Terrorismus

Terror in Kenia

Angriff in Kenia

Blutige Rache an Schabab-Miliz: Kenianisches Militär tötet über 100 Terroristen

28 Menschen ermordeten Terroristen der Schabab-Miliz in Kenia, weil sie nicht aus dem Koran zitieren konnten. Nun hat das Militär nach eigenen Angaben blutige Rache genommen. 

24.11.14, 10:32 24.11.14, 12:26

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Wer nicht aus dem Koran zitieren konnte, wurde erschossen: 28 Menschen soll die islamistische Schabab-Miliz am Wochenende in Kenia ermordet haben – nun meldet das Militär einen Gegenschlag. Mehr als hundert Angehörige der Terrororganisation seien bei einer Operation im Grenzgebiet zwischen Kenia und Somalia getötet worden, erklärte Vizepräsident William Ruto laut der Zeitung «Daily Nation». Die Armee habe die Lager ausfindig gemacht, von denen aus die somalischen Islamisten zu dem Überfall auf einen Bus im Norden Kenias aufgebrochen waren. Beweise für diese Angaben gibt es bislang nicht.

Am Samstagmorgen hatten Unbekannte einen Bus im Dorf Arabia im Bezirk Mandera überfallen, bis kurz vor die Grenze zu Somalia gefahren und dort ihre Geiseln getötet. Erschossen wurde nach Behördenangaben, wer nicht aus dem Koran zitieren konnte. Mindestens 28 Kenianer seien durch Kopfschüsse ermordet worden, hiess es. An dem Überfall sollen etwa 100 Bewaffnete beteiligt gewesen sein. In dem Bus, der auf dem Weg in die Landeshauptstadt Nairobi war, sassen «Daily Nation» zufolge rund 60 Fahrgäste. 

«Nicht einmal mehr Zeit für ihr Abendessen» 

Auf das «abscheuliche Verbrechen» habe das Militär nun rasch reagiert, erklärte Vizepräsident Ruto. «Ich kann ihnen versichern, dass die für diesen Angriff Verantwortlichen nicht einmal mehr Zeit für ihr Abendessen hatten», wurde er zitiert. Bei dem Einsatz über die Grenze hinweg seien mehr als hundert Islamisten getötet und vier Stützpunkte der Schabab-Miliz zerstört worden. 

Im Bezirk Mandera gab es in der Vergangenheit immer wieder Anschläge der somalischen Al-Schabab, die im Grenzgebiet ein wichtiges Rückzugsgebiet hat. Kenia unterstützt die somalische Regierung im Kampf gegen die Terroristen, die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündet sind. Die Al-Schabab legt die islamische Rechtsprechung Scharia äusserst streng aus, immer wieder gibt es öffentliche Hinrichtungen. In Kenia sind die Christen in der Mehrheit, schätzungsweise jeder Fünfte ist Muslim. (mxw/dpa/Reuters)

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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 25.11.2014 09:34
    Highlight Im Islam gibt es keinerlei Spielraum, wie dieser gelebt werden muss. Die IS, Boko Haram, Hamas oder Al Shabaab-Anhänger und Sympathisanten leben genau nach den Worten der Koran.
    Wenn sie es nicht täten, so könnten diese Leute sofort entlarvt werden.
    Warum geben sich nicht die vielen Islamversteher die Mühe, anhand des Korans diesen Leuten das falsche Handeln „nachzuweisen“?
    Es funktioniert eben nicht, weil alles genauso im Koran darinsteht.
    Was nun?
    2 0 Melden
  • who cares? 24.11.2014 11:50
    Highlight Eigntlich bin ja degegen Gewalt mit Gewalt zu bekämpfen, doch religionsfanatischen Terroristen bleibt mir das manchmal in Hals stecken.
    7 0 Melden

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