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BELO HORIZONTE, BRAZIL - JUNE 21:  Diego Maradona looks on during the 2014 FIFA World Cup Brazil Group F match between Argentina and Iran at Estadio Mineirao on June 21, 2014 in Belo Horizonte, Brazil.  (Photo by Ian Walton/Getty Images)

Maradona findet für den FIFA-Entscheid kein Verständnis. Bild: Getty Images South America

Prominente Schützenhilfe

Maradona haut wegen Suarez auf den Putz: «Warum schickt ihr ihn nicht gleich nach Guantánamo?»

Diego Maradona und Uruguays Präsident José «Pepe» Mujica haben kein Verständnis für die Sperre von Luis Suarez. Argentiniens Fussball-Legende vergleicht die FIFA mit der Mafia, während Mujica eine Verschwörung wittert.

27.06.14, 08:25 27.06.14, 10:19

Das Urteil der FIFA gegen Luis Suarez scheidet die Gemüter. Nach seiner Beiss-Attacke gegen den Italiener Giorgio Chiellini wurde der Uruguayer vom Weltverband für neun Länderspiele gesperrt und vier Monate von allen «fussballerischen Aktivitäten» suspendiert. Damit ist für den 27-jährigen Stürmerstar auch die WM vorzeitig beendet. Während das harte Vorgehen der FIFA vielerorts auf Zustimmung stösst, machen sich jetzt auch prominente Stimmen für Suarez stark.

Die Fans stehen hinter ihrem Schützling. Bild: STRINGER/URUGUAY/REUTERS

Verteidigung von ganz oben

Jetzt nimmt sogar Uruguays Staatspräsident José Mujica das derzeit grösste Problemkind seines Landes in Schutz: «Er wird nicht dafür gelobt, ein grosser Philosoph oder Mechaniker oder ein Mensch mit guten Manieren, sondern ein guter Fussballspieler zu sein.»

«Suarez wird nicht dafür gelobt, ein grosser Philosoph oder Mechaniker oder ein Mensch mit guten Manieren zu sein.»

Uruguays Präsident José Mujica

Auch in Diego Maradonas Talkshow «De Zurda» beim venezuelanischen Fernsehsender «Telesur» meldet sich José Mujica zu Wort: «Luis wurde nicht in einer Universität grossgezogen. Er trägt die Aufsässigkeit der Jungs in sich, die von ganz unten gekommen sind. Und denen wird nichts verziehen», analysiert Mujica die Lage.

«Suarez Sperre hat vor allem damit zu tun, dass wir nur die kleiner Uruguayer sind. Wir haben den Fehler begangen, Italien und England hinter uns zu lassen, und werden jetzt dafür bestraft», poltert der Präsident. Schon seitdem die FIFA Untersuchungen eingeleitet hatte, wittert «La Celeste» eine Verschwörung: Die FIFA wolle das Team schwächen.

Maradona im venezuelanischen Fernsehen «Telesur». Screenshot: Youtube

Auch Maradona schlägt sich auf die Seite des Beissers

Diego Maradona unterstützt die Meinung des Präsidenten: «Es schmerzt, dass sie die Karriere eines aufstrebenden Jungen derart unsanft unterbrechen. Dabei sitzen bei der FIFA bekanntlich auch nicht nur Heilige.» Nachdem er sich in Rage geredet hat, wird Maradona noch deutlicher: «Der Entscheid ist ein unglaubliches Mafia-Ding. Warum schickt ihr ihn nicht gleich nach Guantánamo?»

«Warum? Wen hat er getötet?»

Diego Maradona.

Argentiniens Fussball-Legende weiss aus eigener Erfahrung, wie sich eine WM-Sperre anfühlt. 1994 beim Turnier in den USA war der «Goldjunge» nach zwei Spielen des Dopings überführt und ebenfalls suspendiert worden. Entsprechend überzeugt ihn die Argumentation der FIFA auch im Fall Suarez nicht: «Warum? Wen hat er getötet?»

Die ganze, 27-minütige Sendung auf Spanisch. Video: Youtube/Cara De Lentes

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    Alle Leser-Kommentare
  • Jol Bear 27.06.2014 17:06
    Highlight Gut, Maradona war einer oder sogar der beste Fussballer, die bisher gelungenste Symbiose zwischen Mensch und Ball. Was Fairness betrifft, ist er allerdings ein schlechter Ratgeber und wenig glaubwürdig (Doping, Handsgoal gegen England). Ebenso ist bei Äusserungen von Politikern, hier der Präsident von Uruguay, Skepsis geboten. Der wird sich aus wahltaktischen Gründen der Mehrheitsmeinung der Fans anschliessen, disqualifiziert sich damit aber gleich selbst. Der Fussballverband Uruguay's soll das Urteil anfechten und dann darauf hoffen, dass die FIFA die zweifellos etwas zu radikale Bestrafung mildert. Das Vergehen aber zu verharmlosen, ist skandalös und unsinnig, öffnet Tür und Tor für Unsportlichkeiten allerorts, besonders auch auf den Junioren-Fussballplätzen.
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