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Matt Slater (Zweiter von rechts) schaut blöd aus der Wäsche: Er hat sich soeben zu seinem Nachteil entschieden, den Ball in die Verlängerung zu kicken.
Bild: nfl

Falsche Antwort und du verlierst – nicht im TV-Quiz, sondern beim Münzwurf in der NFL

Eigentlich ist es allen Beteiligten klar: Wer im American Football vor der Verlängerung den Münzwurf gewinnt, hat die besseren Chancen, den Sieg einzufahren. Es sei denn, man gibt dem Schiedsrichter die falsche Antwort, so wie Matt Slater von den New England Patriots.

28.12.15, 09:41 28.12.15, 09:55

Die Regel ist simpel: Steht ein Spiel in der Regular Season der NFL nach der normalen Spielzeit unentschieden, gibt es eine Verlängerung. Das Team, das als erstes punktet, gewinnt die Partie. Es ist demnach von Vorteil, wenn man die Verlängerung in Ballbesitz beginnen kann. Also entscheidet man sich, wenn man den Münzwurf gewinnt, den Ankick dem Gegner zu überlassen.

So weit, so einfach zu verstehen. Doch in der Partie zwischen den New York Jets und den New England Patriots entscheidet sich Matt Slater von den Patriots für alle überraschend dazu, dass sein Team den Kick wählt:

Der Münzwurf vor der Verlängerung: Slater wählt Kopf, die Münze zeigt Kopf an, Slater wählt den Kick.
streamable

Zu spät fällt nach der Münze des Schiedsrichters der Zwanziger bei Slater: «Habe ich tatsächlich gesagt, dass wir kicken wollen?», scheint ihm durch den Kopf zu schiessen. Der Wide Receiver kann noch so verwirrt aus der Wäsche schauen: Der Schiedsrichter bestätigt ihm, dass er so entscheiden habe. Also müssen die Patriots ankicken und den Jets gelingt gleich im ersten Drive der Touchdown zum Sieg.

Angeblich war alles so geplant

Und was machen nun die Patriots? Sie nehmen den schusseligen Slater aus der Schusslinie. Er habe bloss nach Anweisung von Coach Bill Belichick gehandelt, behauptet Slater gegenüber den Reportern. «Ich habe drei, vier Mal nachgefragt, ob wir wirklich den Kick wollen», diktiert er in die Mikrofone. Umstimmen habe er Belichick, der die Patriots zu vier Super-Bowl-Siegen führte, nicht wollen: «Ich werde nicht dafür bezahlt, so etwas zu entscheiden. Ich mache das, was der Coach sagt.»

Den New England Patriots droht nach der Niederlage der Verlust des Heimvorteils in den Playoffs. Den siegreichen Jets fehlt dank dem Weihnachtsgeschenk aus Boston dagegen nur noch ein Sieg zum Playoff-Einzug. Dafür bedanken sich die «New York Daily News» artig …

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Anded 28.12.2015 12:43
    Highlight Zweitens: In den meisten Fällen ist es ein Nachteil mit dem Kickoff in die OT zu starten, und zu Riskant dies noch selber zu wählen. Aber nach dem Kickoff beginnt das andere Team weit hinten und muss erst einmal ein paar erfolgreiche Spielzüge zeigen um die Chance auf Punkte zu haben. Gelingt das nicht, hat das Kickoff-Team die Chance den Ball an einer viel besseren Position zu erhalten (durch Takeaway oder Punt) und benötigt dann nur noch ein Field Goal um den Sack zuzumachen. Ist man also von der eigenen Defence überzeugt, kann die Taktik aufgehen. Aber klar, das Risiko ist sehr gross.
    5 4 Melden
  • Anded 28.12.2015 12:38
    Highlight Erstens: Der Grund weshalb Slater einen Verwirrten Eindruck machte: Er sagte nicht nur, dass er kicken wolle (war seine Absicht auf Anweisung Coach) , sondern auch in welche Richtung (Seitenwahl). Worauf der Schiri die Jets gefragt haben, in welche Richtung sie den Kick empfangen möchten. Slater dachte, er könne als Gewinner des Münzwurfs die Seite wählen. Was in diesem Fall aber nicht stimmte.
    4 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 28.12.2015 12:07
    Highlight Erinnert mich an den FC Basel, ausser das die Footballer nicht geweint haben...
    6 10 Melden
  • super_silv 28.12.2015 11:18
    Highlight Falls das returning team im 1. Drive nur ein Field Goal erziehlt erhält das Kicking Team noch eine Posession. Oder wurde das abgeändert?
    3 0 Melden
    • Jaing 28.12.2015 11:55
      Highlight Nein, das stimmt so. Wurde vor ein paar Jahren mal eingeführt.
      5 0 Melden
  • Jaing 28.12.2015 11:15
    Highlight Ich finden die Regel grundsätzlich bedenklich, weil sie mit eine Münzwurf ein Spiel entscheidet (immerhin reicht ein Field Goal nicht mehr...). Die NFL sollte auf die College-Regeln zurückgreifen. Dort hat jedes Team je einen Angriffsversuch von der 25-Yard-Linie.
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