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Goalkeeper Tim Krul of the Netherlands makes a save from Costa Rica's Bryan Ruiz during a penalty shootout in their 2014 World Cup quarter-finals at the Fonte Nova arena in Salvador July 5, 2014. REUTERS/Ruben Sprich (BRAZIL  - Tags: SOCCER SPORT WORLD CUP)

Tim Krul hält den Penalty von Bryan Ruiz – die erste von zwei Paraden im WM-Viertelfinal. Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

Holländer ziehen in den Halbfinal

Van Gaals Eier entschieden Viertelfinal-Drama: Goaliewechsel vor Penaltyschiessen zahlte sich aus

Bondscoach Louis van Gaal tauscht Augenblicke vor dem Penaltyschiessen im WM-Viertelfinal gegen Holland seinen Goalie aus. Der mutige Schachzug geht auf: Der Neue hält zwei Schüsse, Holland ist im Halbfinal und trifft dort auf Argentinien.

06.07.14, 01:20 06.07.14, 08:18

Gegen Ende der Verlängerung war die Partie an Spannung kaum mehr zu überbieten. Denn plötzlich tauchte auch Costa Rica gefährlich vor dem holländischen Tor auf, nachdem es fast zwei Stunden lang kaum zu sehen war. Es waren die Oranje, die dem Spiel von A bis Z den Stempel aufdrückten, die zu grossen Chancen kamen und die durch Sneijder zweimal nur an statt in das Gehäuse trafen.

Schliesslich stand das Penaltyschiessen bevor – und Tim Krul an der Seitenlinie. Tatsächlich brachte Hollands Trainer Louis van Gaal Augenblicke vor dem Schlusspfiff seinen Ersatzmann, wechselte seine tadellose Nummer 1 Jasper Cillessen aus.

In der 120. Minute bringt van Gaal Krul für Cillessen. Bild: EPA/EFE

Volldepp oder Supertrainer?

Die Ausgangslage vor dem Penaltyschiessen ist somit klar: Wenn Holland verliert, ist van Gaal daran schuld. Denn wer einen «kalten» Goalie ins Spiel wirft, der muss sich nicht wundern, wenn der dann keinen Ball hält.

Doch die mutige Tat wird belohnt. Der Bondscoach, der nach dem Turnier in Brasilien bei Manchester United übernimmt, sorgt mit der Auswechslung für einen denkwürdigen WM-Moment im positiven Sinn. Krul hält den zweiten Penalty Costa Ricas von Ruiz und er hält auch den fünften, von Umaña geschossenen Elfmeter, während alle holländischen Schützen treffen.

Die Entscheidung: Krul streckt sich, wehrt den Penalty von Umaña ab. Bild: MARCOS BRINDICCI/REUTERS

«Jetzt sieht man, dass es alle 23 Spieler braucht»

«Jetzt sieht man, dass es in einer Mannschaft alle 23 Spieler braucht», sagte Matchwinner Krul nach der Partie. «Ich habe gewusst, dass ich vielleicht eingewechselt werden würde.»

Van Gaal hatte seine Idee also nicht für sich behalten. «Wir haben es Krul gesagt, aber nicht Cillessen», sagte der Trainerfuchs, «wir wollten Cillessen in seiner Matchvorbereitung nicht stören.» Van Gaal machte aber klar, dass dieser weiterhin sein Stammgoalie ist. «Es ist keine Frage, wer im Halbfinal spielen wird, es wird wieder Cillessen sein.»

Stürmer Robin van Persie sprach nach der Partie von einer «Achterbahnfahrt». Den Coach lobte er für seine Auswechslung: «Wir wussten, dass Krul bei Penaltys stark ist.»

Van Gaal feiert den Matchwinner: Sein Plan ging auf. Bild: SERGIO MORAES/REUTERS

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