Tour dur dSchwiiz
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Eine der grossartigsten Bergstrassen: Die engen, dunklen Tunnels bei Samnaun

Alleine das war es wert: Schon vom Start in Samnaun hinunter nach Martina (Gemeinde Valsot) verschlug es mir den Atem. Nicht wegen der rasanten Abfahrt, sondern der grandiosen Aussicht und engen, dunklen Tunnels.



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Okay, ich gebe es zu: Manchmal, da habe ich doch sehr schräge Vorstellungen. Zum Beispiel von der Strasse (auf der Schweizer Seite) nach Samnaun. Auf der Karte verläuft diese 1912 eröffnete Verbindung – zuvor war der Ort nur von Österreich her erreichbar – praktisch der Grenze entlang. Links die Strasse, rechts Österreich. Aus irgendeinem Grund dachte ich darum: Dann ist rechts eine hohe Felswand und links geht's unfassbar tief ins Tal hinunter. Es ist genau anders rum. Weil rechts bildet sich der Schalkl- oder Schergenbach (je nach Nation) tief unten die Grenze. Naja, lassen wir das. Und ja, ich war früher unfassbar gut in Schul-Orientierungsläufen.

samnaun

Die Strasse nach Samnaun verläuft praktisch auf der Grenze zu Österreich.

Entscheidend ist's aber nicht, weil die Landschaft sowieso atemberaubend ist. Wie sich die Strasse hoch nach Samnaun windet – schlicht grossartig. Ich finde, jeder sollte dies einmal erleben dürfen. Für zusätzlichen Kick sorgen die engen, dunklen Tunnels. Auf der Abfahrt konnte ich diese geniessen, als ich zuvor mit dem Postauto nach Samnaun hoch fuhr, waren sie gar wirklich witzig.

Atemlos durch das Tunnel

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YouTube/Reto Fehr

Der Grund: Hinter mir sass eine gut gelaunte Seniorengruppe. Wobei: Die gute Laune rutschte einen Stock tiefer, als einer sagte: «Jetzt gaht's los.» Hinter mir tönte es nur noch: «Huiuiui», «Eieieiei», «Jesses Gott!» oder «aso das glaubsch ja nöd!». Ich finde, die Aufregung war bisschen zurecht. Denn die Tunnels auf dem Weg sind so eng und dunkel, dass man glaubt, ein Postauto passt da niemals durch. Doch unserer Fahrer meisterte dies souverän. Was einer der Herren aus der Gruppe wie folgt kommentierte: «Dä macht dä ganz Tag nur das. Er fahrt da uf und abe. Er chan das.» Es hörte sich irgendwie mehr wie ein Gebet, als wie eine überzeugende Meinung an. Aber es traf zu.

Noch so ein dunkles Tunnel

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YouTube/Reto Fehr

Die Fahrt im Postauto lohnt sich wirklich (und ist eine gute Ausrede, für alle die nicht hochstrampeln wollen). Ich aber war ja in die andere Richtung unterwegs. Da kam es mir das Unterengadin hinauf entgegen, dass ein Traktor auf den letzten Kilometern bis Scuol für Windschatten sorgte:

Der schiefe Turm von Ftan

Die Frage des Tages stellte sich dann aber in Ftan. Ich gebe erst mit Insiderwissen an: Der Ort der Gemeinde Scuol ist in Ftan Pitschen (klein) und Ftan Grond (gross) geteilt. Eine Lawine war vor vielen Jahren Schuld daran. Und jetzt das unbestätigte Halbwissen: Ich war in der 4. Klasse mal in der Schul-Austausch-Woche in Ftan. Ich erinnere mich neben der Dorfteilung noch an zwei Dinge: Der Lehrer der Ftaner hatte den grossartigen Lehrer-Namen Herr Pult. Und dieser sagte damals: «Unser Kirchturm steht schief.» 

Tour dur d'Schwiiz Etappe 1

Steht der Kirchturm von Ftan schief? Bild: watson

Da diese Worte vor über 20 Jahren fielen, zweifelte ich an meinem Erinnerungsvermögen. Aber die Frau Pult (ehrlich) vom Volg, wusste die Antwort ebenfalls nicht. Auch die Dame auf dem Tourismusbüro schaute mich schräg an – und dann den Kirchturm durch das Fenster. Sie kläre es ab: Die Meldung wenige Minuten später: Ja, der alleinstehende Turm ist schief. Falls jemand also mal angeben will. Tut das. Und der Turm der Mauritiuskirche von St.Moritz steht übrigens auch nicht senkrecht. Und der Krummturm von Solothurn. Und angeblich nicht von Auge sichtbar: Der Turm der reformierten Kirche in Steckborn. Und zwar seit 2006. Sagt Wikipedia.

Tour dur d'Schwiiz Etappe 1

Der schiefe Turm von Ftan. Bild: watson

Ein Geheimtipp? Her damit!

Noch kenne ich die Schweiz nicht gut genug, um auf jeder Etappe zu wissen, wo ich hin soll, um die überraschenden, wunderschönen, speziellen oder kuriosen Orte/Dinge/Strassen/Brücken/Häuser/Menschen zu finden.

Heute beispielsweise erhielt ich von User Zuagroasta den Hinweis auf eine herrliche doppeldeutige Werbung bei Martina GR – leider war ich da schon vorbei geflitzt gekeucht. Die Tipps von Mitarbeiter Ralf (Schellenursli-Huus) oder dem alten Freund Sebi (Ardez – der zweitschönste Ort der Schweiz mit grandiosem Dorfkern) kamen rechtzeitig. Und den oben erwähnten schiefen Kirchturm hatte ich selbst noch irgendwo in den grauen Hirnzellen abgespeichert. Zudem hat beispielsweise User Christian Grey schon mal diesen witzigen Wegweise aus Wisen SO geschickt. Er steht auf meiner To-do-Liste:

Bild

Darum der Aufruf: Wenn jemand noch so Ähnliches kennt – die Elefantenherde im Tessin, der dickste Baum der Schweiz, das absurdeste Haus im Kanton Glarus oder ein sprechendes Reh in irgendeinem Wald: HER DAMIT! Am besten per Nachricht auf die Facebook-Seite der Tour. Ich kann nicht versprechen, dass ich überall vorbei komme, aber ich nehme die Vorschläge extrem gerne auf. Momentan wär ich zum Beispiel über Insiderwissen im Kanton Graubünden mehr dankbar, als 200'000 Höhenmeter je schmerzen können. Merci!

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Dies ist weltweit das wohl einzige Wappen mit zwei nackten Buben drauf – doch es ist alles ganz harmlos

Tiere, Köpfe, Waffen, Arbeitsgeräte, Herzen: Ich habe ja schon einige spezielle Gemeindewappen auf meiner Tour gesehen. Aber Gimel im Waadtland hat mich dann doch fast bisschen schockiert.

Tiere sind weit verbreitet, aber Menschen bleiben selten auf Gemeinde-, Regionen- oder Länder-Wappen. Weltweit gibt es genau eine Nation, die Menschen auf seiner Fahne zeigt. Meist bilden Formen und Farben die Flagge. Hier in der Schweiz staune ich allerdings immer mal wieder, wie fantasievoll Gemeindewappen sein können. 

Da gibt es – um nur einige zu nennen – Schnecken (Zell ZH), Gewehre (Crissier VD), Ritter (Marly FR), Landknechte (Tafers FR) und auch jede Menge Herzen: Moiry (VD) …

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