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Bild: Getty Images Europe

«Tatort»-Fans aufgepasst: Das sind die Aufreger der kommenden Saison 

Fassbinder am Bodensee, Kubrick in Stuttgart, Sexsklavinnen in Wien: In der «Tatort»-Saison 2016/17 wird der Krimi-Klassiker wieder für Gesprächsstoff sorgen.

06.06.16, 11:12

Christian Buss / spiegel online



Ein Artikel von

Sicher, ein Krimimeisterwerk war der Berlin-«Tatort» am Sonntag nicht. Hier betasteten, begrabschten und beglupschten sowohl die jungen Verdächtigen als auch die Ermittler die ganze Zeit die Displays von iPhone und iPad, so richtig voran aber kam der Episodenplot nicht.

Immerhin: Mit den schwulen Sexszenen sorgte die Folge «Wir – Ihr – Sie» für Diskussionen. Wo der «Tatort» früher beim Thema Homosexualität immer sehr verschwiemelt daherkam, wurde das Krawall-Outing von Kommissar Karow in korrekten, expliziten Bildern inszeniert. Auch wie sich der Ermittler gegen die homophoben Sprüche seiner Kollegen zur Wehr setzte, hatte Stil.

Jetzt folgt erst einmal eine extra lange Sommerpause. Es deutet sich aber an, dass der «Tatort» auch in der Saison 2016/17 für Diskussionen sorgen wird. Hier ein paar mögliche Hoch- oder Tiefpunkte.

Fassbinder am Bodensee

Hauptkommissarin Klara Blum zusammen mit ihrem Kollegen Kai Perlmann. Bild: SWR-Pressestelle/Fotoredaktion

Zugegeben, wir haben in den letzten Jahren an dieser Stelle reichlich gestöhnt über den Bodensee-«Tatort». Auf die letzte Folge aber, die um den Jahreswechsel herum ausgestrahlt wird, freuen wir uns diebisch. Die ehemalige Fassbinder-Aktrice Eva Mattes trifft in «Wofür es sich zu leben lohnt» als Kommissarin Klara Blum auf die ehemaligen Fassbinder-Aktricen Hanna Schygulla, Irm Herrmann und Margit Carstensen.

In den Frauenmelodramen von Rainer Werner Fassbinder ging es ja immer um männliche Gewalt und manchmal auch um weibliche Selbstermächtigung. Letzteres könnte auch in diesem, wie man hört, ausgesprochen kunstvoll inszenierten Frauenkrimi eine Rolle spielen. Inhalt: In Konstanz häufen sich die männlichen Leichen, während eine Schwesternschaft aus älteren Damen den Schulterschluss übt. Thema des Krimis laut ARD-Annonce: «das Recht der Schwächeren».

Wir hoffen auf eine Mixtur aus Fassbinders Sadistendrama «Martha» und den Racheschocker «Die Frau mit der 45er Magnum».

Kubrick in Stuttgart

Auch in Stuttgart fährt der SWR schwere cineastische Geschütze auf: «HAL» heisst die Episode mit den Kommissaren Thorsten Lannert und Sebastian Bootz, die Ende August nach dem ganzen Sportgerümpel die «Tatort»-Saison 2016/17 eröffnet, und sie spielt natürlich auf HAL 9000, den Bordcomputer des Raumschiffs «Discovery» in Stanley Kubricks «2001: Odyssee im Weltraum» an.

Der Kubrick-Roboter erweist sich im Laufe der Handlung ja zusehends als schwieriger Charakter in dem Science-Fiction-Klassiker. Anzunehmen also, dass auch der Rechner in dem schwäbischen Daten-Thriller Trouble macht. Es geht um ein Sozialanalyse-Programm, das aufgrund riesiger Mengen von Informationen präzise Verhaltensprognosen abgeben können soll.

Big Data im «Tatort» – nach dem schwulen Sex im Berliner «Tatort» am letzten Sonntag ein weiteres Novelty-Thema. Befragen wir unsere eigenen Datensätze, stehen die Prognosen für eine gelungene Umsetzung des Risikostoffes gut: Regisseur und Autor Niki Stein hat für Lannert und Bootz zuvor den Aufreger Stuttgart 21 in einem bösen, doppelbödigen Psychothriller thematisiert.

Sexsklavinnen in Wien

Rechts im Bild: Das Ermittler-Duo Fellner und Eisner.
Bild: rbb Presse & Information

Unvergessen der ORF-«Tatort», in dem die Ermittlerin Bibi Fellner Freiern die Arme verdrehte und Zuhältern an die Gurgel ging. So wutgetrieben die Episode «Angezählt» von 2013 inszeniert war, so genau beleuchtete sie die sozioökonomischen Gegebenheiten in der türkisch-bulgarischen Elendesprostitution von Wien. Dafür gab es den Grimme-Preis.

Für die «Tatort»-Folge «Die Kunst des Krieges», die im Herbst laufen soll, kehren Fellner und Kollege Moritz Eisner zurück ins Rotlichtmilieu. Es geht ein weiteres Mal um osteuropäische Sexsklavinnen, die über einen Schlepperring nach Österreich gelangen. So verbindet Autor und Regisseur Thomas Roth das Thema sexuelle Ausbeutung mit dem in Österreich besonders heissen Eisen Flüchtlinge.

Ein Krimi, der vor dem Hintergrund der erstarkten FPÖ in Österreich für Wirbel sorgen wird.

Wiedersehen in Leipzig

Beim Jubiläums-«Tatort» mit dabei: Axel Milberg aka Kommissar Borowski.
Bild: ARD

Der «Tatort», über den man unter historisch ambitionierten Hardcore-Fans am meisten diskutieren wird, dürfte die Jubiläums-Folge «Taxi nach Leipzig» werden. Taxi? Leipzig? Klingelt da was? Genau: Bereits im ersten «Tatort» im November 1970 liess sich ein westdeutscher Kommissar in den Osten chauffieren. Der offiziell 1000. «Tatort» wird ein ähnliches Szenario auffahren.

Für das besondere Ereignis werden sich der von Axel Milberg gespielte Kieler Ermittler Borowski und die von Maria Furtwängler verkörperte Kollegin Lindholm gemeinsam in ein Auto quetschen. Die beiden werden mit einem ehemaligen KSK-Soldaten konfrontiert, der sich nach einem Einsatz in Afghanistan an seiner Ex-Freundin rächen will, bevor ihre Hochzeit mit einem Kameraden stattfindet.

In Nebenrollen werden viele legendäre Gestalten der «Tatort»-Geschichte auftreten – etwa Hans Peter Hallwachs und Günter Lamprecht, die in dem Ost-West-«Tatort» 1970 Oberleutnant und Offizier der Volkspolizei spielten. Taxi nach Leipzig anno 2016, ein kluges Referenzspiel oder ein nostalgisches Begräbnis? Darüber wird im Herbst zu diskutieren sein.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Nosgar 06.06.2016 22:52
    Highlight Ich bevorzuge nach wie vor Columbo. Dort braucht es keinen verschleppten homosexuellen Flüchtlings-Sexsklavinnen*. Eifersucht und Geld reichen dort für einen tollen Krimi.
    4 3 Melden
  • Ratert 06.06.2016 16:10
    Highlight Ich bin nur diesen Artikel runtergescrollt um zu schreiben, dass ich kein Tatort Fan bin - wie steht es mit dem Game Of Thrones Hype, oder gibts den nur zum Auftakt einer neuen Season? :(
    4 17 Melden
  • kettcar #lina4weindoch 06.06.2016 14:25
    Highlight "Der «Tatort», über den man unter historisch ambitionierten Hardcore-Fans am meisten diskutieren wird..."
    Und das im Zusammenhang mit Sibel Kekilli...
    hihi
    13 0 Melden
  • Amboss 06.06.2016 11:35
    Highlight Kann mir jemand mal sagen, wieso dieser ganze Tatort-Hype?

    Sorry, aber es gibt also wirklich bessere Krimis am Fernsehen.
    7 34 Melden
    • Human 06.06.2016 14:00
      Highlight Weil Tatort sich einfach sehr gemacht hat...! Ich freu mich auf die Österreicher :D Gestern war echt für die Katz, nach 10min umgeschalten...
      5 3 Melden
    • Calvin WatsOff 07.06.2016 05:07
      Highlight Tatort ist halt Kult. Man liebt oder hasst Ihn. Dieses Duo hier aktuell ist Neu. Weine dem Alten aus Berlin nach.... aber kommt vielleicht gut, neuerdings verknüpfen sich die Folgen, sollte dann hallt nicht erst nach 7-8 Wochen/Folgen weiter gehen. Auf die letzte Folge aus Konstanz mit Kommissarin Blum und Kollege Perlmann, welche im Abschlussjahr 16 folgt, freu ich mich. Die Konstanzer sind nicht so der Brühler, aber solide. Ist hallt vielleicht wie am Freitag die Arena, jetzt Sonntags der Tatort. Aber jetzt gibt's ja Sommerpause. ;-)
      2 2 Melden
    • Amboss 07.06.2016 09:14
      Highlight @Sugarbaby: Was ist "Tatort"? Das sind einfach Kriminalfilme.
      Nicht mehr und nicht weniger.
      Und irgendwie, weil davor und danach dieser uralte Tatort-Vorspann, rsp. Abspann läuft, finden alle die etwas Besonderes. Weshalb???

      Die Filme wurden zuletzt immer schlechter, langweiliger.
      Ich versteh einfach nicht, weshalb man immer nur von diesen Tatorten spricht, wo es doch so viele wirklich gute, spannende Filme zu sehen gibt
      1 1 Melden
    • Human 07.06.2016 10:39
      Highlight Eben nicht, ich finde die Tatortkrimis wesentlich spannender und besser wie früher. Ich glaub kaum das jemand Tatort schaut wegen des Uraltvorspanns. Tatort bietet nunmal guten Diskussionsstoff bei dem viele mitreden können - welchen Film würdest du den gerne besprechen?
      1 0 Melden
    • Calvin WatsOff 07.06.2016 11:39
      Highlight @Amboss: Der Tatort ist Kult, frag mich nicht warum.

      Folge Rot, Rot, Rot, Tot , so hies er glaub ich, ein sehr früher Tatort. Einmalig, schon nur wegen Curd Jürgens.

      Weitere Folgen die Highlights sind:
      -Weil Sie Böse sind
      -Nie wieder Frei sein

      bin bei denn Titel nicht so sicher.

      Wie geschrieben, Liebe oder Hass, wobei Hass nur Abneigung sein kann.
      1 0 Melden
    • Amboss 07.06.2016 12:00
      Highlight @Human und Sugerbaby:

      Ja, irgendwie ist der Tatort Kult geworden.
      Aber das kann einfach nicht an der Qualität der Filme liegen.
      Denn es gibt wirklich besseres.
      Und wenn ich die letzten Filme so schaue, habe ich wirklich das Gefühl, man produziert irgend einen Schrott, hängt die Tatort-Melodie dran und fertig.

      0 0 Melden
    • Calvin WatsOff 07.06.2016 12:30
      Highlight @human: ja die Oesterreicher, die Neuhauser als bibi neben Krasnitzer glaub ich... SAHNE ;)))
      1 0 Melden
    • Human 07.06.2016 12:53
      Highlight @Sugarboss die zwei hab ich am liebsten :D

      @Amboss ich mag auch nicht alle aber finde es hat echt ein paar coole darunter. Schau aber auch sonst gern ZDF Krimis. Irgendwann kannst du dich einfach nicht mehr dagegen wehren :D Auch wenn mich ein grossteil meiner Freunde schon fragt wann ich das stricken anfang ;D
      1 0 Melden
    • Human 07.06.2016 13:04
      Highlight Oh lach nu hab ich aus Sugarbaby auch einen Boss gemacht :D Sorry ;D
      1 0 Melden
    • Calvin WatsOff 07.06.2016 13:19
      Highlight ja strick weiter aber nur Human.;)))
      1 0 Melden

«Game of Thrones»-Fans aufgepasst! HBO will jetzt die Vorgeschichte drehen 😱

Gute Nachricht für Fans der Fantasy-Serie «Game of Thrones»: Der US-Sender HBO will in einem Prequel die Vorgeschichte der Kämpfe um den Thron des Kontinents Westeros erzählen.

Der Sender habe nun einen Pilotfilm für die noch titellose geplante Serie bestellt, wie das US-Branchenblatt «Hollywood Reporter» am Freitag berichtete.

Als Autoren wurden die britische Schriftstellerin Jane Goldman («Kingsman: The Golden Circle») und ihr US-Kollege George R.R. Martin verpflichtet. Martin ist der Schöpfer der Fantasy-Saga «Das Lied von Eis und Feuer», auf der die Fernsehserie «Game of Thrones» beruht.

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