Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Froome gab sich auch im Zeitfahren der zweitletzten Etappe keine Blösse. Bild: AP/AP

Chris Froome wird die Tour de France gewinnen – Küng in den Top-10

22.07.17, 17:39 23.07.17, 10:00


Chris Froome kann sich des vierten Tour-Siegs innert fünf Jahren praktisch gewiss sein. Der 32-jährige Brite verteidigte im 22,5 km langen Zeitfahren in Marseille als Dritter seinen Vorsprung gegenüber Rigoberto Uran (8. Rang) und Romain Bardet souverän.

So sieht das Gesamtklassement vor der letzten Etappe aus.

Froomes Vorsprung im Gesamtklassement vor dem Schlusstag, an welchem der Leader traditionellerweise nicht mehr angegriffen wird, beträgt 54 Sekunden auf den Kolumbianer Uran. Bleibt der 32-Jährige vom Team Sky am Sonntag von einem Unglück verschont, so gewinnt er die Grande Boucle nach 2013, 2015 und 2016 zum bereits vierten Mal.

Während Uran im 22,5 km langen Zeitfahren als Achter eine starke Leistung zeigte, fiel der vormalige Zweite Bardet noch fast vom Tour-Podest. Der Franzose zog einen ganz schlechten Tag ein und verpasste die Top 50. Mit dem Rückstand von 2:20 Minuten auf Froome behauptete Bardet den 3. Gesamtrang gegenüber dem Spanier Mikel Landa nur gerade um eine Sekunde.

Der Sieg in Marseille ging überraschend an Maciej Bodnar. Der Pole, in seiner über zehnjährigen Profi-Karriere noch ohne grossen Sieg, triumphierte mit einer Sekunde Vorsprung vor seinem prominenteren Landsmann Michal Kwiatkowski. Dritter wurde mit sechs Sekunden Rückstand Froome. Vierter wurde der deutsche Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin (0:14 zurück).

Küng enttäuscht

Stefan Küng, der auch zu den Anwärtern auf den Sieg gehört hatte, klassierte sich nur auf dem 9. Platz. 34 Sekunden fehlten ihm am Ende zu Sieger Bodnar. Schon bei der ersten Zwischenzeit nach den flachen ersten 10 der insgesamt 22,5 km in Marseille lag der verhalten gestartete BMC-Profi um 16 Sekunden hinter der Spitze zurück. Er sei sich unsicher gewesen, welche Geschwindigkeit er anschlagen solle, gab Küng danach zu, «da in der Mitte schliesslich ein steiler Berg wartete».

Dieser «Berg» war ein 1,2 km langer Anstieg mit durchschnittlich 9,5 Prozent Steigung hinauf zur Marien-Wallfahrtskirche Notre-Dame de la Garde. Ihm bleibe nichts anderes, als dieses Zeitfahren als eine weitere Erfahrung abzuhaken, so der 23-jährige Ostschweizer. Vorwürfe mache er sich aber keine. «Ich gab das Maximum. Doch zuvor waren es drei harte Wochen.» (abu/sda)

Der schwere Sturz von Sven Montgomery an der Tour de France 2001

Unvergessene Radsport-Geschichten

20.07.2006: Floyd Landis begeistert die Sportwelt mit einer historischen Flucht – und wird kurz nach dem Tour-Sieg als Doper entlarvt

11.10.1998: Ein halbes Jahrhundert nach Ferdy Kübler trägt mit Oscar Camenzind endlich wieder ein Schweizer das Regenbogentrikot

22.03.1995: Du kannst im Fitness-Center strampeln wie du willst – an den durchdrehenden Nüscheler kommt keiner ran

09.04.2006: Ein Lenkerbruch und ein Albtraumsturz zerstören den grossen Traum von Armstrongs Edelhelfer

21.07.2009: Jens Voigt stürzt fürchterlich und gibt drei Tage später ein obercooles Interview

13.07.1967: Tom Simpson stirbt am Mont Ventoux – und sein Name wird zu einem Mahnmal für alle Radsport-Profis

17.07.1992: Der Thurgauer Rolf Järmann bodigt Ex-Gesamtsieger Pedro Delgado und gewinnt die längste Tour-Etappe

14.02.2004: Der Pirat geht von Bord – aber in den Herzen der Fans lebt Marco Pantani ewig

30.01.2011: «Dummi huere Ruederer» und «Schiiss-Ponys» machen Reporter Hans Jucker zur Legende

14.07.2003: Armstrong rettet sich nach dem Horrorsturz von Beloki mit einem Höllenritt querfeldein über das Kornfeld

22.07.2001: Sven Montgomery erlebt an der Tour den schönsten Moment seiner Karriere – und nur drei Tage später den schlimmsten

15.10.2011: Für einen Tag schlüpft Oliver Zaugg aus der Rolle als Helfer und feiert den grössten Triumph seiner Karriere

24.04.1993: Järmann schlägt im Sprint Weltmeister Bugno und gewinnt das Amstel Gold Race

17.06.1981: «Dä Gottfried isch für mich gschtorbe!» – 2 Tage nach dem Zitat seines Lebens fliegt Beat Breu ins Leadertrikot

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

Abonniere unseren Daily Newsletter

4
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • N. Y. P. 22.07.2017 19:42
    Highlight Chris Froome wird die Tour de France gewinnen – Küng in den Top-10 (Titel)

    Tolle Leistung von Küng, im Gesamtklassement unter die ersten 10 zu fahren !!

    Nein, er ist natürlich im Zeitfahren unter den ersten Zehn.
    11 1 Melden
    • Adrian Buergler 22.07.2017 20:11
      Highlight @N. Y. P.: Die Titel haben eine Zeichen-Höchstanzahl, deshalb konnte ich das nicht weiter präzisieren. In meinen Augen, versteht man aber, dass mit dem zweiten Teil die Etappe gemeint ist und nicht das Klassement.
      3 15 Melden
    • N. Y. P. 22.07.2017 20:18
      Highlight Ja, ist klar.
      Wer Radsport verfolgt, weiss natürlich sofort, was gemeint ist.

      Ein Novizen-Fan hätte vermutlich gleich die Champagnerkorken knallen lassen, ob der vermeintlich guten Platzierung im Gesamtklassement😄..

      Toll, wie watson dem Radsport Platz einräumt.
      16 0 Melden
  • N. Y. P. 22.07.2017 19:29
    Highlight Bei Romain Bardet ist mir aufgefallen, dass er beim Einfahren eine Weste mit Eis trug. Am Rücken und am Ranzen, bzw Bauch, war die Weste bestimmt 8 cm dick. Er hat seine Körpertemperatur bestimmt unter 36° gedrückt.
    Danach ging er "runtergekühlt" auf die Strecke. Ich bin kein Arzt, aber kann es sein, dass sein Körper durch die anschliessende Hitze auf der Strecke einen kleinen Schock erlitt ?
    Es war eine desolate Leistung von Bardet.

    Froomey dagegen hat seinen Körper beim Einfahren OHNE Eis an die Hitze gewöhnt.

    Falls ein Doktor watson-Kommentare liest..
    7 1 Melden

Die magische Show des Floyd Landis, die ein einziger, grosser Schwindel ist

20. Juli 2006: Fans, Experten und Journalisten sind aus dem Häuschen. Wie sich Floyd Landis auf der Etappe nach Morzine das Leadertrikot zurück holt, das hat die Tour de France ewig nicht mehr gesehen. Doch der Zauber verfliegt schnell.

Es ist eine Etappe fürs Geschichtsbuch, welche die Fahrer der Tour de France an diesem 20. Juli 2006 von Saint-Jean-de-Maurienne nach Morzine führt. Denn was der Amerikaner Floyd Landis zeigt, ist nicht von dieser Welt. Was sich kurze Zeit später auch exakt so bestätigen wird …

Phonak-Chef Andy Rihs hat einen grossen Traum und den will er sich endlich erfüllen: Einer seiner Equipe soll die Tour de France gewinnen, das wichtigste Velorennen der Welt. Floyd Landis ist dafür bestimmt, der …

Artikel lesen