USA

Ein Wandgemälde in North St. Louis, Missouri, erinnert an den getöteten Teenager Michael Brown. Bild: EPA/EPA

Fall Michael Brown

11 Schüsse und eine Feuerpause – Ferguson-Mord offenbar aufgenommen

Wie viele Schüsse feuerte der Polizist Darren Wilson auf den unbewaffneten Michael Brown ab? Eine jetzt aufgetauchte Audiodatei dokumentiert mehr als zehn - und eine kurze Feuerpause.

26.08.14, 12:42 26.08.14, 14:04

Ein Artikel von

Ferguson - Nur wenige Stunden nach der Beerdigung des 18-jährigen Michael Brown hat der US-Fernsehsender CNN einen Audio-Mitschnitt der tödlichen Schüsse auf den Teenager veröffentlicht, dessen Authentizität allerdings noch geprüft werden muss. Auf der knapp zwölf Sekunden langen Aufnahme sind elf Schüsse zu hören.Die ersten sechs werden hintereinander abgefeuert, dann folgt eine Pause, danach sind nochmals fünf zu hören.

Die Audiodatei soll am Tattag während eines Video-Chats eines Mannes entstanden sein, der in der Nähe des Tatorts in der US-Kleinstadt Ferguson wohnt. So schildert es die Anwältin des mutmasslichen Zeugen Lopa Blumenthal im CNN-Interview. Auf dem Band ist neben den Schüssen die Stimme des Mannes zu hören, der die Aufnahmen gemacht hat. «Du bist so hübsch», lässt er sein Chat-Gegenüber etwa wissen.

Video: YouTube/chuggkole CK

In dem Moment sei ihm noch nicht bewusst gewesen, wie wichtig diese Aufnahmen sein könnten, sagte Blumenthal. Ihrer Einschätzung nach sei vor allem die Pause zwischen den Schüssen wichtig für die Ermittlungen zum Tathergang.

Gutachter stellte nur sechs Schüsse fest

Zeugen hatten kurz nach dem Tod von Michael Brown gesagt, mindestens acht bis zwölf Schüsse gehört zu haben. Browns Begleiter gab Medien gegenüber an, Brown habe nach den ersten Schüssen die Arme gehoben und versucht zu fliehen. Von den Eltern des Getöteten beauftragte Gutachter hatte sechs Schussverletzungen am Körper des Teenagers festgestellt.

Die Echtheit der nun aufgetauchten Aufnahme sei noch nicht bewiesen, betont CNN. Die Audiodatei ist laut Anwältin an das FBI übergeben worden. Die Ermittler hätten ihren Mandanten und sie selbst bereits dazu befragt.

Fotos umgeben den Sarg des getöteten Michael Brown in St. Louis Missouri. Bild: Getty Images North America

Am 9. August hatte in Ferguson der weisse Polizist Darren Wilson den unbewaffneten Brown erschossen. Seither hat es heftige Proteste gegeben, die teilweise von Krawallen und Plünderungen begleitet wurden. Zwischenzeitlich hatte der Gouverneur von Missouri die Nationalgarde zur Beruhigung der Lage in die Kleinstadt beordert. (vks)

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

«Der Präsident ist blitzgescheit» – Darum wird Trump psychiatrisch NICHT untersucht

Ist Trump nun wirklich noch ganz dicht im Kopf oder nicht? Bei der offiziellen medizinischen Untersuchung von Donald Trump Ende dieser Woche wird der psychiatrische Zustand des US-Präsidenten NICHT überprüft. Auf eine entsprechende Frage sagte US-Präsidentensprecher Hogan Gidley am Montag (Ortszeit) nur knapp: «Nein.»

Der Präsident sei «blitzgescheit». Der 71-jährige Trump, dessen geistige und körperliche Eignung für das Präsidentenamt immer wieder in Frage gestellt wird, wird am Freitag …

Artikel lesen