Tour dur dSchwiiz
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Die Schweiz, ein Land voller wunderschöner Sackgassen 

Es ist für mich immer noch schwer vorstellbar, wie die Strecke, um alle Gemeinden der Schweiz abzufahren, 11’000 Kilometer lang sein soll. Einen grossen Teil der Schuld daran tragen die «Sackgassen». 



Mit dem Engadin habe ich die erste Region meiner Tour dur d’Schwiiz abgehakt. Nur 20 Gemeinden habe ich in vier Tagen besucht. In dichter besiedelten Gebieten werde ich an einem einzigen Tag deren 40 Ortsschilder knipsen. Die Fläche der abgefahrenen Gemeindegebiete entspricht jedoch deutlich mehr, als dem einen Prozent, das die 20 Gemeinden etwa wären. 

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Alle bisher abgefahrenen Gemeinden.

Ich musste hier also viele Kilometer für eine Gemeinde strampeln – und auf vielen Strecken fuhr ich den selben Weg gar doppelt. Der Grund ist einfach: die «Sackgassen». Viele Orte in den Schweizer Bergen sind halt zuhinterst/zuoberst im Tal oder bilden Grenzorte zum Ausland. Erst über den Ofenpass, weil dahinter noch das Val Müstair liegt – und wieder zurück. Dann über den Bernina, weil dahinter noch das Puschlav liegt – und wieder zurück. Jetzt statt bei Silvaplana gleich rechts den Berg hoch über den Julier, erst ins Bergell, zurück über den Maloja und via Silvaplana doch über den Julier. So läppern sich die Kilometer schnell zusammen.  

Danke, User: Ihr hattet die Lösung

In den letzten Tagen habe ich bei der Übersetzung eines Spruchs an einem Haus vor dem Bernina um Hilfe gebeten. Diese kam prompt via Twitter, Facebook und persönliche Nachricht. Danke allen, welche sich meldeten. Ich zitiere gerne Userin Katharina: «Ich wollte dir gerne das Puschlaver Motto «S'oggi seren non è, diman seren sarà, se non sarà seren, si rasserenerà» übersetzen. Das ist Pus'ciavin, Puschlaver Dialekt, und bedeutet übersetzt: «Ist's heut nicht klar, wird's morgen klar, ist's dann nicht klar, wird's sich schon klären.»

Tour dur d'Schwiiz 3. Etappe

Das Haus mit dem Puschlaver Motto. Bild: watson

Ich finde das bisher gar nicht mal so schlecht. Natürlich dachte ich: Oh Mann, warum kann das Val Müstair nicht auch noch zu Zernez gehören, Brusio und Poschiavo zu Pontresina und so weiter. Es hätte mir unglaublich viele Höhenmeter und Kilometer gespart. Aber es ist eigentlich wie überall: Am Ende ist alles nur halb so schlimm. Es gibt nämlich durchaus auch Vorteile bei diesen Sackgassen: Beim hoch fahren habe ich Zeit für Bilder, beim runter rasseln auf der gleichen Strecke muss ich nicht bei jedem schönen Aussichtspunkt anhalten, um ein Foto zu schiessen. 

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Überall Sackgassen: Das Val Müstair (Punkte E rechts), das Puschlav (Punkte D und E unten), das Bergell (Punkt A unten), Bergün (Punkt D Mitte), St.Antönien (Punkt B oben), Arosa (Punkt I Mitte). Bild:

Die Sackgassen werden in den nächsten Tagen sowieso etwas weniger. Aber auch jetzt werde ich beispielsweise nach Bergün hoch und wieder zurück. Zu all den Gemeinden an den Hängen des Prättigaus und zurück ins Tal oder nach Arosa und zurück. Wirklich übel wird es dann wieder im Tessin und im Wallis. Jedes Seitental will befahren werden – und meist gibt es nur einen Weg zurück.  

4. etappe tour dur d'schwiiz

Vom Oberengadin ins Bergell: Der Malojapass. Bild: watson

Dieses hoch und runter, runter und hoch, zerrt auch an den Kräften. Ich versuchte eine Route durch alle 2324 Gemeinden zusammenzustellen, an welchen ich die gleiche Strecke eigentlich nur einmal doppelt fahren werde: von Landquart nach Chur. Alles andere habe ich mehr oder weniger mit Schleifen lösen können – bis auf eben diese Sackgassen. 

Manchmal allerdings ist es so wie heute: Die Gemeinde Bregaglia umfasst das ganze Bergell und den Ort Maloja im Oberengadin. Ich hätte mir den Malojapass von der schwierigen Seite also sparen können. Trotzdem fuhr ich zumindest 300 Höhenmeter hinunter und wieder hinauf. Es waren vielleicht die schönsten Meter der heutigen Tagestour. Selbst Sackgassen können schön sein. 

Tour dur d'Schwiiz, 3. Etappe: Pontresina – Sils im Engadin

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