USA
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Diese US-Schüler haben ihre Schulleiterin gerade des Betruges überführt. bild: twitter

Diese Teenie-JournalistInnen überprüften ihre Schulleiterin – Tage später tritt sie zurück

06.04.17, 06:48 06.04.17, 12:56


Am 6. März war die Welt für Betrügerin Amy Robertson noch in Ordnung. Soeben wurde sie als neue Schulleiterin der Pittsburg High School im US-Bundesstaat Kansas angestellt. Doch eine neugierige Gruppe von Nachwuchs-Journalisten machte ihr einen ordentlichen Strich durch die Rechnung. 

«Einige Sachen ergaben einfach keinen Sinn», erzählt der 17-jährige Connor Balthazor, der für die Studentenzeitung «Booster Redux» schreibt, der Washington Post. 

Als sie im Internet nach der Universität gesucht hätten, an der die neue Schulleiterin angeblich ihren Master erworben hatte, seien sie einfach nicht auf eine akkreditierte Universität gestossen, so Balthazor.

Wochenlange Recherchen

Dies weckte die Neugier von Balthazor und seinen Kollegen. Wochenlang führten sie zur neuen Schulleiterin Recherchen durch. Dabei fanden sie heraus, dass die genannte Universität nicht beim Bildungs-Departement angemeldet ist, und dass man dort angeblich Diplome kaufen kann. 

Im Internet habe es mehrere Hinweise gegeben, dass es sich um eine dubiose Universität handle, so Balthazor. «Eigentlich hätte man von unserer Verwaltung erwarten können, dass sie dies herausfindet.»

«Hört auf, eure Nase in Sachen zu stecken, wo sie nicht hingehört», war hingegen alles, was die Teenies von oben zu hören kriegten. Doch sie liessen nicht locker. 

Die Nachwuchs-Journalisten konfrontierten die neue Schulleiterin nun persönlich. Sie gab ihnen an, dass sie die Universität besucht habe, bevor diese die Akkreditierung verloren habe. «Aber die Antworten waren unvollständig und die Daten überschnitten sich», so die Autoren.

Schulleiterin tritt zurück

Vergangenen Freitag veröffentlichten die Schüler ihren Artikel und sorgten damit für Aufsehen. Lokale Medien griffen die Geschichte auf und befragten die Schulleiterin nun ebenfalls. Der Druck auf die Schule und Robertson wurde immer grösser. 

Am Dienstag dann der grosse Knall. Die Schule verkündete den Rücktritt der Schulleiterin. «In Anbetracht der Angelegenheiten, die aufkamen, kam Dr. Robertson zum Schluss, dass ein Rücktritt im besten Interesse aller sei», heisst es in einem Statement. 

«Zu Beginn war alles ein bisschen aufregend», sagt Balthazor rückblickend. «Es war wie im Film.» Als sich die Hinweise auf einen Betrug erhärteten, «realisierte ich plötzlich, dass wir an etwas Grossem sind», so Balthazor.

Diverse TV-Stationen und grosse Zeitungen haben die Geschichte mittlerweile aufgegriffen. Balthazor und Co. erhielten auf Twitter zahlreiche Komplimente von bekannten Journalisten. 

Und sie werden wohl auch in Zukunft überall die Nase reinstecken, wo sie nicht hingehört.  (cma)

So, und jetzt zu den Journalisten-Fails: 

Abonniere unseren Daily Newsletter

20
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
20Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bruno Wüthrich 06.04.2017 09:54
    Highlight Gut stecken Journalisten (junge und ältere) ihre Nasen «in Dinge, wo sie nicht rein gehört». Dies macht zwar die Berufsgattung weder bei der Allgemeinheit noch bei denjenigen, die hinter den «Angelegenheiten» stecken, besonders beliebt, und - wie man aktuell am Beispiel der Türkei sieht, - bringt dies die Überbringer der schlechten Nachricht oft zügiger ins Gefängnis als deren Verursacher.

    Trotzdem wäre es wünschenswert, wenn die «vierte Gewalt» weniger dem Kostendruck ausgesetzt und unabhängiger von den Inserenten wäre. Es würden bestimmt noch mehr «Angelegenheiten» ausgegraben.
    88 1 Melden
    • Gummibär 06.04.2017 18:58
      Highlight Legislative, Exectuive, Judikative und Purgative, damit auch wirklich die ganze Scheisse rauskommt.
      Nun scheint mir, dass die Inserenten-Kostendruck-Unabhängigen, welche durch Gebühren alimentiert werden, ihre Aufgabe nicht besser machen.
      6 3 Melden
  • pamayer 06.04.2017 09:26
    Highlight donald, es wachsen mehr und mehr kritische geister heran, die auch vor dir als potus keinen halt machen werden.
    41 7 Melden
  • Theor 06.04.2017 08:51
    Highlight Hoffentlich bewegt diese Erfolgsstory die jungen Journalisten dazu, auch in Zukunft beim echten Enthüllungsurnalismus zu bleiben. Leute, die die richtigen Fragen stellen, braucht unsere Welt. Aber "Reporter" die bei einem Blick, Bild oder FOX einfach nur ihr Geld verdienen wollen, brauchts hingegen nicht.
    45 6 Melden
  • The oder ich 06.04.2017 08:30
    Highlight Schon etwas peinlich, dass die Schulaufsicht die Daten nicht bei der Bewerbung abgecheckt hat; offensichtlich wäre das ein Kinderspiel gewesen.
    Solche Titelmühlen (Geld statt akademische Leistung, wie von der Dame benützt) gibt es leider auch in der Schweiz (http://www.beobachter.ch/justiz-behoerde/gesetze-recht/artikel/titel-mit-dem-noetigen-kleingeld-macht-man-den-doktor/), und es wäre für unser Image gut, diesen endlich einen gesetzlichen Riegel zu schieben.
    Für uns Schweizer ist klar, dass Trogen keine anerkannte Uni hat, aber Leute aus der Ferne fallen immer wieder rein.
    20 3 Melden
  • c_meier 06.04.2017 08:15
    Highlight Da sie im Statement der Schule noch als "Dr. Robertson" geführt wird glaubt sie wohl immer noch an dieses Diplom...
    64 1 Melden
    • pamayer 06.04.2017 09:25
      Highlight eher muss sie versuchen, noch einigermassen das gesicht zu wahren. was natürlich sofort durchschaut wurde...
      9 4 Melden
  • RobertQWEC 06.04.2017 07:51
    Highlight TKKG
    69 3 Melden
    • c_meier 06.04.2017 13:02
      Highlight hat ein bisschen viele Gabys auf dem Foto (Tochter des Kommissars war das doch soweit ich mich erinnere...)
      1 0 Melden
  • gusg 06.04.2017 07:30
    Highlight Und hatte die Schulleiterin jetzt einen gültigen Abschluss oder nicht? Dies geht aus dem Text nicht klar hervor.
    33 22 Melden
    • Nosgar 06.04.2017 07:35
      Highlight Wohl kaum.
      67 7 Melden
    • Erarehumanumest 06.04.2017 07:36
      Highlight Zwischen den Zeilen lesen: Nein sie hatte keinen.
      63 7 Melden
    • Triumvir 06.04.2017 07:46
      Highlight Ja, sie hat ihn für gutes Geld wohl einfach gekauft...
      40 1 Melden
    • pamayer 06.04.2017 09:26
      Highlight wenn ja, wäre sie noch im amt.
      8 5 Melden
    • Alex_Steiner 06.04.2017 09:48
      Highlight @Erarehumanumest: Wo hast du das gelesen? So wie es aussieht ist sie nur zurückgetretten weil die Schüler gegen sie vorgegangen sind und sie jegliche Autorität verloren hat. Nicht weil ihr Abschluss nicht gültig war.
      10 29 Melden
    • blueberry muffin 06.04.2017 12:01
      Highlight Da die Schule sie noch mit Dr. ansprach, wurde die Frage scheinbar doch nicht geklärt.
      9 4 Melden
    • Nausicaä 06.04.2017 14:14
      Highlight blueberry: Öhm, eher so: Die Schule hatte keine Chuzpe den peinlichen Fehler zuzugeben und hat ein schwammiges Statement abgegeben, das Dr. noch enthielt und sich damit aus der Sache fein herausgezogen, obwohl sie infolge dilettantischer Recherche diese Robertson überhaupt erst eingestellt hatten.
      Wäre es anders, würde innerhalb des Artikels die Recherchefähigkeit der Jugend in Zweifel gezogen, wird sie aber nicht, sondern sogar von Journalistinnen gelobt. Haben es nun alle gecheckt? ;) (Textverständnis ist mein Fachgebiet)
      8 3 Melden
    • pamayer 06.04.2017 18:28
      Highlight Nausicaä
      Text verstanden.
      Sehr treffend zusammengefasst. Danke.
      3 1 Melden
    • Nausicaä 06.04.2017 20:38
      Highlight pamayer
      Hatte bei dir keine Bedenken.
      Merci. Sehr gerne :).
      2 2 Melden
    • gusg 06.04.2017 22:52
      Highlight @Nausicaä und Erarehumanumes: Ich nehme aus dem Text das heraus was drinsteht. Dies ist nicht ein Vorwurf an die jungen Journalisten, sondern an denjenigen/diejenige welcher/welche den Watson Artikel verfasst hat. Wenn ich einen Text lese, dann will ich keine Annahmen oder Mutmassungen treffen müssen.
      5 2 Melden

Das war's mit der Leichtathletik-EM: Rechtsextremer Schweizer Sprinter verliert Lizenz

Nach den Rassismus-Vorwürfen wird der Schweizer Sprinter Pascal Mancini von den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin ausgeschlossen. Zudem verliert er die Lizenz.

Zuerst wurde er aus dem Aufgebot für die 4x100-m-Staffel von Swiss Athletics eliminiert, danach auch von der 100-m-Distanz. Der 29-jährige Freiburger hat Schlagzeilen produziert, weil er auf seinem Facebook-Profil streitbare Beiträge mit rechtsextremem Gedankengut verbreitet hatte.

Mancini, dessen Gesinnung dem Verband bekannt …

Artikel lesen