Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa04293914 Argentinian fans hold photographs of (L-R) Lionel Messi, Pope Francis and Diego Maradona before the FIFA World Cup 2014 round of 16 match between Argentina and Switzerland at the Arena Corinthians in Sao Paulo, Brazil, 01 July 2014. 

(RESTRICTIONS APPLY: Editorial Use Only, not used in association with any commercial entity - Images must not be used in any form of alert service or push service of any kind including via mobile alert services, downloads to mobile devices or MMS messaging - Images must appear as still images and must not emulate match action video footage - No alteration is made to, and no text or image is superimposed over, any published image which: (a) intentionally obscures or removes a sponsor identification image; or (b) adds or overlays the commercial identification of any third party which is not officially associated with the FIFA World Cup)  EPA/EMILIO LAVANDEIRA JR   EDITORIAL USE ONLY

Messi, der Papst und Maradona: Der Stolz Argentiniens. Bild: EPA/EFE

Bald ein neuer D10S?

Mit dem WM-Titel könnte Messi Maradona überflügeln, obwohl er eine Ehre, die neben Diego bisher nur jemand erhielt, nie erreichen wird

Lionel Messi ist drauf und dran Argentinien zum Weltmeistertitel zu führen. Gelingt dem Floh dies, gibt es auf dem grünen Rasen nur noch etwas, das Maradona ihm voraus hat.

11.07.14, 11:03 11.07.14, 15:51

Seit dem WM-Titel 1986 wartet Argentinien auf den nächsten Triumph. Diego Maradona führte damals ein durchschnittliches Team zum Titel. Er erzielte mit seinem Solo gegen England das Tor des Jahrhunderts und traf mit der «Hand Gottes». In Argentinien ist Maradona seither unsterblich. Fans gründeten gar die (Spass-)Religion «Iglesia Maradoniana», in welcher Maradona als D10S (Dios ist spanisch für Gott, die 10 steht für seine Rückennummer) steht. 

1990 scheiterte der «pibe de oro», der Goldjunge, erst im Endspiel an Deutschland. Danach begann für Argentinien eine Durststrecke, die erst jetzt mit dem Finaleinzug beendet wurde.

FILE - This is a June 29, 1986  file photo  of  Diego Maradona of Argentina celebrates with the cup at the end of the World Cup soccer final in the Atzeca Stadium, in Mexico City, Mexico. Argentina defeated West Germany 3-2 to take the trophy.   With one week to go before the World Cup starts in Brazil, The Associated Press takes a look at 10 great stars in the tournament's history. Maradona One the greatest playmakers of all time, Maradona was joint FIFA Player of the 20th Century with Pele. “El Pibe de Oro” inspired Argentina to victory in the 1986 tournament. The English will never forgive him for his “Hand of God” goal en route to winning the World Cup. And perhaps his own people, the Argentines, will never forgive him for being a terrible coach for the national team at the World Cup four years ago in South Africa. But as player, Maradona was peerless during his heyday, although drug problems marred the end of his career. (AP Photo/Carlo Fumagalli, File)

Diego Maradona führte Argentinien 1986 zum bisher letzten Titel. Bild: WCSCC AP

Im Zentrum dieser zuletzt positiven Entwicklung steht Lionel Messi. Der Barça-Stürmer gilt seit jüngsten Jahren als legitimer Nachfolger Maradonas. Er soll Argentinien erlösen. Jahrelang hatte «la pulga» (der Floh) die Fans aber enttäuscht und nur im Klub überzeugt. Jetzt könnte er endlich sein grosses Idol erreichen.

Im Klubfussball hat Messi längst mehr erreicht, als Maradona es je tat. Obwohl der aktuelle Captain der «Albiceleste» noch einige Jahre als Profi vor sich hat, stehen in seiner Vitrine schon deutlich mehr Pokale, als bei Maradona. Und obwohl Messi bisher erst rund die Hälfte der Profispiele von Maradona (277 gegen 496) absolviert hat, liegt er nur noch 16 Karrieretore hinter «Diego» (243 gegen 259). Eine Marke, die Messi in der nächsten Saison im Normalfall erreichen wird.

Maradona schlägt Messi nur bei der Anzahl WM-Titel

Und jetzt macht er sich (endlich) auf, um Maradona auch im Nationalteam in den Schatten zu stellen. Mit dem Halbfinal hat Messi seinen 92. Einsatz absolviert – einer mehr als Maradona. Messi traf dabei 42-mal ins Schwarze, Maradona verbuchte seinerzeit 34 Treffer. 

Argentinien ist heute fast eine Kopie des Teams von 1986: Messi rumpelt sich mit der Mannschaft durch das Turnier. Vier von acht Toren erzielte der 27-Jährige, dazu bereitete er unter anderem den Siegtreffer gegen die Schweiz mustergültig vor. 

Den legendären Sololauf von Maradona hat Messi längst auch gezeigt. Zwar nur gegen Getafe, aber immerhin. Die Hand Gottes kam Messi ebenfalls schon zur Hilfe. Zwar nur gegen Espanoyl, aber immerhin. 

Das Jahrhunderttor von Maradona im Vergleich mit Messis Solo gegen Getafe 2007. Video: Youtube/Canal de NuM3tallsNotDead

Messis «Hand Gottes 2007 gegen Espanoyl Barcelona. Video: Youtube/oneshotwonda

Am Ende zählen nur die WM-Titel

Doch am Ende zählt nur eines: die Anzahl Weltmeistertitel. Es ist ein bisschen wie bei den Olympischen Spielen, wer am meisten Goldmedaillen hat, steht zuoberst. Egal wie viele silberne und bronzene Auszeichnungen das Land – oder in diesem Falle Messi Klubtitel – gewonnen hat. So gesehen fehlt Messi genau diese eine Goldmedaille noch. Holt er sie, dürfte Messi in Argentinien als grösster Fussballer aller Zeiten gelten. Kehrt er mit leeren Händen heim, kann er die Champions League auch noch zehnmal gewinnen und weitere zehn Saisons lang über 40 Tore schiessen. Er wird Maradona nie erreichen.

Argentina's Lionel Messi celebrates after his teammate Maxi Rodriguez scores the winning goal against Netherlands during a penalty shootout in their 2014 World Cup semi-finals at the Corinthians arena in Sao Paulo July 9, 2014. REUTERS/Dylan Martinez (BRAZIL  - Tags:  SOCCER SPORT TPX IMAGES OF THE DAY WORLD CUP)      TOPCUP

Messi ist auf dem Weg sich in der Nationalmannschaft zu beweisen. Bild: DYLAN MARTINEZ/REUTERS

Selbst wenn Messi aber den WM-Titel nach Argentinien holt. Eine Ehre wird ihm kaum je zuteil. Diego Maradona erhielt 1983 als Barça-Spieler für seine Leistung im Spiel im Bernabeu gegen Real Madrid Applaus von den Heimfans. Dies schaffte nach ihm nur noch 2005 Ronaldinho. Messi wird höchstens ausgepfiffen. Da hilft es ihm auch nicht, dass er dieses Jahr als erster Barça-Spieler in der Kathedrale des Erzfeindes einen Hattrick erzielte.

Diego Maradona erhält 1983 als Barça-Spieler im Bernabeu Applaus. Eine grössere Ehre ist kaum möglich. Video: Youtube/Nicolas Padin



Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

Abonniere unseren Daily Newsletter

3
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • dave1771 11.07.2014 13:16
    Highlight Und obwohl Messi noch nicht einmal die Hälfte der Profispiele von Maradona (277 gegen 496) absolviert hat,

    277*2=554 gemäss meinem Rechner!
    3 0 Melden
  • Mia_san_mia 11.07.2014 12:13
    Highlight Die "Hand Gottes" von Maradona war ebenfalls im Spiel gegen England, nicht gegen Deutschland.
    1 0 Melden
  • Romeo 11.07.2014 11:28
    Highlight Sagenhaft wie die zwei mit dem Ball umgehen können. Ein Traum.
    1 1 Melden

Der FC Sion holt Murat Yakin – wie lange geht das gut?

Christian Constantin hat wieder einmal alle verblüfft. Auch jene, denen bekannt war, dass der Präsident des FC Sion ein Faible für Murat Yakin hat, sind gestern Abend von der Mitteilung aus dem Wallis überrascht worden, dass der 44-Jährige ab sofort mit einem Vertrag bis Ende Saison Trainer im Tourbillon wird.

Seit der Trennung von GC im letzten Frühling ist es nämlich ruhig um den Fussballlehrer geworden, war er ein seltener Gast in der Gerüchteküche gewesen, wenn es um bevorstehende Trainerwechsel ging. Was damit zusammenhing, dass er sich kaum in den Stadien blicken liess.

Yakin schien nach dem Abgang bei GC nicht besonders scharf darauf, möglichst schnell ins Geschäft zurückzukehren. Vielleicht hatte er aber auch nur auf den Moment gewartet, bis Constantin seinen ungeliebten Trainer Maurizio …

Artikel lesen