Strasse

Bald genügt Blasen für eine beweissichere Alkoholkontrolle. Bild: KEYSTONE

Neue Messverfahren

Promille-Sünder müssen nicht mehr zum Bluttest

Neues Messverfahren bei alkoholisierten Verkehrsteilnehmern: Neu liegt der Grenzwert bei Autofahrern nicht mehr bei 0,5 Promille, sondern bei 0,25 Milligramm pro Liter Atemluft.

17.11.14, 15:51

Ab dem 1. Juli 2016 soll eine beweissichere Atemalkoholprobe die Fahrtüchtigkeit oder eben Angetrunkenheit von Autofahrenden belegen. Blutproben sollen nur noch bei Verdacht auf Drogenkonsum durchgeführt werden oder wenn es der Betroffene verlangt.

Die Resultate der Tests müssen künftig nicht mehr in die Blutalkoholkonzentration umgerechnet werden. Massgebend wird neu der «angezeigte, tatsächlich gemessene Atemalkoholwert» sein, wie das Bundesamt für Strassen (ASTRA) am Montag mitteilte. Die Massnahme gehört ins «Via sicura»-Paket, das das Parlament 2012 verabschiedet hat.

Milligramm pro Liter Atemluft

Neu wird der Alkoholkonsum in Milligramm pro Liter Atemluft (mg/l) gemessen: 0,25 Milligramm mg/l entsprechen dem heutigen Grenzwert von 0,5 Promille, 0,4 mg/l entsprechen 0,8 Promille. In jedem Fall sind bei Verdacht auf Alkoholisierung zwei Messungen notwendig.

Dabei unterscheidet das ASTRA zwei Messgeräte: Bei Proben mit Atemalkoholtestgeräten genügt das Ergebnis nur dann als Beweis, wenn es unter 0,4 mg/l liegt und die betroffene Person den Wert mit ihrer Unterschrift anerkennt. Vor der Messung muss eine Wartezeit von 20 Minuten eingehalten oder eine Mundspülung vorgenommen werden, um sicherzustellen, dass kein Mundalkohol mehr vorhanden ist.

Technisch hoch entwickelte Atemalkoholmessgeräte, die in zahlreichen EU-Staaten bereits eingesetzt werden, können hingegen auch im Bereich 0,8 Promille (oder 0,4 mg/l) den Atemalkoholwert beweissicher bestimmen, wie das ASTRA schreibt. 

Mundspülung nicht mehr nötig

Auch eine Mundspülung ist nicht nötig, da diese den Mundalkohol erkennen. Weil diese Messgeräte die Temperatur des abgegebenen Atems oder auch den Luftdruck mitberücksichtigen, ist aber eine Wartezeit von zehn Minuten notwendig – bei Mundalkohol weitere fünf Minuten.

Das ASTRA hat die entsprechenden Verordnungsänderungen bis am 17. Februar 2015 in die Anhörung geschickt. Das «Via sicura»-Programm war 2012 vom Parlament verabschiedet worden und wird schrittweise umgesetzt. Unter anderem Teil davon ist das Alkoholverbot für Neulenkende oder das obligatorische Fahren mit Licht auch am Tag. (whr/sda)

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Gestatten, das ist Zürichs neuster Super-Blitzer

Die Standorte von Radaranlagen wechseln laufend: Neu wird die Kreuzung Glaubtenstrasse/Wehntalerstrasse mit einem Blitzer kontrolliert. Die neue Anlage ist die erste dieser Art in der Stadt Zürich.

Was aussieht, wie eine komisch ausgerichtete Ampel, ist eine Radarfalle: An der Kreuzung Glaubtenstrasse/Wehntalerstrasse zwischen Zürich-Affoltern und Oerlikon steht ein brandneuer Blitzer – er ist, zumindest in der Stadt Zürich, der erste seiner Art.

Gemäss Stadtpolizei Zürich ahndet der Radar wie die meisten Anlagen nicht nur Schnellfahrer, sondern auch Rotlicht-Übertreter. Neu ist aber, dass die Messungen mittels Trackingradar vorgenommen werden und nicht wie sonst üblich via Schlaufe im …

Artikel lesen