Sport
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A Italy supporter gives the thumb down sign after the group D World Cup soccer match between Italy and Uruguay at the Arena das Dunas in Natal, Brazil, Tuesday, June 24, 2014. Uruguay edged 10-man Italy 1-0 to reach the second round of the World Cup. (AP Photo/Andrew Medichini)

Bild: Andrew Medichini/AP/KEYSTONE

Ja, ist denn schon Copa America?

WM-Debakel für Europa: Nur die Schweiz verhindert amerikanische Meisterschaften

Beinahe wäre es an der Weltmeisterschaft nach der Vorrunde schon zu einer «Copa America» gekommen. Denn ausser den Schweizer Gruppengegnern Honduras und Ecuador haben sich alle nord- und südamerikanischen Teams für die Endrunde qualifiziert.

Hand aufs Herz: Hätte man Ihnen vor der WM folgende zwei Gruppen vorgelegt – wären Sie auf die Idee gekommen, dass die erste «Fraktion Europa» bereits nach den Vorrundenspielen die Segel streicht?

Out nach der Vorrunde

Spanien, England, Russland, Portugal, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Italien

In den Achtelfinals

Holland, Griechenland, Frankreich, Schweiz, Deutschland, Belgien

Die Tendenz nach der Gruppenphase ist eindeutig: Amerika dominiert, Europa ist präsent, Afrika enttäuscht und Asien landet irgendwo im Nirgendwo.

Schweiz verhindert «Copa America»

Nord- und Südamerika sind und bleiben unbeliebte Pflaster europäischer Mannschaften. Noch nie konnte eine von ihnen bei einer WM auf einem dieser beiden Kontinente den Titel gewinnen – und den statistischen Anzeichen nach wird sich auch in Brasilien nichts daran ändern. Acht der zehn nord- und südamerikanischen Teams haben sich für die Achtelfinals qualifiziert – Europa muss bereits jetzt sieben seiner dreizehn Teilnehmer zurück in der Heimat begrüssen.

25.06.2014; Manaus; Fussball - WM Brasilien 2014 - Schweiz - Honduras; Michel Pont und Ottmar Hitzfeld (SUI)  jubeln nach dem Schlusspfiff  (Pier Giorgio/Best Photo/fotogloria/freshfocus)

Assistent Michel Pont und Trainer Ottmar Hitzfeld (rechts) dürfen stolz auf ihre Arbeit sein. Bild: Pier Giorgio/freshfocus

Nicht so die Schweiz. Zusammen mit dem Nachbarn aus Frankreich haben die Eidgenossen die zwei lateinamerikanischen Konkurrenten aus Honduras und Ecuador hinter sich gelassen und dafür gesorgt, dass sich die WM nicht in eine verfrühte «Copa America» verwandelt. Als einziges Team überhaupt hat das Team von Ottmar Hitzfeld gleich zwei Einheimischen den Meister gezeigt. Nach dem Scheitern vieler europäischer Favoriten ein durchaus achtbarer Erfolg.

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Bild: watson

Komplett verkehrte Welt herrschte etwa in der Gruppe D: Italien und England mussten am eigenen Leibe erfahren, was der Begriff «Heimvorteil» unter den Latinos bedeutet. Die an die Hitze gewöhnten Mannschaften aus Costa Rica und Uruguay bodigten die vermeintlichen Riesen und zogen zusammen mit den USA, Argentinien, Gastgeber Brasilien, Mexiko, Chile und Kolumbien in die Achtelfinals ein – eine beeindruckende Dominanz der amerikanischen Kontinente.

Da waren es nur noch sechs

Europa ist genau wie vor vier Jahren mit nur sechs Nationen in den WM-Achtelfinals vertreten. Für sieben enttäuschte Teilnehmer ist nach der Vorrunde schon Schluss. Und mit Algerien und Nigeria schafften erstmals zwei Mannschaften aus Afrika den Sprung unter die letzten 16. (si)

Afrika auf den Kopf gestellt

Mit hohen Erwartungen reisten auch die fünf Mannschaften aus Afrika nach Brasilien. Allen voran die mit Stars gespickten Mannschaften aus der Elfenbeinküste, Ghana und Kamerun. Nigeria und Algerien wurden hingegen nur Aussenseiterchancen zugetraut.

Algeria's players celebrate after the group H World Cup soccer match between Algeria and Russia at the Arena da Baixada in Curitiba, Brazil, Thursday, June 26, 2014. With Algeria and Russia playing to a 1-1 draw, Algeria qualified for the knock-out stage. (AP Photo/Fernando Vergara)

Eine der vielen Überraschungen an der WM 2014: Algerien feiert den Achtelfinal-Einzug. Bild: Fernando Vergara/AP/KEYSTONE

Doch wie das Wort «Aussenseiterchancen» schon sagt, ein Weiterkommen ist für jene Teams nicht unmöglich. Während Didier Drogba, Samuel Eto'o, Kevin Prince Boateng – und wie sie alle heissen – bereits auf dem Heimweg sind, freut sich die Welt auf einen Verbleib der offensiv auftretenden «Fennecs» und der kämpferischen Nigerianer. Jetzt sollen kleinere Stars wie Islam Slimani und Emmanuel Emenike für afrikanische Freudentänze sorgen.

Asien weg vom Fenster

Ernüchternder fällt die Bilanz bei den Asiaten aus. Die drei angereisten Teams aus Japan, Südkorea und dem Iran und auch die unter asiatischer Flagge segelnden Australier sind alle kläglich gescheitert und belegen in ihren Gruppen jeweils den letzten Rang. Die triste Gesamtbilanz: Nicht einmal wenn alle asiatischen Punkte addiert würden (3 Punkte), könnte der grösste Kontinent der Welt ein Team unter den besten 16 stellen. Das Torverhältnis läge bei –16. Nach zwei Achtelfinalisten vor vier Jahren steht Asien heute mit leeren Händen da.

Japan's Shinji Kagawa reacts to missing a goal scoring opportunity during their 2014 World Cup Group C soccer match against Colombia at the Pantanal arena in Cuiaba June 24, 2014. REUTERS/Dylan Martinez (BRAZIL  - Tags: TPX IMAGES OF THE DAY SOCCER SPORT WORLD CUP)        TOPCUP

Ein Bild spricht Bände: Kagawa bringt zum Ausdruck, wie sich der asiatische Kontinent derzeit fühlt. Bild: DYLAN MARTINEZ/REUTERS

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