Terrorismus
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Blutige Botschaft an französische Regierung»

Hollande bestätigt: Islamisten töten französische Geisel in Algerien

24.09.14, 17:23 24.09.14, 20:54

Alle Hoffnung war vergebens: Hervé Gourdel ist tot. Bild: AFP

Ein von Islamisten in Algerien entführter Franzose ist getötet worden. Wie die Beobachterplattform Site meldet, zeigt ein am Mittwoch von einer Islamistengruppe veröffentlichtes Video die Enthauptung von Hervé Gourdel. Der Bergführer war am Sonntag von der Gruppe Dschund al-Chilafah (Soldaten des Kalifats) verschleppt worden. Das nun veröffentlichte Video trägt den Titel «Blutige Botschaft an die französische Regierung».

Präsident François Hollande bestätigte am Mittwoch am Rande der UNO-Vollversammlung in New York die Hinrichtung des 55-Jährigen. Frankreich werde den Kampf gegen den Terrorismus fortsetzen, betonte Hollande.

Am Mittwoch hatten rund 1500 Soldaten die Bergregion Kabylei im Osten Algeriens auf der Suche des Mannes durchkämmt. Algerische Soldaten und Anti-Terror-Spezialeinheiten würden ein Gebiet im Nationalpark Djurdjura absuchen, hiess es am Mittwoch aus algerischen Sicherheitskreisen. In der gut hundert Kilometer östlich der Hauptstadt Algier gelegenen Region sind mehrere bewaffnete islamistische Gruppierungen aktiv, unter anderem die Organisation al-Qaida im Islamischen Maghreb (Aqmi). 

Zu der Entführung hatten sich am Dienstag Islamisten bekannt, die in Verbindung zur Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) stehen. Der 55-jährige Gourdel war den Extremisten beim Wandern in der Kabylei, einer Bergregion im Osten Algeriens, in die Hände gefallen. In einem am Montagabend veröffentlichten Video drohte die Gruppe,ihn binnen 24 Stunden zu töten, sollte Paris seine Luftangriffe gegen den IS im Irak nicht stoppen. 

Aufruf zum Mord an Franzosen und Amerikanern 

Gourdel hatte in dem Video an Frankreichs Präsident François Hollande appelliert, alles zu tun, um ihn aus dieser Situation zu befreien. «Ich bin in der Hand von Dschund al-Khilafa, einer algerischen bewaffneten Gruppierung. Sie halten mich als Geisel», sagte er. 

Frankreichs Aussenminister Laurent Fabius hatte zuletzt betont, dass die Drohung der algerischen Entführer keinen Einfluss auf die Entscheidung Frankreichs haben werde, sich am Kampf gegen den IS zu beteiligen. «Wir werden alles tun, um Geiseln zu befreien», sagte Fabius. "«Aber eine Terrororganisation kann nicht Frankreichs Entscheidung beeinflussen.» 

Am Montag hatte die IS-Miliz ihre Anhänger aufgerufen, Bürger aller Staaten zu töten, die sich der von den Vereinigten Staaten angeführten Koalition gegen sie angeschlossen haben. In der Drohung wurden insbesondere Franzosen und US-Bürger als Ziel genannt. Zuletzt hatten Terroristen des IS bereits drei westliche Geiseln enthauptet: Die US-Journalisten James Foley und Steven Sottloff sowie zuletzt den britischen Entwicklungshelfer David Haines. (mxw/AP/AFP/Reuters)



Abonniere unseren Daily Newsletter

5
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Andreas72 24.09.2014 18:42
    Highlight Etwas werde ich nie verstehen : Wieso gibt es noch immer soviele Europäer (auch schon mehrfach Schweizer Staatsangehörige) die blauäugig, ja verantwortungslos in den gefährlichsten Ländern - wo ihnen Tod oder zumindest Entführung drohen - wandern oder sonstwie herumreisen gehen! Sei es im Jemen, in Nordpakistan, in Afghanistan, Algerien, Syrien oder sonstwo, wo Islamisten seit Langem und bekanntermassen ihr Unwesen treiben. Es ist auch nicht in Ordnung, wenn dann solche Fahrlässige noch von ihren Herkunftsländern die Erfüllung von Lösegeldforderungen erwarten. Ich kann solche Menschen nicht verstehen...
    9 2 Melden
    • sewi 24.09.2014 20:31
      Highlight Weil die Gutmenschen glauben "der Islam" sei im Grunde genommen eine friedliche"Religion" und die Realität nicht sehen wollen.
      6 2 Melden
    • Andreas72 24.09.2014 22:01
      Highlight Sewi : Wenn sie das wirklich noch immer glauben möchten, sollten sie auf Google nach Hamed Abdel-Samad suchen, der auch seit einiger Zeit mit seinem letzten Insider-Buch "Der islamische Faschismus - Eine Analyse" die Bestseller-Sachbuch-Listen an prominenter Stelle geziert hat. Sehr eindrücklich analysiert.
      2 0 Melden
    • sewi 25.09.2014 08:17
      Highlight @grufti: meiner Meinung nach waren die Kreuzzüge eine Reaktion auf die rasanten Eroberungszüge der Moslems. Im Gegensatz zum Islam widerspricht aber das Abschlachten von Andersgläubigen der Religion
      1 0 Melden

Der Winterthurer IS-Kämpfer Valdet Gashi ist tot

Laut Recherchen der SRF-Rundschau ist der zweifache Thaibox-Weltmeister und IS-Kämpfer Valdet Gashi letzten Samstag in Syrien gestorben. Gashis Bruder vermeldet den Tod auf Facebook.

Eine Bestätigung gibt es nicht. Wie das Mitglied der Terrormiliz zu Tode kam, ist zur Zeit nicht bekannt.

Artikel lesen