Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Ein kleiner Junge gratuliert dem Rückkehrer. Bild: twitter/@johnoreagan777

Irlands Antwort auf Forrest Gump

Einmal um die Welt rennen – Vor vier Jahren lief Tony Mangan los, heute ist er nach 50'000 Kilometer in seiner Heimat angekommen

Bis Tony Mangan dreissig Jahre alt ist, rennt er gar nicht. Heute hat der Irländer die letzte Route in seiner Heimat unter die Füsse genommen und somit die Welt umrundet.

27.10.14, 19:28 27.10.14, 20:07

Tony Mangan ist 1957 in Dublin zur Welt gekommen. Als Mangan zwanzig Jahre alt ist, liest er ein Buch von Dervla Murphys, die von Irland nach Indien mit dem Fahrrad gefahren ist. So kommt der Ire auf den Geschmack und will die Abenteuer seiner Landsfrau selbst erleben. 

Im August 1978 nimmt er die gleiche Strecke wie Murphys in Angriff. Nach 15 Monaten hat Mangan es geschafft. Und macht weiter. In den nächsten 15 Jahren bereist Mangan, der früher nur etwas Fussball gespielt hat, zahlreiche Länder. 

Ein Selfie eines verrückten Iren namens Tony Mangan. Bild: theworldjog.com

Als er 1994 in die USA umzieht, beginnt der Ire das Velo links liegen zu lassen und zieht zu Fuss los. Mangan, der nach eigener Aussage «bis fast 30 nie gerannt» ist, hat grosse Freude daran, die Welt ohne Hilfsmittel zu erkunden.

«Ich glaube noch immer, dass Laufen der beste Weg ist, um die Welt zu sehen. Ich glaube, dass ich auf die Welt gekommen bin, um um die Welt zu rennen. »

Tony Mangan. independent.ie

Unglaubliche Rekorde 

Auch in den folgenden Jahren kennt der Mann (offensichtlich) keine natürlichen Grenzen. Treu seinem Lebensmotto «Alles ist möglich» holt Mangan unglaubliche Rekorde: Als erster Athlet rennt Mangan an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mindestens 200 Kilometer pro Tag. 2007 joggt er bei einem Indoor-Event in 48 Stunden sagenhafte 426,178 Kilometer - die zehnfache Marathondistanz. Auf dem Laufband erreicht Mangan in 48 Stunden ebenfalls 405 Kilometer.  

Es ist also fast logisch, dass der frühere Bauarbeiter seinen langersehnter Wunsch, die Welt zu Fuss zu erkunden, 2010 in Angriff nimmt. Die Kosten von 40'000 Euro tragen dabei mehrer Gönner und Sponsoren.

«Ein paar Leute haben mich auf der Reise tatsächlich nach Forrest Gump gefragt – aber ich nannte ihn jeweils einen Feigling, weil er seinen Lauf durch die USA nicht beendete.» 

Ein feixender Mangan angesprochen auf die Filmfigur Forrest Gump.  independent.ie

Gesagt, getan. Der frühere Bauarbeiter ist seit Oktober 2010 durch fünf Kontinente, sechs Wüsten und 41 Länder gerannt. Die Gesamtdistanz seiner Route betrug schlappe 50'000 Kilometer. Seine absolvierte Strecke entsprach umgerechnet 1185 Marathons, im Schnitt also fast 300 Marathons pro Jahr.

Der Rekordmann hat in den vier Jahren einige Grenz-und Extremerfahrungen (durch-)machen dürfen: Einen üblen Fusspilz, der seinen Fuss erlahmen liess, Temperaturen von 50 Grad Celsius, mehrmals schwere Dehydration des Körpers, zahlreiche Verletzungen aller Art, unbegehbare Gebirgspfade in den Anden und Lastwagen, die ihn in Indien von der Strasse drängten. Mangan dazu: «Ich hatte auf meiner Reise unglaubliches Glück, als hätte ein Engel über mich gewacht.»

Mangan nach seiner Ankunft in Darwin, Australien. Bild: theworldjog.com

Nicht immer lief die Reise-Route wie geplant. So bekam der Irländer keine Visa für China und konnte wegen des Ukraine-Konflikts nicht nach Russland reisen. Auch Pakistan musste er auslassen, da die Sicherheit im Süden des Landes nicht gewährleistet war. 

Einmal um die Welt gejoggt. Bild: theworldjog.com

Seine Abenteuer und seine Reiseroute konnte man live miterleben. Der Irländer trug nämlich nicht nur ein GPS mit sich, sondern führte auch einen Blog namens «theworldjog.com», wo er seine Leser fast täglich mit Anekdoten fütterte. 

«Ich habe nur noch 1600 Kilometer vor mir. Diese sind sicher nicht gleich wie diejenigen anderer Leute.»

Mangan kurz vor dem Ziel.  independent.ie

Heute ist ein letztes Kapitel dazukommen. Mangan ist in Dublin bei einem Marathon im Ziel angekommen. Am selben Ort, wo das Abenteuer vor vier Jahren begann. Mangan plant, ein Buch über seinen Trip, der 1463 Tagen gedauert hat, zu schreiben. Genug spannendes Material hat Tony Mangan sicher. 

Nach vier Jahren ist Mangan in seiner Heimatstadt Dublin angekommen.



Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Das tödliche Drama der nordirischen Töff-Dynastie Dunlop

Die nordirische Familie Dunlop dominiert wie keine andere die Motorrad-Strassenrennszene von Grossbritannien. Doch sie bezahlt einen hohen Preis. So auch wieder vergangenes Wochenende.

«Heute gewinnt ein Dunlop», lautet nun schon seit Jahren der Running-Gag unter den Zuschauern der Motorrad-Strassenrennen in Grossbritannien. Und oftmals bewahrheitet er sich. Joey, Robert, Michael oder William – irgend ein Dunlop aus Ballymoney, einem 10'000-Seelendorf an der A26 in Nordirland, stand in den letzten Jahrzehnten oft zuoberst auf dem Treppchen.

Alleine bei der Tourist Trophy (TT) auf der Isle of Man, dem gefährlichsten Motorradrennen der Welt (257 Tote in 107 Jahren), hiess der …

Artikel lesen