Sport

7 Versuche, den Gegner abzulenken

Hosen runter und Kronjuwel raus für den Verein? Kein Problem. Diese Fans geben alles, damit ihr Team nicht verliert

Wie hilft man seinem Team, wenn alles Schreien nichts mehr bringt? Richtig, man sorgt dafür, dass die Gegner noch schlechter spielen. Um dieses Ziel zu erreichen, lassen sich gewisse Fans zu ungewöhnlichen Aktionen hinreissen.

14.04.14, 11:24

Bei einem Penaltyversuch im Fussball spielen die Nerven meist verrückt. Schliesslich ist der Elfmeterschuss ohne Einwirkung der gegnerischen Feldspieler die bestmögliche Chance, gegen den Torhüter zu treffen. Es lastet also eine grosse Verantwortung auf den Schultern des Schützen, den Strafstoss verwerten zu müssen. Diese Nervosität ist auch den gegnerischen Fans bewusst, was sie völlig schamlos auszunutzen versuchen.

Jüngstes Beispiel dafür am vergangenen Wochenende beim Spiel von Atlético Madrid: Diego Costa hat in der 66. Minute die Chance, sein Team gegen Getafe per Penalty mit 2:0 in Führung zu bringen. Doch Costa sieht seinen Schuss vom Schlussmann Getafes pariert. Da hat ihn der Vollmond hinter dem Tor wohl zu stark geblendet.

Diego Costa verschiesst den Elfmeter, nachdem ihm ein Getafe-Fan seinen Hinterteil gezeigt hat. GIF: Youtube/Biker Pham

Hängende Glieder, verkleidete Figuren

Dass die Fans nicht nur mit prächtigen Choreografien und originellen Fangesängen ihr Team unterstützen wollen, beweisen folgende Beispiele:

Hängendes Glied

Im Viertelfinale der Europameisterschaft von 2012 zeigt ein England-Anhänger, wie britischer Humor aussieht. Als Alessandro Diamanti zum entscheidenden Penalty zwischen Italien und England antritt, lässt der Fan seine Hosen fallen. Ohne jegliche Scham präsentiert er dem Schützen seine Kronjuwelen und hofft, Italiens Juwel Diamanti damit abzulenken. Es bleibt beim Versuch. Italien gewinnt und qualifiziert sich für die Halbfinals.

Trotz nacktem Unterkörper im Hintergrund trifft Diamanti vom Elfmeterpunkt und schiesst Italien ins Halbfinale. Bild: Keystone

Der Speedo-Mann

Nicht nur im Fussball haben Menschen Methoden entwickelt, den Spielern die Konzentration zu rauben. Im Basketball gehört es in Auswärtsstadien zum Alltagsbild. Schon fast zu einer Legende ist Patrick King aufgestiegen, Student des Colleges von Duke. Der «Speedo-Man» bittet beim Freiwurf der Gegner die restlichen Zuschauer sich hinzusetzen, während er oben entblösst und in engen Höschen wilde Akrobatik vorführt.

Mit Speedo-Badhosen zieht King die Aufmerksamkeit auf sich. GIF: Youtube/shewitt316

Allerlei Sachen zur Ablenkung haben die Fans der Virginia Cavaliers mit dabei: Ein Orchester, Drehräder, Spruchbänder und Gesichter auf Karton sollen dafür sorgen, dass der Mann beim Freiwurf weiche Knie bekommt. Bild: Getty Images North America

Green Men of Vancouver

Ganz skurrile Gestalten sind die grünen Männer der Vancouver Canucks. Neben der Strafbank der Auswärts-Mannschaft tanzen, hüpfen und jubeln zwei in grünen Ganzkörper-Anzügen verkleidete Männer und sorgen dafür, dass es den Spielern in der Kühlbox nicht langweilig wird. Wirklich ablenken lassen sich die harten Männer dadurch natürlich nicht, doch für Unterhaltung ist in der Eishalle von Vancouver gesorgt.

Kreativ sind die grünen Männer allemal. Video: Youtube/Canucks

Borat an der Tour de France

Vielleicht bewirkt im Gegensatz zu den restlichen Fanaktionen diese Albernheit eine willkommenen Abwechslung. Haben die Velofahrer an der Tour de France doch derart zu beissen, lenkt ein Borat-Flitzer eventuell ein wenig vom Schmerz in den Beinen ab – so lange die Jungs neben der Strecke bleiben.

Junge Männer in Borat-Unterwäsche sprinten mit den Velofahrern den Berg hinauf. GIF: Youtube/miniRooney

Unnötige Aktionen

All die Ablenkungsversuche bleiben jedoch nur unterhaltsam, so lange die Fans keinen direkten Einfluss aufs Spiel nehmen oder das Spielfeld betreten.

Laser-Attacken

Ein beliebtes und schwer unter Kontrolle zu bringendes Hilfsmittel ist der Laserpointer. Mit einem dicken grünen Punkt blenden die Fans die Spieler bei Penaltys oder Freistössen und stiften für Unruhe. Im Gegensatz zum Vollmond von Getafe ist diese Blendmethode einiges häufiger zu sehen. Das letzte Mal im Champions-League-Viertelfinal zwischen Barcelona und Atlético Madrid. Als Ausrede für die enttäuschende Leistung Messis gilt es jedoch nicht, schliesslich sind die Superstras an die Unsitte gewöhnt.

Messi wird von einem Laserpointer geblendet. Bild: Getty Images Europe

Fang mich doch

Der jüngste Fall von Spielmanipulationsversuchen in der Super League ist dagegen seltener anzutreffen. Im vergangenen Jahr stürmte ein tierischer Anhänger ohne Rücksicht auf Verluste das Thuner Spielfeld. Dabei liess sich der Marder von Thun sogar zu Beiss-Attacken hinreissen. Wild-West-Szenen im Berner Oberland.

Besser als das Video selbst ist eigentlich nur sein Titel: FOOTBALL PLAYER ALMOST GETS KILLED BY A DEADLY ANIMAL!!!!!! Video: Youtube/kinton buck

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