Terrorismus
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A courtroom sketch shows accused Boston Marathon bomber Dzhokhar Tsarnaev during closing arguments in his trial at the federal courthouse in Boston, Massachusetts April 6, 2015.    REUTERS/Jane Flavell Collins   ATTENTION EDITORS - THIS IMAGE HAS BEEN SUPPLIED BY A THIRD PARTY. IT IS DISTRIBUTED, EXACTLY AS RECEIVED BY REUTERS, AS A SERVICE TO CLIENTS. FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS. NO ARCHIVES. NO SALES.

Ein Schuldspruch gilt als sicher: Zarnajew vor Gericht.   Bild:  REUTERS/Jane Flavell Collins

Boston-Bomber vor Gericht: «Er wollte Amerika bestrafen»



Im Prozess um den Anschlag auf den Bostoner Marathonlauf hat die Staatsanwaltschaft den überlebenden mutmasslichen Attentäter Dschochar Zarnajew in ihrem Schlussplädoyer als islamistischen Terroristen dargestellt. «Er wollte dieses Land terrorisieren. Er wollte Amerika bestrafen», sagte Staatsanwalt Aloke Chakravarty in Boston. Dschochar Zarnajew und sein älterer Bruder Tamerlan hätten sich als «Mudschaheddin» gefühlt, die ihren Kampf nach Boston getragen hätten.

Bei dem Bombenanschlag am 15. April 2013 waren drei Menschen getötet und mehr als 260 Menschen verletzt worden. Auf seiner Flucht soll das Bruderpaar zudem einen Polizisten erschossen haben. Der damals 19-jährige Dschochar wurde vier Tage nach dem Anschlag schwer verletzt in einem Vorort von Boston festgenommen, der sieben Jahre ältere Tamerlan kam bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei ums Leben. Die Brüder stammen aus einer tschetschenischen Familie und waren als Kinder in die Vereinigten Staaten eingewandert.

Chakravarty las am Montag eine Botschaft vor, die Dschochar kurz vor seiner Festnahme an die Innenseite eines trockengelegten Bootes gekritzelt haben soll. Darin warf der junge Mann der US-Regierung die Tötung von Muslimen im Irak und in Afghanistan vor. «Am Ende hat er getan, was Terroristen tun», sagte der Staatsanwalt. «Er wollte der Welt sagen, warum er es getan hat. Er wollte die Tat für sich beanspruchen.»

Verteidigung will Todesstrafe verhindern

Zarnajew verfolgte die Ausführungen der Staatsanwaltschaft weitgehend regungslos. Der Angeklagte hatte formal auf nicht schuldig plädiert. Seine Anwältin Judy Clarke hatte in ihrem Eröffnungsplädoyer Anfang März die Beteiligung des 21-Jährigen aber eingeräumt. Clarke betonte dabei, dass ihr Mandant unter dem Einfluss des älteren Bruders gestanden habe: «Es war Tamerlan Zarnajew, der sich radikalisiert hat. Es war Dschochar, der ihm folgte.»

Ziel der Verteidigung ist, die drohende Todesstrafe zu verhindern. Das Schlussplädoyer von Zarnajews Anwälten stand noch aus, anschliessend könnte sich die Jury noch am Montag zu den Beratungen zurückziehen. Richter George O'Toole verlas den Geschworenen bereits die Anweisungen für die Urteilsfindung. Ein Schuldspruch gilt als sehr wahrscheinlich. Über das Strafmass befinden die Geschworenen aber erst in einem zweiten Prozessabschnitt nach einer Verurteilung. Auf 17 der insgesamt 30 Punkte, in denen Zarnajew angeklagt ist, steht die Todesstrafe. (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 06.04.2015 20:24
    Highlight Highlight Man kann es drehen und wenden wie man will! Am Ende haben sie dem Land das ihnen Asyl gegeben hat, in dem sie alle Möglichkeiten hatten etwas aus ihrem Leben zu machen, mehrere Tote und viele Schwerverletzte hinterlassen. Mitleid mit diesem Täter bei einem allfälligen Todesurteil wäre daher völlig unangebracht.

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