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Sebastien Reichenbach from Switzerland of team FDJ, 4th from right, in action with the pack rides during the first stage, a 173.3 km race between Aigle and Champery at the 71th Tour de Romandie UCI ProTour cycling race in Troistorrents, Switzerland, Wednesday, April 26, 2017. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Reichenbach (ganz rechts) an der Tour de Romandie. Bild: KEYSTONE

Radprofi Reichenbach zeigt nach Ellbogenbruch einen Kontrahenten an

Das hat Seltenheitswert: Ein Profisportler reicht nach einem Renn-Unfall Anzeige gegen einen Gegner ein. Der Walliser Sébastien Reichenbach ist davon überzeugt, dass ihn der Italiener Gianni Moscon absichtlich «foulte».

04.10.17, 14:31


Gianni Moscon ist kein unbeschriebenes Blatt. Seine eigene Mannschaft, Team Sky, nahm den 23-jährigen Italiener in dieser Saison für sechs Wochen aus dem Rennbetrieb. Grund: Moscon hatte an der Tour de Romandie im Frühling den dunkelhäutigen Franzosen Kevin Reza beleidigt. Und an der WM kürzlich in Norwegen wurde Moscon disqualifiziert, weil er sich vom Mannschaftswagen an einem Anstieg ziehen liess.

Dieses Video überführte Moscon im WM-Rennen.

Nun sorgt Moscon erneut für Schlagzeilen. Gestern Dienstag war er beim Eintagesrennen Tre Valli Varesine in einen Sturz verwickelt, der für den Walliser Sébastien Reichenbach gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Saisonende ist. Denn er brach sich dabei den Ellbogen. Reichenbachs Equipe, das Team FDJ, stellte nach dem Rennen klar: Schuld am Sturz sei wegen seines gefährlichen Verhaltens Gianni Moscon.

Eine fiese Retourkutsche?

Heute nun hat Reichenbach eine Anzeige bei der Polizei erstattet und den Vorfall dem Rad-Weltverband UCI gemeldet. Im Nouvelliste begründete er sein Vorgehen damit, dass Moscon ihn mit Absicht zu Fall gebracht habe. «Mehrere Fahrer haben die Szene beobachtet und können für mich aussagen», so der 28-jährige Reichenbach. Zum Sturz war es in einer Abfahrt gekommen, die Folgen hätten deshalb gemäss dem Walliser weit drastischer ausfallen können.

Gianni Moscon from Italy competes in the UCI Cycling Road World Championships men's elite individual time trial, in Bergen, Norway, Wednesday, Sept. 20, 2017. (Marit Hommedal/ NTB scanpix via AP)

Moscon im WM-Zeitfahren in Bergen. Bild: AP/NTB scanpix

Reichenbach, im Vorjahr Gesamt-14. der Tour de France und in diesem Jahr 15. des Giro d'Italia, will auch den Grund für Moscons Verhalten kennen: Rache. Denn der rassistisch beschimpfte Reza ist ein Teamkollege bei FDJ und Reichenbach nannte den Übeltäter damals «eine Schande für unseren Sport».

Moscon äusserte sich noch am Abend nach dem Rennen zum Sturz: «Es tut mir leid, dass Sébastien Reichenbach sich heute verletzt hat. Ich wünsche ihm gute Besserung.» Eine Schuld am Sturz wies er in der Gazzetta dello Sport von sich. «Das hatte nichts mit mir zu tun. Wir waren auf einem Abschnitt mit schlechtem Strassenbelag und Reichenbachs Hände rutschten vom Lenker ab. Ich habe noch nie im Leben mit ihm gesprochen.» (ram)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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    Alle Leser-Kommentare
  • N. Y. P. 04.10.2017 14:58
    Highlight Alle Aussagen von Sebastian Reichenbach sind schlüssig. Er hat Zeugen von verschiedenen Teams. Das Motiv, das Reichenbach erwähnt, ist auch plausibel. Und Boscon ist tatsächlich kein unbeschriebenes Blatt.

    Also, Anklage !
    20 0 Melden

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