Syrien
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

3,2 Millionen Syrer auf der Flucht

Libanon schliesst Grenzen für syrische Flüchtlinge

18.10.14, 16:11

Der Libanon hat seine Grenzen für Flüchtlinge aus dem benachbarten Syrien weitgehend geschlossen. Es würden jetzt deutlich weniger ins Land gelassen als früher, sagte die Vertreterin des UNO-Flüchtlingshilfswerks in Libanon, Ninette Kelley.

Die Regierung begründete den Entscheid damit, dass bereits jetzt zu viele Flüchtlinge dort lebten. Ein Viertel aller Menschen im Libanon sind Flüchtlinge, das sind pro Kopf mehr als in jedem anderen Land der Welt. Viele von ihnen leben in ärmsten Verhältnissen.

Der Libanon zählt rund 4,5 Millionen Einwohner und hat mehr als eine Million Syrer aufgenommen. In der Bevölkerung stossen sie mittlerweile auf eine zunehmende Ablehnung.

3,2 Millionen Syrer auf der Flucht

Sie würden den Einheimischen die Jobs wegnehmen und Löhne drücken, heisst es. Schulen und Spitäler seien wegen der Flüchtlinge überfüllt. Nach offiziellen Angaben werden weitere Flüchtlinge nur bei dringenden humanitären Gründen ins Land gelassen.

UNO-Vertreterin Kelley rief dazu auf, dem Libanon mit Investitionen in seine Infrastruktur dabei zu helfen, den Zustrom von Flüchtlingen zu verkraften. Nach UNO-Angaben haben 3,2 Millionen Syrer ihre Heimat wegen des Bürgerkrieges dort verlassen. Viele sind in die Türkei und nach Jordanien gegangen.

Der Libanon hat vor mehr als 60 Jahren Zehntausende Palästinenser aufgenommen, die aus dem Gebiet des heutigen Israel geflohen waren oder von dort vertrieben wurden. Die Flüchtlingslager bestehen heute noch, oft als Slums. Hunderttausende Menschen leben dort. (sza/sda/reu)



Abonniere unseren Daily Newsletter

1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 19.10.2014 09:19
    Highlight Und die reichen Golfstaaten schauen zu?
    Wieso werden keine Appelle an die Golfstaaten gerichtet, die genug finanzielle Mittel haben, um Flüchtlinge aufzunehmen? In Dubai stehen riesige Bürotürme leer, die Flüchtlinge aufnehmen könnten, zumal der Anreiseweg ungleich kürzer ist und es sich um Menschen mit demselben kulturellen Hintergrund handelt. Den Christen möchte man das weniger zumuten, aber die hätten in Europa auch wesentlich bessere Chancen zur Integration.
    Oder sind die Golfstaaten nur für die Aufnahme von Waffen aus Europa zuständig?
    3 0 Melden

2011 löste ein Graffiti in Daraa den Syrien-Krieg aus – jetzt greift Assad die Stadt an

Ost-Ghuta ist gefallen, nun dürfte Syriens Machthaber Baschar al-Assad die letzten Rebellenhochburgen angreifen: Idlib - und Daraa, wo der Aufstand 2011 begann. Jordanien und Israel sind alarmiert.

Die Schuljungen, die im Februar 2011 in Daraa das Graffiti «Das Volk will den Sturz des Regimes» auf eine Häuserwand sprühten, konnten nicht ahnen, was dieser Satz auslösen würde.

Erst verhaftete das Regime von Baschar al-Assad die Kinder und folterte sie, dann gingen die Menschen in der südsyrischen Stadt auf die Strasse, um gegen den Diktator von Damaskus zu protestieren – und der erklärte schliesslich: «Wer die Schlacht haben will, kann sie haben».

Syrien, wie es einmal war, existiert nicht …

Artikel lesen