Terrorismus

Nordirak

IS lässt über 300 Jesiden-Frauen, -Kinder und Alte frei

18.01.15, 10:56

Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat nach übereinstimmenden Quellen im Irak mehr als 300 Jesiden freigelassen. Zu den freigelassenen Geiseln zählten Frauen, Kinder, alte Menschen und psychisch Kranke, sagte ein General der kurdischen Peschmerga-Kämpfer.

Kurdische Sicherheitskräfte nahe Kirkuk heben einen älteren Mann im Rollstuhl von einem Fahrzeug. Er war von den IS-Extremisten freigelassen worden. Bild: © STRINGER Iraq / Reuters/REUTERS

Die Jesiden seien aus der nordirakischen Provinz Niniwe in die südlicher gelegene Stadt Kirkuk gebracht und dort freigelassen worden, teilte der Kurdenpolitiker Saman Dschabbari mit. Der jesidische Aktivist Chodr Domli sprach sogar von 350 freigelassenen Jesiden im Süden von Kirkuk, die von kurdischen Sicherheitskräften und Behördenvertretern in Empfang genommen worden seien.

Die Angehörigen der religiösen Minderheit werden von den sunnitischen IS-Extremisten als «Teufelsanbeter» verfolgt. Der IS hatte bei seiner Blitzoffensive im Irak im Sommer das Sindschar-Gebirge eingenommen und dabei tausende Jesiden getötet. Zahlreiche weitere Jesiden wurden verschleppt.

Noch ist zwar unklar, warum sie gehen durften: Ein Grund aber könnte sein, dass es sich vor allem um ältere und kranke Gefangene handelte. Bild: © STRINGER Iraq / Reuters/REUTERS

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurden hunderte, wenn nicht tausende jesidische Frauen als Ehefrauen an Dschihadisten verkauft oder als Sexsklavinnen unterjocht. Einige nahmen sich laut Amnesty das Leben, um diesem Schicksal zu entgehen.

Auch einige schwer Kranke sollen unter den Befreiten sein.  Bild: © STRINGER Iraq / Reuters/REUTERS

Die Geiselnahmen zählten zu den Gründen, die US-Präsident Barack Obama bewogen, Luftangriffe auf den IS im Irak und in Syrien zu autorisieren und eine internationale Anti-IS-Allianz zu schmieden. Auch die irakische Armee, kurdische Truppen, schiitische Milizen und sunnitische Stammeskämpfer kämpfen im Irak gemeinsam gegen den IS, der aber weiterhin weite Teile des Landes unter seiner Kontrolle hat. (mbu/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 18.01.2015 13:22
    Highlight hat der IS ein paar hundert Zivilisten laufen gelassen. Das sind ja richtiggehende Menschenfreunde, die Herren Kopfabschneider.
    Anderes Thema. Jeder Schweizer, der einer fremden Armee dient, wird wegen Söldnertum vor Gericht gestellt. Die Strafen können theoretisch drastisch sein. Warum wird dies nicht bei den Kriegstouristen aus Syrien gemacht?
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