Terrorismus
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

OSZE-Konferenz

Menschenrechtler kritisieren Staaten wegen Terrorbekämpfung

28.04.14, 13:56
[THEMA - ZUM JAHRESTAG DER ALLGEMEINEN ERKLAERUNG DER MENSCHENRECHTE VOM 10. DEZEMBER - ARTIKEL 9: Niemand darf willkuerlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen werden.] -  this photo released January 18, 2002 by the Department of Defense, Al-Qaeda and Taliban detainees in orange jumpsuits sit in a holding area under the surveillence of US military police at Camp X-Ray at Naval Base Guantanamo Bay, Cuba, during in-processing to the temporary detention facility 11 January 2002.  The detainees, captured in Afghanistan during Operation Enduring Freedom, are given a basic physical exam by a doctor, to include a chest x-ray blood samples drawn to assess their health.  (KEYSTONE/EPA PHOTO/AFP/DOD/US NAVY/Shane T. McCoy)

Immer wieder in der Kritik von NGO: Gefängnis auf Guantanamo Bild: Keystone

Bei Massnahmen gegen den Terrorismus überreagieren die Staaten gemäss Menschenrechtsorganisationen oft. Dazu zählen Misshandlung von Verdächtigen oder Inhaftierungen ohne Anklage.

«Eines der extremsten Beispiele ist Guantánamo, wo noch immer mehr als 150 Personen seit über einem Jahrzehnt ohne Anklage inhaftiert sind», sagte Andrea Prasow von Human Rights Watch am Montag der Nachrichtenagentur sda am Rande der OSZE-Konferenz über Terrorismus-Bekämpfung.

Joanne Mariner von Amnesty International erinnerte daran, dass auch im afghanischen Militärgefängnis Bagram noch über 1000 Terrorverdächtige inhaftiert sind. Für einige Ausländer sind die USA auch seit der Übergabe des Gefängnisses an die afghanischen Behörden noch zuständig.

Kritische Menschenrechtslage im Gefängnis in Bagram Bild: Keystone

Täter bleiben oft straffrei

Viele Terrorverdächtige werden laut Prasow weltweit in Polizeihaft misshandelt. «Das grosse Problem ist die Straffreiheit für die Täter», sagte sie. Auch europäische Staaten hätten sich an Menschenrechtsverletzungen beteiligt. Mit Blick auf die geheimen CIA-Gefängnisse in Europa sei kaum ein Verantwortlicher verurteilt worden.

Besorgt sind Menschenrechtsorganisationen zudem über Ausweisungen von Ausländern aufgrund sogenannter Zusicherungen der Zielländer – meist die Herkunftsstaaten der Betroffenen – diese nicht zu foltern (Deportations with Assurances DWA). Die Abkommen zwischen den beiden Ländern seien nicht rechtsverbindlich und daher nicht glaubwürdig, sagte Mariner.

Mehrere OSZE-Mitgliedsländer wenden diese Abkommen gegen ausländische Terrorverdächtige an, darunter Grossbritannien. Das Ziel der Abkommen ist laut Kritikern, Einwände gegen Deportationen von Ausländern zu umgehen, die in ihrem Land der Gefahr ausgesetzt sind, gefoltert oder durch unfaire Prozesse verurteilt zu werden. Die britische Regierung kündigte aber im letzten November an, die DWA-Politik zu überprüfen. (jas/sda)



Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Der Gotteskrieger von nebenan

«al-Suissery» & Co – Schweizer im Einsatz für die ISIS-Dschihadisten

Weiterlesen auf srf.ch

Artikel lesen