Syrien
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This image made from amateur video posted by Shaam News Network (SNN), an anti-Bashar Assad activist group, which has been verified and is consistent with other AP reporting, shows an explosion that destroyed the Carlton Hotel in Aleppo, Syria, Thursday, May 8, 2014. The rebel-claimed bombing Thursday in the northern Syrian city leveled the once luxurious hotel near the ancient Citadel that government troops used as a military base, causing multiple casualties, activists and militants said.(AP Photo/Shaam News Network via AP video)

Die Explosion im Carlton Hotel in Aleppo, Bild: AP/Shaam News Network

Bürgerkrieg in Syrien

Die Tunnelbauer von Aleppo

Er arbeitet unter der Erde, er untergräbt die Stützpunkte von Assads Truppen, er jagt sie in die Luft. Rebellenchef Abu Assad ist der meistgesuchte Mann Aleppos. 

21.05.14, 22:06

Ein Artikel von

Vor dem Aufstand gegen das syrische Regime war er Schreiner, nun befehligt er die Gruppe der Tunnelgräber von Aleppo: Abu Assad, ein braungebrannter Mann mit schwarzen kurzen Haaren und Vollbart, ist wohl der meistgesuchte Mann Aleppos.

Am 8. Mai haben sie Baschar al-Assads Unterstützern einen schweren Schlag versetzt: Mit 25 Tonnen Sprengstoff jagten sie das Carlton-Hotel in die Luft, das den Assad-Truppen als Stützpunkt diente. In einem Video ist die gewaltige Explosion zu sehen. 

Nun sprach Abu Assad erstmals mit Journalisten der britischen Zeitung "The Guardian". Der Anschlag, bei dem zwischen 30 und 50 Assad-Kämpfer ums Leben gekommen sein sollen, habe der Kampfmoral der Rebellen neuen Aufwind gegeben. 

"Seitdem wollen die Männer mehr als zuvor kämpfen", sagte Abu Assad. Zuletzt waren die Rebellen in Aleppo von den Regimeunterstützern aus manchen Vierteln wieder zurückgedrängt worden. 

epa04197213 A handout picture made available by Syrian Arab news agency SANA shows Syrian policemen inspect the damage of the Carton archeological hotel near Aleppo castle, after rebel groups from 'Islamic Front' bombed the archeological hotel in Aleppo province, Syria 08 May 2014. According to SANA, Foreign and Expatriates Ministry stressed in two identical letters sent Thursday to the UN Secretary-General and Chairman of the Security Council that the armed group calling itself

Die Ruine des Carlton Hotels Bild: EPA/SANA

Die Tunnelattacken treffen den Regime-kontrollierten Teil 

Aleppo ist eine geteilte Stadt, seit im Sommer 2012 die Rebellen einzogen: Im Westen herrschen die Assad-Krieger, im Osten die Aufständischen. Beide Seiten führen um die Stadt einen Krieg, der auf Zivilisten keine Rücksicht nimmt. 

Das Regime hat Kampfhubschrauber, Kampfjets und Scud-Raketen. Dagegen setzen die Rebellen auf Belagerungstaktiken wie aus dem Mittelalter. Durch ihre Tunnel können sie auch ohne Luftwaffe mitten im gegnerischen Gebiet zuschlagen. 

"Wir haben noch einige Überraschungen für sie", kündigt Abu Assad an. Insgesamt habe er den Bau von neun Tunneln geleitet. Der Hoteltunnel war mit 107 Metern Länge und 33 Tagen Bauzeit noch einer der kleineren. Ein anderer sei monatelang gegraben worden und habe eine Länge von 860 Metern. 

A Free Syrian Army fighter comes out of a tunnel in Aleppo's Bustan al-Qasr district September 10, 2013. REUTERS/Ammar Abdullah (SYRIA - Tags: POLITICS CIVIL UNREST CONFLICT) - RTX13FTK

Bild: Reuters



Schon die Kreuzritter gruben in Aleppo Tunnel 

Die Attacke auf das Luxushotel zerstörte das aufwendig restaurierte 150 Jahre alte Gebäude. "Wenn man über den Schutz historischer Gebäude reden will, muss man sich auch anschauen, was sie auf dem Gewissen haben", sagt Abu Assad über die Assad-Soldaten: Der Markt von Aleppo, Unesco-Weltkulturerbe, existiert nicht mehr. Die Zitadelle aus dem 13. Jahrhundert wird von Soldaten als Stützpunkt verwendet wie schon von den Arabern gegen die anstürmenden Kreuzritter. 

Auch die Tunneltaktik wurde damals schon angewandt. Als die Kreuzritter Aleppo einnehmen wollten, versuchten sie es ebenfalls mit dem sogenannten Unterminieren. Einer ihrer Anführer, Joscelin von Courtenay, Graf von Edessa, starb 1131 allerdings an den Folgen des Einsturzes eines Tunnels, den er bei der Belagerung einer kleinen Burg im Nordosten Aleppos graben liess. 

In der Stadt hat Abu Assad mit den Grabungen im Sommer 2013 angefangen. Er sei auf die Idee gekommen durch einen Palästinenser, der ihn besuchte. Im Gaza-Streifen nämlich dienen Tunnel seit Jahren dazu, Attacken vorzubereiten, sowie Lebensmittel und Waffen zu schmuggeln. (ras, Spiegel Online)

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