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An Argentina fan shows "seven", in reference to the number of goals Brazil let in against Germany in their semi-final match, in a train travelling from Luz Station to  the Corinthians arena in Sao Paulo where the 2014 World Cup semi-final soccer match between Argentina and Netherlands will be played July 9, 2014.    REUTERS/Nacho Doce (BRAZIL  - Tags: SPORT SOCCER WORLD CUP TRANSPORT)

Bild: NACHO DOCE/REUTERS

Erinnerungen an «Schock von Maracana»

Solche Bilder wollen sie verhindern – deshalb hoffen 200 Millionen Brasilianer jetzt auf einen Sieg der Deutschen

Am Dienstag brach Deutschland rund 200 Millionen brasilianischer Herzen – jetzt schlagen diese trotzdem für die Truppe von Jogi Löw. Denn am Final-Wochenende gibt es für die Seleção-Anhänger nur ein Ziel und es ist nicht Platz 3 für Brasilien.

12.07.14, 19:21 13.07.14, 09:23

Der Schock des «Maracanaço», der WM-Final-Niederlage gegen Uruguay 1950 im eigenen Land, sitzt noch immer tief. Bis heute hat man in Brasilien nicht verdaut, den WM-Titel in letzter Sekunde verloren zu haben – und dann auch noch an einen Kontinents-Rivalen.

200'000 Fans marschierten 1950 ins Stadion von Maracana, um es danach völlig entrüstet wieder zu verlassen. Bild: EPA

Noch Stunden blieben damals tausende von trauernden Fans auf den Rängen hocken. Einem Schlag ins Gesicht, einem Knock-Out, kam die Niederlage gleich. Nachdem die Sicherheitskräfte die verbliebenen Fans nach Hause geschickt hatten, fand man drei tote Zuschauer, welche wegen eines Herzinfarkts ums Leben gekommen waren. Ein weiterer verübte gar Suizid. Brasilien war erschüttert, während nebenan die Uruguayer «Fiesta» machten.

54 Jahre sind vergangen und das Land, welches an Hingabe zum Fussball kaum zu überbieten ist, erlebte die zweite Jahrhundert-Niederlage. Mit «Mineiraço» wird die 1:7-Klatsche gegen Deutschland betitelt und geht als höchste Halbfinal-Niederlage aller Zeiten in die Geschichtsbücher ein.

«Wir sind eine Nation von 200 Millionen Deutschen»

Kaum vorzustellen, was den Spielern und Fans in diesem Moment durch den Kopf ging. Das Spiel um Platz 3 am Samstag würde Felipe Scolaris Team am liebsten auslassen – wie auch die Holländer.

Bilder der trauernden Fans gingen um die Welt. Bild: UESLEI MARCELINO/REUTERS

Wie gut hätte es der brasilianischen Seele getan, wie viel Druck wäre von den Schultern der Spieler gefallen, hätte die «Elftal» die «Albiceleste» geschlagen und wäre Brasilien im Spiel um Platz 3 auf Erzfeind Argentinien gestossen. Der Rang hätte keine Rolle gespielt, doch die Chance, den grossen Rivalen zu bodigen, wäre Balsam für viele gebrochene Herzen gewesen.

Nun steht dieses Argentinien nach dem Penaltykrimi am Mittwochabend im Final. Brasiliens Angst, nach 1950 ein weiteres Mal zusehen zu müssen, wie ein Südamerikaner im eigenen Land den Pokal in die Höhe stemmen kann, ist zurück.

«Wir sind eine Nation von 200 Millionen Deutschen.»

So krass ist es dann auch wieder nicht.

Deshalb gilt nun in Brasilien nur eines: «Hopp Deutscheland!» Eine ganze Nation wird ausgerechnet der Mannschaft, welche sie gedemütigt hat, die Daumen drücken. «Wir sind eine Nation von 200 Millionen Deutschen», schreibt ein Fan auf Twitter. Es liegt den Einheimischen am Herzen, dass nach dem Ausscheiden ihrer eigenen Seleção wenigstens auch der Feind scheitert. Der Spott nach der Pleite gegen Deutschland war schon riesig – man stelle sich vor, was in Brasilien los wäre, wenn der Nachbar den Pott nach Hause trägt.

Der Hohn der argentinischen Fans gegenüber Brasilien

Die Lieblings-Pose der argentinischen Anhänger: Die Zahl 7 mit den Fingern zu zeigen. Wieso? Nur so. Bild: Felipe Dana/AP/KEYSTONE

Bild: AFP

«Seit der WM in Italien weint ihr», «Messi wird uns den Titel bringen» und «Maradona ist grösser als Pelé»: die Argentinier verspotten die Brasilianer. Video: Youtube/MapperDaan

Bild: Martin Meissner/AP/KEYSTONE

Illuminati! Bild: Rodrigo Abd/AP/KEYSTONE

Bild: Martin Meissner/AP/KEYSTONE

Bild: NACHO DOCE/REUTERS

Die Dame links wollte bestimmt auch noch eine 5 in die Luft halten. Bild: AFP



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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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