Sport
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Brazil's David Luiz, left, and Oscar console each other alongside Hulk, center, and Fernandinho, right, after the Netherlands 3-0 victory over Brazil in the World Cup third-place soccer match between Brazil and the Netherlands at the Estadio Nacional in Brasilia, Brazil, Saturday, July 12, 2014. (AP Photo/Natacha Pisarenko)

Nach der Niederlage im Spiel um Platz 3 bleibt der Seleçao erneut nichts als Frust. Bild: Natacha Pisarenko/AP/KEYSTONE

Mittelfeld-Spieler Oscar

Brasilianisches Déjà-vu: «Wir haben alles versucht, aber es war nicht unser Tag»

Die WM geht für den Gastgeber mit einer weiteren, heftigen Enttäuschung zu Ende. Nach dem desaströsen 1:7 im Halbfinal gegen Deutschland taucht Brasilien auch gegen Holland mit 0:3. Den Spielern bleibt erneut nur, sich beim Volk zu entschuldigen.

13.07.14, 02:28 13.07.14, 08:06

Die historische 1:7-Pleite gegen Deutschland war die höchste WM-Niederlage in der Geschichte Brasiliens. Die zweithöchste? Das 0:3 gegen Holland im Spiel um Platz 3 – gemeinsam mit dem Final an der WM 1998, der mit dem gleichen Resultat zu Ende ging. Ansonsten hat Brasilien an einer Weltmeisterschaft noch nie mit mehr als zwei Toren Unterschied verloren.

«Es ist ein schlimmes Gefühl», stammelte Mittelfeldspieler Oscar. «Ich weiss nicht, was ich sagen soll. Wir haben alles versucht, aber es war nicht unser Tag.» Die Analyse von Captain Thiago Silva war ebenfalls wenig gehaltvoll. «Uns bleibt das Gefühl der Frustration. Dass es so zu Ende geht, haben wir nicht verdient», so der Abwehrchef. «Wir müssen uns beim Volk entschuldigen.»

Scolari: «Verbandspräsident entscheidet über Zukunft»

Dass die Tage von Trainer Felipe Scolari gezählt sind, dürfte jedem mit einem Funken Fussball-Sachverstand klar sein. Der 65-Jährige mochte mit den Medien nicht darüber diskutieren.

«Es ist die Entscheidung des Verbandspräsidenten, was mit mir passiert. Ich überlasse das ihm. Ich werde meine Zukunft nicht mit Ihnen diskutieren», sagte er den Reportern.

A Brazil fan waves a sign targeted at Brazil's coach Luiz Felipe Scolari before the 2014 World Cup third-place playoff between Brazil and the Netherlands at the Brasilia national stadium in Brasilia July 12, 2014.     REUTERS/Jorge Silva (BRAZIL  - Tags: SOCCER SPORT WORLD CUP)        TOPCUP

2002 führte Scolari Brasilien zum WM-Titel – nun ist seine Zeit abgelaufen. Bild: JORGE SILVA/REUTERS

Robben: «Kater ein wenig weggespült»

Mehr noch als die Brasilianer trauern die Holländer nach wie vor dem verpassten WM-Final nach – klar, schliesslich scheiterten die Oranje erst im Penaltyschiessen an Argentinien. «Wir sind auf schreckliche Art und Weise im Halbfinale gescheitert», erinnerte Bondscoach Louis van Gaal gemäss dem Kicker. «Wir hätten im Finale sein sollen.» Zum Spiel um Platz 3 meinte der neue Manager von Manchester United, die Brasilianer hätten den Holländern viel Platz gegeben: «So konnten wir gut aufspielen.»

(L-R) Netherlands' coach Louis van Gaal, Netherlands' forward Arjen Robben and Netherlands' midfielder Nigel de Jong celebrate at the end of the third place play-off football match between Brazil and Netherlands during the 2014 FIFA World Cup at the National Stadium in Brasilia on July 12, 2014. Netherlands won 3-0.  AFP PHOTO / VANDERLEI ALMEIDA

Holland verlässt die WM doch noch mit einem Lächeln: Trainer Louis Van Gaal, Arjen Robben und Nigel de Jong. Bild: AFP

Arjen Robben sprach von einem schönen Ende des Turniers: «Hiermit haben wir den Kater ein wenig weggespült.» Dennoch überwiegt beim Angreifer des FC Bayern München die Enttäuschung über den verpassten Final weiter. «Wie waren so nah dran. Wir haben alles gegeben, ich bin so stolz», sagte Robben. «Es war ein Fest, mit diesem Team zu spielen, wir hatten das Finale verdient. Ich bin komplett leer.»

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jol Bear 13.07.2014 11:54
    Highlight Die Brasilianer sind wohl Opfer der hohen Erwartungen geworden. Die WM im eigenen Land gewinnen zu müssen, das ganze Drumherum, das war zu viel. Sie waren nicht mehr in der Lage, sich auf das, worum es eigentlich gegangen ist, zu konzentrieren: Fussball spielen, Match für Match, Minute zu Minute, und dazwischen sich erholen und auf das nachfolgende Spiel und Gegner vorzubereiten. Das Ergebnis dieser Konfusion war eine Mannschaft ohne System und ohne Ordnung. Fussball, wie er auf jedem Schulhof zu sehen ist. Sie rannten unkontrolliert nach vorne, vernachlässigten Defensivaufgaben und standen sich bei Angriffsaktionen oft gegenseitig im Weg. Es war keine Koordination erkennbar. Ob Scolari da versagt hat oder nicht? Möglicherweise sind die Spieler derart auf den Pokal und die permanente Medienpräsenz fixiert gewesen, dass auch ein anderer Coach es nicht geschafft hätte, sie auf das Fussballspielen zu fokussieren.
    2 0 Melden
  • kiawase 13.07.2014 08:24
    Highlight schönes beispiel dafür was der Unterschied ist zwischen einem team und einem zusammengewürfelten Haufen von Starspielern. Mein Tip: Argentina
    0 1 Melden
    • _mc 13.07.2014 18:06
      Highlight Mit Ihrem Tipp widersprechen Sie aber Ihrer Aussage..?!
      0 0 Melden
  • BMS 13.07.2014 03:14
    Highlight Brasilianer die Lachtruppe an dieser WM - Viel zuviel Vorschuss-Lorbeeren für diese Erst-Liga Mannschaft. Wenn ihr Held - Neymar - ausfällt, geht gar nix mehr. Freut mich.
    5 2 Melden
    • Mia_san_mia 13.07.2014 03:57
      Highlight Wirklich peinlich!
      4 0 Melden

Nati-Debütant Mvogo «musste leiden, aber es war für mich ein Supermatch»

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