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Colorado Avalanche forward Steve Moore is attended to by the team trainer after being injured in a fight with Vancouver Canucks Todd Bertuzzi during the third period of NHL action in Vancouver, British Columbia, Monday, March 8, 2004. A pool of blood formed around Moore's head as he lay motionless on the ice. A stretcher was wheeled out and after a delay of nearly 10 minutes Moore was taken off for medical attention. (AP Photo/Chuck Stoody)

Steve Moore nach dem Niederschlag von Todd Bertuzzi. Bild: AP CP

Das fieseste Foul der NHL-Geschichte beendet die Karriere von Steve Moore

8. März 2004: Todd Bertuzzi beendet die Karriere von Steve Moore mit einem Faustschlag an den Hinterkopf. Später entschuldigt sich der Haudegen unter Tränen. Erst zehn Jahre später enden die Streitigkeiten.



Die Partie war schnell entschieden. Im ersten Drittel gehen die Colorado Avalanches gegen die Vancouver Canucks innert 9:23 Minuten 5:0 in Führung. Ausgerechnet Steve Moore markierte dabei das 5:0. Es ist sein fünfter Treffer in der NHL. Und wird sein letzter bleiben. Denn die Aggression weicht in dieser Partie nicht – und sie wird im letzten Drittel brutal explodieren.

8:2 steht es mittlerweile. Todd Bertuzzi verfolgt Moore über das Feld, provoziert ihn, zerrt am Shirt, aber der 25-Jährige ignoriert seinen Kontrahenten. Bis dieser ihm entnervt hinterrücks die Faust an den Hinterkopf donnert. Es kommt zu einer Massenschlägerei. Nur Moore bleibt bewusstlos liegen. 

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Die Attacke von Bertuzzi auf Moore. Video: streamable

Nach rund zehn Minuten wird der angegriffene Spieler auf einer Trage vom Eis und ins Spital befördert. Drei Wirbel hat er im Nackenbereich gebrochen, er erleidet eine Gehirnerschütterung dritten Grades, verletzte Wirbelkörper und Nerven, eine Platzwunde im Gesicht und Erinnerungsverlust. Moore wird nie mehr aufs Eis zurückkehren.

Der Auslöser

Wie war es überhaupt dazu gekommen? Die Geschichte beginnt drei Wochen zuvor, als die beiden Teams aufeinandertreffen. Moore checkt dabei Canucks-Captain Markus Näslund brutal am Kopf. Ein «Nobody» schaltet den Topskorer aus, reklamieren die Kanadier. Doch es gibt nicht einmal eine Strafe – nicht einmal als die Szene im Nachhinein untersucht wird.

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Der Check von Moore gegen Näslund.  Video: YouTube/pjstock20

Vancouver tobt. Bertuzzi nennt Moore ein «Stück Scheisse». Näslund verpasst drei Spiele. Just auf das nächste Duell am 3. März kehrt er zurück. Die Partie geht ohne grosse Zwischenfälle über die Bühne.

Provokationen ohne Ende

Doch wiederum fünf Tage später kommt es zum dritten Duell innert wenigen Wochen. Jetzt wird Moore pausenlos provoziert. Er sagt: «Immer, wenn ich auf dem Eis war, wollten sich zwei bis drei Spieler mit mir prügeln.»

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Die Prügelei zwischen Cooke und Moore im ersten Drittel. Video: YouTube/Humpzilla21

Nach sechs Minuten – noch stand es 0:0 – rauft sich Moore mit Matt Cooke. Es ist nur eine von vier Prügeleien im ersten Drittel. Die Rechnung scheint beglichen. Trotzdem warnt ein NHL-Verbandsangestellter die Schiedsrichter, dass es hier eine Eskalation geben könnte. Verhindern können sie diese nicht.

Bertuzzi gibt zwei Tage nach dem Zwischenfall eine Pressekonferenz und entschuldigt sich unter Tränen für den Vorfall. Er habe Moore nicht verletzen wollen. 

Vancouver Canucks' Todd Bertuzzi has tears as he apologizes for sucker-punching Steve Moore of the Colorado Avalance during an NHL game Monday night while speaking with the media briefly at GM Place in Vancouver, British Columbia, Wednesday, March 10, 2004. Bertuzzi will learn his fate Thursday when the league announces what his punishment will be. (AP Photo/Chuck Stoody)

Todd Bertuzzi entschuldigt sich unter Tränen. Bild: AP CP

Tränen bei Entschuldigung und 17 Monate Sperre

Der Rüpel wird bis zum Saisonende gesperrt, die Canucks müssen 250'000 Dollar bezahlen. Da danach eine Lock-out-Saison folgt, wird Bertuzzi international gesperrt.

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Die Pressekonferenz von Todd Bertuzzi. Video: YouTube/Bobby

Erst zur Saison 2005/06 darf er wieder aufs Eis. Er fehlte 17 Monate, was die viertlängste Sperre der Geschichte bedeutete. Der Flügelstürmer verliert damit rund 500'000 an Gehalt und geschätzte 350'000 Dollar Werbeeinnahmen.

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Die Zusammenfassung der Vorfälle 10 Jahre später. Video: YouTube/CanucksVid

Doch damit ist der Fall nicht beendet. Gegen Bertuzzi wird ein Strafverfahren wegen vorsätzlicher Körperverletzung aufgenommen. Er wird dabei erst freigesprochen, erhält aber eine einjährige Bewährungszeit. Moore arbeitet an seinem Comeback, doch immer wieder auftretende Kopfschmerzen und Übelkeit verhindern ein Profi-Comeback.

Klage auf 68 Millionen Dollar

Darum klagt das Opfer ab 2005 weiter. Der Fall dauert Jahre. Moore fordert am Ende vor Gericht 68 Millionen Dollar für Schmerzensgelder und Erwerbsausfall. Erst im August 2014 einigen sich die beiden aussergerichtlich. Die Bedingungen bleiben geheim.

Derek Staudt, 19, of Arvada, Colo., right, yells at the Vancouver Canucks' Todd Bertuzzi during the Canucks skate-around prior to the game against the Colorado Avalanche, at the Pepsi Center Thursday, Oct. 27, 2005, in Denver. It is Bertuzzi's first visit to the Pepsi Center since he attacked the Avalanche's Steve Moore in Vancouver, March 8, 2004.  (AP Photo/Rocky Mountain News, Hal Stoelzle) ** MAGS OUT TV OUT **

Bertuzzi bei seinem ersten Spiel zurück in Colorado. Bild: AP ROCKY MOUNTAIN NEWS

Bertuzzi setzte seine Karriere 2006/07 bei den Florida Panthers fort, wird dann zu den Detroit Red Wings transferiert und wechselt im Sommer 2007 zu den Anaheim Ducks, ein Jahr später zu den Calgary Flames. 2009 kommt er zurück zu Detroit, wo im Sommer 2014 sein Kontrakt nicht verlängert wird. Als Free Agent unterschreibt er 2015 bei den Binghamton Senators, in der Hoffnung, so wieder in die NHL zu kommen. Zwölf Tage später löst er den Vertrag auf und beendet seine Karriere.

Unvergessen

In der Serie «Unvergessen» blicken wir jeweils am Jahrestag auf ein grosses Ereignis der Sportgeschichte zurück: Ob hervorragende Leistung, bewegendes Drama oder witzige Anekdote – alles ist dabei. 
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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Devante 08.03.2018 13:25
    Highlight Highlight Und Crawford ist heute noch Trainer und hat eine offensichtliche Mitschuld
  • grind 08.03.2018 11:25
    Highlight Highlight einfach nur krank.
    da bin ich lieber ne fussballer pussy
    • fridolin219 08.03.2018 14:22
      Highlight Highlight Im Fussball hat es ja sicher noch nei ein schlimmes Foul gegeben, wo der Gegner langfristige Schäden davon getragen hat.
  • Yotanke 08.03.2018 10:45
    Highlight Highlight Mich erstaunt, dass Bertuzzi nicht lebenslang gesperrt wurde. Und dann seine Aussage, dass er nicht verletzten wollte. Wer von hinten mit voller Wucht gegen den Kopf haut, nimmt bewusst Verletzungen in Kauf. Aber irgendwie haben da auch die Schiedsrichter versagt. Da ging ja ein langes Geplänkel voraus. Das Zerren am Shirt. Da hätten Schiedsrichter eingreifen müssen und Streithähne schon trennen. Die Schiedsrichter wussten ja um die Brisanz der Vorgeschichte. Aber vielleicht wäre es auch gut vom Coach gewesen, sie hätten Moore nach dem Foul an Naslund etwas pausieren lassen.
  • Jagr 08.03.2018 07:57
    Highlight Highlight Das ist nicht Eishockey. Das sind kriminelle, welche diesem Sport schaden. Lebenslange Sperre. Anzeige wegen Körperverletzung. Fertig.
  • Al Paka 08.03.2018 06:46
    Highlight Highlight Der war wirklich fies und hinterlistig.
    Aber auch der Stockschlag von McSorley gegen den Kopf geht in diese Richtung.

    Was ich teilweise krank finde sind gewisse „Racheaktionen“ nach groben Fouls.
    Eigentlich ist es ja richtig, den Kollege zu „rächen“.
    Aber wenn ich teilweise sehe wie alle Spieler aufeinander los gehen und das evt. schwer verletzte Opfer noch mitten im Pulg befindet.
    Wie Moore der noch von einem Haufen Spieler begraben wird.
    Oder ein Spieler von Vancouver, der nach einem Foul, von der Menge noch ein paar Füsse gegen den Kopf kassiert, als er am Boden lag. (unabsichtlich)

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