Syrien
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

An der Grenze zur Türkei

IS veröffentlicht Video von Angriff auf Kobane

Ticker: Kobane 02.10.2014

Nach einem weiteren Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat sich die Lage in der nordsyrischen Stadt Kobane zugespitzt. Nach Angaben des Chefs der selbst ernannten Regionalregierung von Kobane, Anwar Muslim, stellen sich 5000 bis 6000 Kurden den IS-Extremisten entgegen. Zudem seien noch einige Tausend Zivilisten in der Stadt.

Die kurdischen Volksschutzeinheiten bereiten sich auf Strassenkämpfe vor. Die USA und ihre Verbündeten bombardierten erneut IS-Ziele südlich und östlich von Kobane, wie die kurdische Internetseite Welati am Donnerstag berichtete.

PKK-Chef setzt Türkei unter Druck

Derweil setzt der inhaftierte PKK-Chef Abdullah Öcalan die türkische Regierung unter Druck: Sollten die Extremisten in der überwiegend von Kurden bewohnten syrischen Grenzstadt Kobani ein Massaker verüben, werde die Kurdische Arbeiterpartei PKK den Friedensprozess mit der türkischen Führung beenden, erklärte Öcalan. Seine Stellungnahme wurde am Donnerstag von einer der PKK nahestehenden Delegation verbreitet, die Öcalan am Mittwoch im Gefängnis besucht hatte. 

People pose with a giant portrait of jailed Kurdish militant leader Abdullah Ocalan of the Kurdistan Workers Party (PKK) during a gathering celebrating Newroz, which marks the arrival of spring and the new year, in Diyarbakir March 21, 2014. Ocalan called on the Turkish government on Friday to create a legal framework for their peace talks, whose fate is looking increasingly uncertain a year after he called a ceasefire by his fighters. Tens of thousands gathered in Diyarbakir, the largest city in Turkey's mainly Kurdish southeast, for the Kurdish new year celebrations of Newroz, where they listened to a statement written by Ocalan in his island jail of Imrali near Istanbul. REUTERS/Umit Bektas (TURKEY - Tags: POLITICS SOCIETY ANNIVERSARY)

Türkische Kurden vor einem Transparent des inhaftierten PKK-Chefs Abdullah Öcalan (21.03.2014). Bild: UMIT BEKTAS/REUTERS

Das türkische Parlament soll nach dem Willen der Regierung im Laufe des Tages die Armee zu einer Intervention in Syrien und im Irak bevollmächtigen. Eine Annahme gilt angesichts der grossen Mehrheit der Regierungspartei AKP als sicher.

«Ich rufe jeden in der Türkei, der nicht will, dass der Friedensprozess und der Weg zur Demokratie zusammenbricht, auf, für Kobani Verantwortung zu übernehmen», erklärte Öcalan. 

Kämpfer des Islamischen Staates (IS) belagern seit mehr als zwei Wochen Kobani im Norden Syriens. Mehr als 150'000 syrische Kurden sind in die Türkei geflohen. Die IS-Miliz geht mit brutaler Gewalt gegen Kritiker und Andersgläubige vor. Gegen die Miliz, die bereits grosse Teile in Syrien und im Irak unter Kontrolle hat, kämpfen in Kobane kurdische Volksverteidigungseinheiten (YPG), die mit der PKK verbündet sind.

SANLIURFA, TURKEY -  OCTOBER 1: (TURKEY OUT) A Turkish soldier stands guarded near an APC in the border as smoke billows from the Syrian beseiged town of Kobane near the southeastern town of Suruc in Sanliurfa province October 01, 2014. Turkish troops could be used to help set up a secure zone in Syria, if there was an international agreement to establish such a haven for refugees fleeing Islamic State fighters, President Tayyip Erdogan said in comments published on Saturday. Militants still held their positions around 10 kilometres west of Kobane inside Syria, witnesses said, with Kurdish positions the last line of defence between the fighters and the town. Kobane sits on a road linking north and northwestern Syria and Kurdish control of the town has prevented Islamic State fighters from consolidating their gains, although their advance has caused more than 150,000 Kurds to flee to Turkey since last week. (Photo by Ahmet Sik/Getty Images)

IS-Bomben gehen in Kobani nieder (01.10.2014)- Bild: Getty Images Europe

Europarat fordert Rettung Kobanes

 Der Europarat hat zur Rettung der nordsyrischen Stadt Kobane vor der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aufgerufen. Die internationale Gemeinschaft solle sofort eingreifen, um in der Stadt an der syrisch-türkischen Grenze eine humanitäre Katastrophe zu verhindern, heisst es in einer Entschliessung.

Die Versammlung verabschiedete diese am Donnerstag in Strassburg mit grosser Mehrheit. Die überwiegend von Kurden bewohnte Stadt werde beschossen, und «die Milizen des Islamischen Staats befinden sich auf dem Vormarsch», sagte die Berichterstatterin der Versammlung, die griechische Christdemokratin Theodora Bakoyannis. (whr/kri/sda/reu)



Abonniere unseren Newsletter

4
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • FourR 02.10.2014 17:41
    Highlight Highlight Irgendwie verstehe ich etwas nicht, ich denke die IS Leute sind Extremisten das heißt sie sind mehr gläubig als andere Moslems. Und im Koran steht sicher nicht geschrieben das sie morden sollen. Also verstoßen sie doch gegen den Koran. Das ist ein Widerspruch in sich.
    • stiberium 02.10.2014 18:38
      Highlight Highlight Jeder legt sein Religionsmärchen auf seine Weise aus. Die Menschen sollten mal kapieren dass es hier um Geschichten geht, nach deren Inhalt jeder sein Leben richten darf wenn er das möchte. Es kann aber auf keinen Fall im Sinne einer Religion sein Andersgläubige/nicht Gläubige mit Zwang und Androhung von Tod von der ihren zu überzeugen und die Ideologie über den gesunden Menschenverstand und die Nächstenliebe zu stellen. Religion ist ein Widerspruch in sich.
    • Durtydawg 03.10.2014 01:44
      Highlight Highlight Extremismus hat nichts mit Religion zu tun:
      "Als „extremistisch“ werden also jene Teile eines politischen Spektrums gekennzeichnet, von denen eine aktive Gefährdung der Grundwerte der zur Zeit herrschenden politischen Ordnung angenommen wird."
      Quelle Wikipedia - http://de.m.wikipedia.org/wiki/Extremismus

    • stiberium 03.10.2014 13:00
      Highlight Highlight Dann sprechen wir halt von Glaubenskriegern und nicht Extremisten. ;)

Dschihad-Geschwister aus Winterthur schweigen vor Gericht – 8 Fragen zum Prozessauftakt

An Weihnachten 2014 reisten zwei Teenager aus Winterthur nach Syrien und sollen sich dort dem «IS» angeschlossen haben. Ein Jahr später kehrten sie unvermittelt in die Schweiz zurück. Am Montag stehen die Jugendlichen vor Gericht.

Mittlerweile sehen Vedad* und Esra* nicht mehr nach IS-Reisenden aus: Der heute 19-Jährige mit kurz geschnittenem Vollbart hat seine Haare für den Gerichtsprozess zu einem kleinen Knoten zusammengebunden. Seine 18 Jahre alte Schwester trägt Rossschwanz, Perlenohrstecker, enge Jeans und ein modisches Jäckchen.

Am Montag machen die Geschwister vor dem Jugendgericht Winterthur von ihrem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch. Die junge Frau hält dieses Schweigen konsequent durch. Ihr Bruder …

Artikel lesen
Link to Article