USA

Vermeintliche Simulantin stirbt nach erzwungener Entlassung

Eine Frau wird in Handschellen aus dem Krankenhaus gebracht, weil man sie für eine Simulantin hält – und stirbt am Tag darauf: Die Angehörigen der Toten haben nun Klage eingereicht.

07.01.16, 19:57 08.01.16, 12:59

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Eine Frau in Florida ist gestorben, weil ein Krankenhaus sie für eine Betrügerin hielt und der Notaufnahme verwies – das behaupten die Anwälte der Angehörigen. Die 57-Jährige war fünf Tage vor Weihnachten ins Calhoun Liberty Hospital gegangen, weil sie unter Bauchschmerzen litt. Die Untersuchung verlief ergebnislos, das Krankenhaus wollte die Frau entlassen.

Sie weigerte sich jedoch zu gehen. Das Personal verständigte die Polizei, die die Frau in Handschellen abführte. In der Krankenhaus-Auffahrt kollabierte die 57-Jährige; sie wurde erneut behandelt, starb aber am Tag darauf wegen eines Blutgerinnsels in der Lunge.

Krankenwagen in Florida.
Bild: GETTY IMAGES NORTH AMERICA

Die Frau hätte nicht wegen einer schwachen Mutmassung ihr Leben verlieren dürfen, sagte nun Anwalt Daryl Parks; er vertritt die Familie der Toten, die Klage gegen das Krankenhaus eingereicht hat. Die Angehörigen werfen dem Hospital vor, fahrlässig gehandelt zu haben. Von der Polizei heisst es, man habe die Sache korrekt gehandhabt. Man habe sich auf die Meinung des medizinischen Personals verlassen.

Die Anwälte der Familie spielten auf einer Pressekonferenz allerdings eine Video-Aufnahme vor. «Man hört, wie die Polizisten darauf bestehen, dass sie ins Gefängnis geht. Man hört auch, wie das Krankenhauspersonal wiederholt zu ihr 'Ihnen fehlt nichts' sagt, während sie Schmerzen hat», sagte einer der Rechtsbeistände. Mehrmals sei zu hören, wie die Frau sagt, sie kriege keine Luft.

Es soll auch die Aussage eines Polizisten zu hören sein, der der Frau vorwirft, Atemnot vorzutäuschen. Ein Polizist habe zu seinem Vorgesetzten gesagt, die Frau habe sich einfach widersetzt. Diese Annahme habe die 57-Jährige das Leben gekostet, sagte Parks. Laut Polizei rief der Polizist nach dem Kollaps der Frau innerhalb einer Minute einen Arzt, eine Krankenschwester und einen Rettungsassistenten herbei.

ulz/Reuters

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 09.01.2016 13:41
    Highlight Angeblich hat die USA das beste Gesundheitssystem der Welt. Allerdings nur für Weisse die Geld haben. Die Frau war schwarz. Ob sie Geld hatte entzieht sich meiner Kenntnis. Ein beschämender Fall. Ich hoffe dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.
    9 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 07.01.2016 21:21
    Highlight Ähhhh, hat zwar nichts mit dem Artikel an sich zu tun, aber der Krankenwagen aif dem Bild scheint ein 3D-Model zu sein...
    8 5 Melden
    • Philipp Dahm 07.01.2016 21:33
      Highlight Nope, kommt aus der Bilddatenbank. Quasi mit Gütesiegel. :)
      9 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 07.01.2016 22:14
      Highlight Jup, mein Fehler! Dieser Brian Lawdermilk macht aber auch zu tolle Fotos :-)
      5 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 07.01.2016 20:18
    Highlight Wenn mein Hausarzt mich damals als Kind auch für ein Simmulant gehalten hätte, was er sonst immer von mir dachte, wäre ich ein Tag später gestorben....
    31 2 Melden

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