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Internally displaced Afghan children sit with an elderly man outside a tent on the outskirts of Herat on May 12, 2014. The number of internally displaced people (IDPs) in the country is currently estimated at some 600,000 and this figure may rise further in 2014, according to the UNHCR Global Appeal 2014-2015. AFP PHOTO/AREF KARIMI

Bild: AFP

Fremd im eigenen Land

33 Millionen Menschen sind in ihren Heimatländern auf der Flucht

Die Zahl der Flüchtlinge im eigenen Land ist auf einem Rekordhoch: Weltweit sind 33,3 Millionen Menschen in ihren Heimatländern auf der Flucht. Allein in Syrien fliehen laut Uno täglich 9500 Menschen vor dem Bürgerkrieg.

14.05.14, 14:09

Ein Artikel von

Sie fliehen vor bewaffneten Konflikten und aus Angst vor Gewalt: 33,3 Millionen Kinder, Frauen und Männer waren laut UNO-Angaben Ende 2013 vor Konflikten im eigenen Land auf der Flucht - 4,5 Millionen mehr als 2012. Das sei ein weiterer trauriger Rekord, teilten das Uno-Flüchtlingshilfswerk UNHCR sowie der Norwegische Flüchtlingsrat (NRC) am Mittwoch in Genf mit.

Der Anstieg der Binnenvertreibung setzt sich dem Bericht zufolge besonders stark durch den Bürgerkrieg in Syrien fort. Dort ergreife etwa alle 60 Sekunden eine Familie die Flucht, täglich mache der Krieg 9500 Syrer zu Vertriebenen im eigenen Land. Weit mehr als 6,5 Millionen Syrer sind derzeit Binnenflüchtlinge, darüber hinaus sind bislang rund 2,5 Millionen Syrer in andere Staaten geflohen.

Die meisten der weltweiten Binnenflüchtlinge - 63,3 Prozent - wurden durch Konflikte innerhalb von fünf Staaten aus ihren Wohnorten vertrieben: Syrien, Kolumbien, Nigeria, Demokratische Republik Kongo und Sudan. Hinzu kämen in jüngster Zeit noch Ströme von Binnenflüchtlingen durch den gewaltsamen Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik. Auch massive Bandenkriege und Terrorismus führen immer wieder zu Vertreibungen.

Jan Egeland präsentiert den UNHCR-Bericht Bild: AFP

Binnenvertriebene rund 17 Jahre auf der Flucht

Besorgniserregend sei auch, dass durchschnittlich 17 Jahre vergehen, ehe Binnenvertriebene in ihre Wohngebiete zurückkehren, erläuterte NRC-Generalsekretär Jan Egeland. «Das zeigt, dass wir beim Umgang mit diesem Problem irgendetwas ganz falsch machen.»

Die Zahlen wurden vom Zentrum zur Beobachtung von Binnenflucht (IDMC) in Genf zusammengetragen. Es nahm seine Arbeit 1998 auf und wird vom Norwegischen Flüchtlingsrat unterhalten.

Insgesamt waren Ende 2013 laut UNHCR mehr als 45 Millionen Menschen auf der Flucht, wobei es im jetzt vorgelegten Bericht allein um die Binnenflüchtlinge geht. Sie befinden sich oft in einer schlimmeren Notsituation als Flüchtlinge, die ihr Land verlassen haben und völkerrechtlich unter dem Schutz der Uno-Flüchtlingskonvention stehen.

Vorallem der syrische Bürgerkrieg macht viele Menschen zu Vertriebenen im eigenen Land. Bild: AP

Zahl der «illegalen» Flüchtlinge steigt

Die Zahl der Flüchtlinge, die versuchen, nach Europa zu kommen, hat laut Grenzschutzbehörde Frontex ebenfalls zugenommen. In den ersten vier Monaten des Jahres wurden an den Aussengrenzen der EU rund 42.000 Flüchtlinge aufgegriffen - das waren mehr als dreimal so viele wie im gleichen Zeitraum 2013.

«Wir gehen davon aus, dass im Sommer sehr hohe Zahlen erreicht werden», sagte der stellvertretende Frontex-Direktor Gil Arias-Fernandez am Mittwoch in Brüssel. Grund dafür seien Konflikte wie in Syrien und die schlechten Lebensbedingungen in vielen afrikanischen Ländern. Zudem seien die Kontrollen verstärkt worden. Die meisten der «illegal» angekommenen Flüchtlinge gelangen mit Booten über das Mittelmeer nach Europa.

(sun/dpa/Spiegel Online)



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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 14.05.2014 19:24
    Highlight Europa wird noch über viele Jahre Wirtschaftsflüchtlinge aufnehmen müssen. Denn es wird viel Zeit in Anspruch nehmen, bis in afrikanischen Ländern und Ländern des Nahen Ostens verantwortungsbewusste und demokratische Regierungen die Ruder übernommen haben. Und die Politik Europas, mit subventionierten Gütern die Wirtschaft in diesen Ländern unten zu halten, trägt den Rest zu den Migrantenströmen bei.
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