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Böhmermanns #Varoufake und «Deutschland 83» für Grimmepreis nominiert

Es war ein grosser, selbstreferenzieller TV-Moment: Als Jan Böhmermann behauptete, er habe Varoufakis' Stinkefinger gefälscht. Nun könnte er einen Grimmepreis bekommen. Im Bereich Fiktion gilt bei den Nominierungen: Serie schlägt «Tatort».



Ein Artikel von

Spiegel Online

Den Fernsehzuschauern brummte der Kopf, damals im März 2015: Der damalige griechische Finanzminister Giannis Varoufakis war bei der Talkshow von Günter Jauch zugeschaltet, er wurde mit dem Video einer Rede konfrontiert, bei der er Deutschland den Stinkefinger zeigte. Eine Fälschung, sagte Varoufakis. Tagelang ging es hin und her.

Und dann legte Jan Böhmermann noch einen drauf, behauptete in einem Filmbeitrag, seine Redaktion habe das Varoufakis-Video gefälscht. Fake oder nicht Fake? Fake des Fakes? Hä? Wie? Das ZDF fühlte sich zur Klarstellung genötigt, es gab Eilmeldungen, es gab Tweets, es war ein grosses selbstreferenzielles Medientheater.

Für die Jury des Grimme-Preises, Deutschlands wohl renommiertester Fernsehauszeichnung, war der #Varoufake aber vor allen Dingen eine Innovation im Bereich TV-Unterhaltung. In dieser Kategorie ist der Beitrag aus der ZDFneo-Sendung «Neo Magazin Royale» nämlich nominiert, neben «Das Lachen der Anderen» (WDR) und «Streetphilosophy» (RBB/Arte).

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#Varoufake und der Finger des Anstosses.
YouTube/NEO MAGAZIN ROYALE

Einen Spezialpreis im Bereich Unterhaltung könnten gleich zwei weibliche Comedians bekommen: Sowohl Carolin Kebekus für Pussy Terror TV als auch Martina Hill (Knallerfrauen, Sat.1) sind nominiert. Unter den regulären Nominierungen findet sich etwas überraschend die bereits abgesetzte Tele-5-Show Der Klügere kippt nach.

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Highlights von «Der Klügere kippt nach».
YouTube/TELE 5

Vier Nominierungskommissionen haben aus mehr als 800 Einreichungen insgesamt 76 Produktionen nominiert. 2015 sei «ein starkes Serienjahr» gewesen, urteilte das Grimme-Institut am Donnerstag im westfälischen Marl. Die deutschsprachige Serie habe sich ihren Platz zurückerobert.

Entsprechend wetteifern gleich vier Serien um einen der begehrten Preise für Qualitätsfernsehen in der Kategorie Fiktion. Darunter ist etwa Deutschland 83 (RTL), das beim Publikum nur mässig ankam, aber auch Weissensee (MDR), Weinberg (TNT) und «Lerchenberg» (ZDF).

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Herausragende Serie: «Deutschland 83».
YouTube/UFA Fiction

Nominiert wurde auch die Romanadaption «Nackt unter Wölfen» (ARD), die erst vergangene Woche den Deutschen Fernsehpreis für den besten Fernsehfilm bekommen hatte. Ungewöhnlich wenig bedacht wurde die «Tatort»-Reihe: Nur die NDR-Folge Borowski und die Rückkehr des stillen Gastes ist im Bereich Fiktion nominiert; der HR-Redakteur Jörg Himstedt und der Autor und Regisseur der Ulrich-Tukur-«Tatort»-Folge Wer bin ich? könnten einen Spezialpreis bekommen.

Im Bereich Information & Kultur könnte der Moderator Constantin Schreiber und seine Redaktion für die N-TV-Sendung Marhaba – Ankommen in Deutschland mit einem Spezialpreis ausgezeichnet werden. Für Recherchen zum Flüchtlingsthema sind die Reporterteams von «Panorama» nominiert. Die «Flucht nach Europa» zeichnet eine Koproduktion von ECO Media TV, Kobalt und «Spiegel TV» nach, die bei Arte ausgestrahlt wurde und für die Hauptkategorie ausgewählt wurde.

Die Preisträger werden am 9. März in Essen bekannt gegeben. Neu sind 2016 die Rubrik «Journalistische Leistung» in der Kategorie «Information & Kultur» sowie die Kategorie «Kinder & Jugend».Verliehen werden die Preise am 8. April in Marl. Alle Nominierungen finden Sie hier (PDF-Dokument).

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Die Doku «Flucht nach Europa».
YouTube/DokuTV

feb/dpa

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