Terrorismus
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Iraqis fleeing violence in the Nineveh province wait in their vehicles at a Kurdish checkpoint in Aski kalak, 40 kms West of Arbil, the capital of the autonomous Kurdish region of northern Iraq, on June 10, 2014. Suspected jihadists seized Iraq's entire northern province of Nineveh and its capital Mosul, the country's second-largest city, in a major blow to authorities, who appear incapable of stopping militant advances.  AFP PHOTO/SAFIN HAMED

Bild: AFP

Dschihadisten auf dem Vormarsch

Der Irak zerfällt: Terroristen treiben Hunderttausende in die Flucht

Der Vormarsch religiöser Extremisten im Irak geht weiter, das Militär zieht sich zurück. Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht. Die Aufständischen haben offenbar die Stadt Baidschi mit der grössten Ölraffinerie des Landes erreicht.

Ein Artikel von

Spiegel Online

Eine gigantische Zahl an Autos hat sich ausserhalb von Mossul im Norden des Irak angestaut, Hunderttausende versuchen, vor der Gewalt in der irakischen Stadt zu fliehen. Die britische BBC berichtet von bis zu 500'000 Menschen, die den heftigen Kämpfen zwischen Dschihadisten und Militär in Mossul entkommen wollen, sogar Soldaten sollen unter ihnen sein. 

Offenbar wird der Vormarsch der Aufständischen dadurch gefördert, dass mehr und mehr irakische Soldaten desertieren oder zu den Rebellen überlaufen. Wie die «New York Times» berichtet, zogen viele Soldaten ihre Uniformen aus und legten die Waffen nieder, um mit den Zivilisten zu fliehen. Dem Bericht zufolge befreiten die Dschihadisten Tausende Gefangene, besetzten Militärstationen, Banken und Verwaltungsgebäude und hissten die Flagge des ISIS, des «Islamischen Staats im Irak und Syrien» (ISIS). Die Extremisten hatten die zweitgrösste irakische Stadt nach tagelangen Kämpfen am Dienstag eingenommen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters haben die Aufständischen mittlerweile Baidschi erreicht. In der Stadt befindet sich die grösste Ölraffinerie des Landes. Nach Angaben von irakischen Sicherheitskräften am Mittwoch hätten die Militanten ein Gerichtsgebäude und eine Polizeistation in Brand gesteckt.

Die Raffinerie wird von rund 250 Wärtern bewacht. Laut den Sicherheitskräften hätten die Aufständischen jedoch eine Delegation gesandt, um diese davon zu überzeugen, sich zurückzuziehen. Demnach hätten die Wärter zugestimmt – unter der Bedingung, dass sie sicher in eine andere Stadt gebracht würden.

Der irakische Premierminister Nouri Maliki forderte das Parlament auf, den Ausnahmezustand zu verhängen, um ihm grössere Eingriffsmöglichkeiten zu gewährleisten. Ein Sprecher des UNO-Generalsekretärs Ban Ki Moon sagte mit Blick auf die Fluchtbewegungen und Kämpfe, er sei «sehr besorgt».

Auch ausserhalb Mossuls bringen radikalislamische Aufständische immer mehr Gebiete unter ihre Kontrolle. Nach den Provinzen Ninive und Kirkuk haben die Dschihadisten auch Teile in der Provinz Salaheddin dazugewonnen. Es ist das erste Mal, dass Rebellen im Irak ganze Gebiete kontrollieren. Offenbar gehen grosse Teile der Fluchtbewegung Richtung Bagdad und in die kurdischen Gebiete im östlichen Teil des Landes.

Ein Brigadegeneral und ein örtlicher Regierungsvertreter sagten, die Sicherheitskräfte hätten sich aus den betroffenen Regionen zurückziehen müssen. Den Angaben zufolge gaben die Sicherheitskräfte oftmals kampflos ihre Stellungen auf. (kes/vk/AP/dpa/Reuters)



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    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 11.06.2014 14:57
    Highlight Highlight Das hat man (der Westen ) davon, wenn man Staaten destabilisiert und in ihren Grundwerten (Demokratisierung) erschüttert. Staaten implodieren und chaotische Gruppierungen bekriegen in Bürgerkriegen sich selbst und exportieren Flüchtlinge und Terror in den Westen. Das dumme dabei ist, dass gerade dort die Leute auf den für uns wichtigen Energiereserven leben, ansonsten könnte man alles dem Elend überlassen und humanitär wegschauen, bis sich eine Machtordnung entwickelt, die zwar korrupt, dafür friedlicher ist. Ungleichheit wird man so schnell nicht los und bleibt eine Utopie.
  • Nic9000 11.06.2014 13:52
    Highlight Highlight Klassisches Eigentor des Westens: In Syrien unterstützt man jene Kreise, die man im Irak jahrelang und mit grossen Verlusten bekämpft hat. Und nun kämpft man gegen eigene Waffen. Leidtragende dieser Politik sind die westlichen Soldaten und die ansässige Zivilbevölkerung...
  • Hans der Dampfer 11.06.2014 13:10
    Highlight Highlight 5000 gefallene US Soldaten und ein mehrfaches dessen auf der anderen Seite hat Bush geopfert damit seine Kumpelz gross abzocken können. Die Amis sind weg und das Land schlimmer dran als noch zu Sadams Zeiten.
  • Maya Eldorado 11.06.2014 10:22
    Highlight Highlight Da hat doch auch mal die USA für Ordnung gesorgt!
    Was war schon wieder der Grund?
    Ach ja, sie sollen Atombomben gebastelt haben. Gefunden hat man allerdings bisher keine.
    • Adonis 11.06.2014 10:54
      Highlight Highlight ..es ist schon so. Die Flüchtlinge sollte man in die USA verschiffen. Bei uns muss Ueli schleunigst eine hohe Wand um die Schweiz bauen. Bringt zwar nichts, wie wir von Melilla wissen, sind Zäune von über sieben Metern überstiegen worden.
    • halunke 11.06.2014 11:06
      Highlight Highlight ich glaub du verwechselst da was. irak war "chemiewaffen"
    • Maya Eldorado 11.06.2014 11:57
      Highlight Highlight Nicht nur Chemiewaffen, sondern auch Biowaffen und am Entwickeln von Atomwaffen wurde ihnen vorgeworfen.
      http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/164485/index.html
      Es lässt sich darüber noch mehr im Internet finden.
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