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US-Familie schaut circa 1958 in die Röhre. Bild: WikiCommons/US

«Voice of Switzerland»

Schart eure Lieben um den TV – solange ihr noch könnt 

«The Voice of Switzerland» gehört zur aussterbenden Gattung der familiären Samstagabendshows. Dass drei Generationen zusammen zur gleichen Zeit dieselbe Sendung sehen, wird bald Vergangenheit sein.

21.02.14, 15:52 22.02.14, 10:04

The Voice of watson

Bei watson, der vielleicht besten, sicher aber teuersten Schülerzeitung der Welt, betreuen wir den Start von «The Voice of Switzerland» heute Abend (ab 20 Uhr) auch ganz konsequent. Kinder kommentieren die Show per Tweet. Ihre (womöglich erwachsenen) Twitter-Anregungen binden wir unter dem Hashtag #VoiceofWatson ein. 

Das waren noch Zeiten! Als die gesammelte Familie in der guten Stube vor dem Fernseher sass. Die Anzahl der Kanäle war noch überschaubar, in den Shows gab's noch Assistentinnen und Aschenbecher und die Sendungen hiessen «Dalli Dalli» (ab 1971), «Am Laufenden Band» (ab 1974) oder «Teleboy» (dito).

Hans Rosenthal und Rudi Carrell, die alte Garde des Spielshow-Genres, wurde von den damals jungen Wilden abgelöst, die den Samstag zum Familienfest werden lassen sollten. So wie Kurt Felix, der aus «Teleboy» 1980 kurzerhand «Verstehen Sie Spass» bastelte, um nun auch deutschen Haushalten das Wochenende zu versüssen.

Rudi Carrell (rechts) 1979 mit den Schauspielern Horst Tappert («Derrick», links) und Karl Malden in München anno 1979 bei der Bambi-Verleihung. Bild: AP

«Teleboy» Kurt Felix. Bild: KEYSTONE

Hans Rosenthals berühmter Sprung bei «Dalli Dalli». Bild: WDR

Das Konzept war dasselbe wie das der Unterhaltungsshow «Wetten, dass.. ?», die am 14. Februar 1981 erstmals über den Bildschirm flimmerte: Am Samstag gibt es harmlose Spässe, Mainstream-Musik und lockere Gäste, die der Papi lustig findet, die auch die Kinder mögen und die Grosi nicht vergrätzen. «Benissimo» sendet ab 1992 ebenfalls in diesen Sphären.

Frank Elstner moderierte am 20. September 1985 «Wetten, dass.. ?» in Basel. Zehn Schweizer Manager kamen für die Stadtwette in Punk-Kleidung ins Studio. Bild: KEYSTONE

Turnheer alias «Beni National» feierte 1997 sein fünfjähriges «Benissimo»-Jubiläum. Bild: Keystone



Kurt und Paola Felix 1989 in Berlin. Bild: DPA DC

Doch diese Zeiten sind vorbei, geschätzter Freund der Samstagabend-Unterhaltungsshow. Vielleicht noch nicht jetzt, aber das Ende ist nahe. Nicht weil Markus Lanz als Nachfolger des «Wetten, dass.. ?»-Berufsjugendlichen Thomas Gottschalk versagt, sondern weil sich unsere Seh-Gewohnheiten ändern werden.

Der samstägliche TV-Abend ist deshalb vom Aussterben bedroht, weil der lineare samstägliche TV-Termin der Digitalisierung zum Opfer fallen dürfte. Indizien gefällig?

Das Serien-Genre zeigt, wohin die Reise geht: Schon heute besorgen sich findige Jugendliche ihre Lieblingsserien im Netz, schon heute reagieren einige Sender, indem sie ganze Staffeln am Stück versenden und schon heute werden ganze Serien wie «House of Cards» nur noch für das Internet produziert.

Gemeinsamer Generationen-Nenner: Kandidaten von «Die grössten Schweizer Talente». Bild: KEYSTONE

«Verstehen Sie Spass?» und «Benissimo» sind am Ende, das unehrenhafte Ausscheiden von «Wetten, dass.. ?» steht (hoffentlich) bevor. Unterhaltung finden Jugendliche heute bei zielgruppenorientierten Sendern wie «Joiz» oder bei Sendungen wie «Circus Halli Galli». Wenn sie nicht auf YouTube surfen oder gamen. Das Genre sucht seine Rettung im Casting-Konzept.

Geniessen Sie, solange Sie noch können

Eliane Müller entschied die Show 2012 für sich, auch, weil sie so natürlich war. Bild: KEYSTONE

Somit bleiben wohl nur noch zwei Formate, die Herr und Frau Schweizer – nebst den Kindern Reto und Regula sowie Grosi Priska und Grosspapi Heiri – am Samstagabend zusammenbringen können: «Die grössten Schweizer Talente» und «The Voice of Switzerland». Sie sind der letzte gemeinsame Nenner, auf den sich Generationen einigen, bevor auch sie «verbohlisiert» werden.

Geniessen wir also die letzten Jahre, während denen Kinder noch mit den Alten fernsehen, ohne sich zu langweilen, und wo die Alten noch mitgucken, ohne sich fremdzuschämen oder aufzuregen. 

Authentizität pur: Nicole Bernegger gewann 2013 «The Voice of Switzerland». Bild: KEYSTONE

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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