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Nach dem Tod von Andy Rihs ist sein Bruder Hansueli (rechts) der starke Mann bei YB.  Bild: KEYSTONE

Schnappt sich jetzt ein Oligarch YB? 3 Szenarien, wie es nach dem Tod von Rihs weitergeht

Ohne Andy Rihs wäre YB wohl schon lange pleite: Die Young Boys verlieren ihren Patron und Geldgeber mitten in der Meister-Euphorie. Wird der Verein nun verkauft?

19.04.18, 15:41 20.04.18, 08:23
Adrian Müller
Adrian Müller

Der YB-Fussballgott ist mal wieder ein Teufel. Nur wenige Tage vor einer möglichen Meisterfeier stirbt YB-Patron Andy Rihs 75-jährig an Blutkrebs. Dies nachdem er jahrelang Geld eingeschossen hatte. 

Über 50 Millionen Franken sollen er und sein Bruder seit 2005 in den Verein investiert haben. Ohne das Engagement der Gebrüder Rihs wäre YB nie dort, wo der Klub jetzt steht. An der Spitze. 

Der Multimillionär war seit längerer Zeit krank. Wer nimmt nun seinen Platz bei den Bernern ein? «So wie ich ihn kenne, hat er vieles, aber nicht alles geregelt. Die neue Lösung soll Raum für Chancen bieten», sagt ein Insider zu watson, der dem Velounternehmer wie auch YB nahe steht. 

Für die Berner Fussball-Fans stellt sich nun die bange Frage: Wie verändern sich die Besitzverhältnisse bei den Young Boys nach dem Tod von Andy? 

Szenario 1: Jöggi Rihs bleibt «YB-Kapitän»

Die gute Nachricht zuerst. Mit Bruder Hansueli «Jöggi» Rihs (73) ist und bleibt ein finanzstarker Zürcher vorerst der starke Mann bei YB. «Er war zwar immer Andys kleiner Bruder, aber auch er ist eine grosse Persönlichkeit», sagt der Insider weiter. 

Aber auch Jöggi ist nicht mehr der jüngste. So sind die Gerüchte über einen Verkauf der YB-Aktien nie abgerissen. «Wenn der Preis stimmt, sind wir verkaufsbereit», sagte Andy Rihs 2016 der «Schweiz am Sonntag». Man geht von einer Summe von rund 120 Millionen Franken aus. Die Rihs-Brüder hatten laut «Bilanz» einst 37 Millionen für die Sport und Event Holding – der Muttergesellschaft von YB und dem Stade de Suisse – bezahlt. 

Insider glauben aber nicht, dass Hansueli Rihs seine Aktien bald abstösst. «Es gibt keine schnelle Lösung, sonst hätte man die Sache schon früher abgewickelt.»

Hansueli Rihs.  Bild: KEYSTONE

Szenario 2: Oligarchen steigen ein

Ob arabische Scheichs oder russische Oligarchen: Schwerreiche Ausländer haben sich in Europa schon manchen Klub unter den Nagel gerissen. Man erinnere sich nur an Bulat Tschagajew, der Neuenburg Xamax 2012 in den Ruin trieb. Droht dies nun auch YB? 

«Sollte es in Zukunft zu einer Handänderung kommen, würde diese Transaktion sicher sehr verantwortungsvoll und umsichtig vollzogen werden.»

Hanspeter Kienberger

Beiden Investoren liege YB sehr am Herzen und seien ein Segen für YB, sagte Verwaltungsratspräsident Hanspeter Kienberger im Herbst 2017 dem Vereinsmagazin «YB-MAG». 

Bleibt die Option, dass Rihs bei einem YB-Exit nur das Stadion, aber nicht den Klub verkauft, um den Deal für Investoren erschwinglicher zu machen. Das wäre alles andere als optimal: In diesem Falle müsste YB jedes Jahr Millionen an Mietzinsen bezahlen.

Der frühere Stadionbauer Bruno Marazzi warnt: «Wenn man Stadion und Club auseinandernimmt, ist der Club in einigen Jahren pleite», sagte er dem «Bund». 

Bulat Tschagajew. Bild: KEYSTONE

Szenario 3: Berner Investoren übernehmen YB 

Seit 2005 ist YB in Zürcher Besitz. «Irgendwann wollen wir YB in andere Hände geben. Am besten wäre, wenn unsere Nachfolger Berner wären», so Andy Rihs. 

Aber noch ist weit und breit kein Berner Investor in Sicht. «Ich würde YB nicht einmal gratis übernehmen», sagte etwa Ypsomed-Milliardär Willi Michel zum «Bund».

«Ich würde YB nicht einmal gratis übernehmen.»

Willi Michel ypsomed

Auch Stadionbauer Marazzi will sich nicht mehr bei YB engagieren. Er wolle kein weiteres Mal Hand bieten, YB zu übernehmen. «Für mich ist das Thema abgeschlossen», sagte er 2016. 

Er glaube nicht an eine Berner Lösung und kenne niemanden, der für YB viel Geld in die Hand nehmen würde, so Marazzi weiter. 

Verkauf hin oder her: Die YB-Fans wollen Rihs an einer Meisterfeier teilhaben lassen. «Holen wir diesen Pokal und stemmen ihn mit Stolz und Leidenschaft Richtung Himmel! Danke Andy Rihs und Ruhe in Frieden», schreibt die Fanseite gaeubschwarz.be

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Video: watson/nico franzoni, adrian müller

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10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hurlibueb 21.04.2018 03:17
    Highlight Finde es etwas schräg / unangebracht wenige Stunden nach Bekanntgabe des Tods von Andy Rihs über die Zukunft von YB zu spekulieren.
    Ich würrrdige all seine Taten für den Sport und bewundere ihn als grossartige Persönlichkeit.
    2 0 Melden
  • rundumeli 20.04.2018 00:15
    Highlight schon die würdigung von andy rihs hier mit ein paar nichtsagenden tweets war eher peinlich ... und jetzt dann noch mit seinem "kleinen bruder" rumzuwedeln, macht die sache nicht besser.

    natürlich wird hansueli im sinne seines bruders handeln!
    34 1 Melden
  • Maurizio Lattmann Donadio 19.04.2018 20:03
    Highlight Volker Eckel wäre auch noch eine Option ;-)
    21 2 Melden
  • Sheldon 19.04.2018 18:52
    Highlight Es gäbe da noch einen Volker Eckel, Erich Vogel hat sicher noch seine Telefonnummer.

    https://www.watson.ch/Unvergessen/GC/670009191-28-04-2009--Maerchenprinz-Volker-Eckel-legt-GC-mit-300-Millionen-Versprechen-aufs-Kreuz
    17 14 Melden
  • CasRas 19.04.2018 17:15
    Highlight Es jetzt wie der FCB machen: Sich für die Champions League qualifizieren und unabhängig werden von Mäzenen.
    76 23 Melden
    • Texup 19.04.2018 17:44
      Highlight So wie Thun? Oder Züri? Einmal (zuerst mal Quali schaffen!!!) CL reicht nirgens hin. Zumal wird es in Zukunft noch schwieriger die CL zu erreichen und somit an das grosse Geld zu kommen. In Basel war dies ein Prozess über ein Jahrzehnt. YB ist noch nei 0 (NULL!!!)
      57 23 Melden
    • Triumvir 19.04.2018 17:45
      Highlight Träumen und oder beten darf man natürlich 😂YB‘ler bleibt bei euren gut schweizerischen Fussballleisten🤪
      17 53 Melden
    • Linus Luchs 19.04.2018 22:20
      Highlight CasRas, wie der FCB diese Saison aufzeigt, ist die CL eben nur ein Teil des Erfolgsrezepts. Der andere Teil ist eine durch und durch professionelle Vereinsstruktur und -führung. Wenn es hier mangelt (z.B. weil der Sportchef emotionale Entscheidungen trifft), dann bleiben die CL-Millionen in weiter Ferne. Der Erfolg steht und fällt mit der Professionalität der Entscheidungsträger.
      14 4 Melden
  • Real John Doe 19.04.2018 17:03
    Highlight Zur Erinnerung: Bulat Tschagajew war kein Oligarch. Er war und ist ein Gauner und Betrüger.
    198 4 Melden

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