig gestürzt. Dabei erlitt er eine Gehirnerschütterung. Als Folge davon verbrachte er eine Nacht zur Beobachtung im Spital, an einen Rennstart war nicht zu denken. «Eine Vorbereitung auf das Rennen in Silverstone war mir nicht möglich. Deshalb ist mir auch jetzt noch unerklärlich, wie ich dort gewinnen konnte», erinnert sich Lüthi. In den folgenden 19 Rennen sollte er 13-mal auf dem Podest stehen.

246. Grand Prix: 2017, Misano, Sieg

epa04927162 Swiss Moto2 riders Thomas Luethi (L) of the Deredinger Racing Interwetten team and Dominique Aegerter (R) of the Technomag Racing Interwetten team in action during the qualifying session of the Grand Prix of San Marino and Riviera di Rimini at the Misano circuit in Misano Adriatico, Italy, 12 September 2015. The Motorcycling Grand Prix of San Marino and Riviera di Rimini will take place on 13 September 2015.  EPA/MAURIZIO BRAMBATTI

Bild: EPA/ANSA

Lüthis 16. und bislang letzter GP-Sieg war eigentlich gar keiner. In Misano war Dominique Aegerter im Regen schneller. «Es war ein grossartiger Schweizer Doppelsieg. Der zweite Platz war für mich im WM-Kampf der Hammer», so Lüthi. Doch Wochen später wurde Aegerter wegen Unregelmässigkeiten beim Motoröl der Sieg aberkannt, Lüthi rückte nach. «Es tut mir sehr leid für ‹Domi›, das ist wirklich sehr bitter für ihn, der ja ohne Schuld ist», so Lüthi. Seit der Disqualifikation fanden die zwei Berner Kollegen noch keine Zeit, sich zu unterhalten. (ram/sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
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