Syrien

Omar al-Shishani und Shakir Wahiyib

Der ISIS-Chef ist ein Phantom, aber diese zwei Offiziere geben der Terrorbande ein Gesicht

04.07.14, 12:14 04.07.14, 12:30

Die beiden Aufnahmen von Abu Bakr al-Baghdadi entstanden eher zufällig, eine davon im Gefängnis. Ansonsten vermeidet der Chef der Terrormiliz ISIS tunlichst, Bilder von sich zu verbreiten. Das soll seinen Häschern die Jagd erschweren und ihm ein jähes Ende ersparen, wie es Osama bin Laden ereilte.

Die meisten ISIS-Kämpfer tun es ihrem Anführer gleich und verbergen ihr Antlitz. Eine gesichtslose Organisation ist die ISIS trotzdem nicht: Zwei hochrangige ISIS-Offiziere tauchen regelmässig unverhüllt in Videos der Terrorbande auf: Omar al-Shishani und Shakir Wahiyib.

Omar al-Shishani ist gut an seinem roten Bart zu erkennen. Er ist einer von hunderten Tschetschenen in den Rängen der ISIS. «Unsere Ziele sind bekannt und jedermann weiss, wofür wir kämpfen. Wir wollen das Kalifat», sagt der 28-Jährige in einem am vergangenen Wochenende veröffentlichten Video. Stunden später rief die Gruppe in den von ihr kontrollierten Gebieten den islamischen Staat aus.

Omar al-Shishani

Video: Youtube/NewsNow

Laut der Nachrichtenagentur AP ist al-Shishani der Kommandant der ISIS in Syrien und möglicherweise auch im Irak. «Da die beiden Kriegsschauplätze kaum noch voneinander zu trennen sind, ist es gut möglich, dass jemand wie er zum Oberbefehlshaber aufgestiegen ist», sagt Charles Lister vom Brookings Doha Center.

Tschetschenen gehören zu den gefürchtetsten Kämpfern in Syrien. «Sie kommen nach Syrien und haben keine Ahnung von dem Land. Sie tun, was immer man ihnen befiehlt. Wenn der Emir verlangt, ein Kind zu töten, tun sie es», sagt Hussein Nasser, Sprecher der Islamischen Front, einem Bündnis aus sieben islamistischen Oppositionsgruppen im syrischen Bürgerkrieg.

Weniger hoch in der Hierarchie, aber mindestens so gefürchtet ist der Iraker Shakir Wahiyib. Sein Markenzeichen ist der Backenbart unter Aussparung der Oberlippe. Der «Wüstenlöwe», wie er von seinen Anhängern genannt wird, erlangte erstmals im vergangenen Sommer Berühmtheit, als er drei syrische Lastwagenfahrer hinrichtete, weil sie bei seinem Koran-Quiz durchfielen. 

Seither taucht er in zahlreichen Videos und Fotos auf, immer unverhüllt. Wie sein Kampfgenosse al-Shishani ist Wahiyib bereits mehrfach von der irakischen Armee für tot erklärt worden, die ultimative Anerkennung des Dschihadisten-Status. Beide tauchen jeweils wenig später in neuen Videos wieder auf.

Koran-Quiz

Video: Youtube/TodayNews1

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    Alle Leser-Kommentare
  • Adonis 04.07.2014 15:07
    Highlight Tja, Zombie. So einfach geht das nicht. Vorderhand herrscht die Einstellung all überall da unten: "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" und zwar so lange wie es Waffen gibt. Zudem schaufeln wir jeden Tag für fünfzigtausend Fass Oel Geld da runter. Assad und andere Lümmel sind Menschenschlächter und gehören nirgends in eine Regierung
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    • The Destiny 04.07.2014 15:59
      Highlight Na dann ich höre Ihre vorschläge Assad weg und wer dann an die Macht ?

      "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" Das ist die Strategie der USA siehe Al-Qaida. Das Geld für die ISIS kommt hauptsächlich von den Saudis, zustätzlich bekommen die noch unterstützung von den Amerikanern durch die Hilfsgüter für die Syrischen Rebellen die bei denen nie eintreffen.
      Die ISIS hat Scud Raketen aus dem Irak Raid (Ballistischer Raketentyp für Internationalen einsatz) die können mit Atombomben bestückt werden oder mit Assads nicht mehr vorhandenen Chemiewaffen.
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  • zombie1969 04.07.2014 13:18
    Highlight Die Lösung des Konflikts wird nur mit einer politischen Einbindung der Sunniten gelingen, aber dazu ist es nun zu spät. Das Chaos scheint bereits auf Jordanien überzugreifen.
    Die Isis ist ein Produkt des syrischen Bürgerkriegs, von den Ölstaaten finanziell und militärisch aufgerüstet. Hätte Assad weiterhin die Macht über ganz Syrien, gäbe es dieses Isis-Problem vermutlich nicht. Assad wäre das kleinere Übel gewesen.
    Neben der Isis sind die grossen Gewinner des irakischen Konflikts die Kurden, die Schiiten und der schiitische Iran, der sich als nahöstlicher Ordnungsfaktor aufbaut. Was wiederum von den sunnitischen Ölstaaten als Bedrohung angesehen wird. Der Konflikt wird daher noch viele Jahre weitergehen.
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