USA
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WASHINGTON, DC - OCTOBER 17:  Commander of U.S. Central Command, Gen. Lloyd Austin II, holds a media briefing on Operation Inherent Resolve, the international military effort against ISIS on October 17, 2014 at the Pentagon in Washington, D.C.  The general expressed concern that the Syrian city of Kobani could fall to ISIS militants.  (Photo by Allison Shelley/Getty Images)

US-General Austin: «Präzise Luftschläge» Bild: Getty Images North America

Kampf gegen IS-Dschihadisten

Obamas Anti-Terror-General

Er ist der Mann hinter der Strategie gegen die IS-Terrormilizen: Der öffentlichkeitsscheue US-General Lloyd Austin leitet den Einsatz im Irak und in Syrien. Nicht immer ist er einer Meinung mit US-Präsident Barack Obama.

Sebastian Fischer, washington / Spiegel Online

Ein Artikel von

Spiegel Online

Illusionen? Will sich Lloyd Austin von Anfang an nicht gemacht haben. Seine neue Aufgabe bedeute ziemlich viel Verantwortung, bemerkte der General, als er im Frühjahr 2013 befördert wurde: Er habe nun schliesslich den «wichtigsten, kriegführenden Job im US-Militär und also in der Welt». Exakt das hat sich in den letzten Wochen und Monaten bewahrheitet.

Denn Austin - einer grösseren Öffentlichkeit in Amerika noch immer völlig unbekannt - ist zuständig für die US-Truppen im Nahen und Mittleren Osten sowie in Teilen Nordafrikas. Also im grössten Krisenherd der Welt. Austin ist der erste Afro-Amerikaner auf diesem Posten. «Central Command» nennen die US-Militärs sein Regionalkommando, abgekürzt: CENTCOM.

Schwäche Amerikas?

Vom Hauptquartier in Florida aus wird der Krieg gegen die Terrormilizen des «Islamischen Staats» im Irak und in Syrien geplant, koordiniert, organisiert. Der 61-jährige Austin hat die militärische Strategie erarbeitet, mithilfe derer die USA und eine internationale Staatenallianz die Dschihadisten «schwächen und zerstören» wollen, wie es US-Präsident Barack Obama als Ziel ausgegeben hat.

Nur: Obwohl seit Wochen IS-Ziele bombardiert werden, sind die Terrormilizen nicht wirklich gestoppt worden. Die nur mit Mühe von kurdischen Kämpfern gegen die Dschihadisten gehaltene Stadt Kobane im Norden Syriens droht zum Symbol vermeintlicher US-Schwäche zu werden: "Wenn Kobane an den IS fällt, dann würde das als Niederlage Amerikas wahrgenommen", sagte Robert Ford, der frühere US-Botschafter in Syrien.

Verfolgt die US-geführte Allianz noch die richtige Strategie?

 «Hätte Obama damals auf Austins Rat gehört, der Aufstieg des IS wäre zu stoppen gewesen.»

Washington Post

In Washington wächst der Druck. Kritiker fordern den Einsatz von US-Bodentruppen; sie fordern mehr Engagement der Alliierten, etwa der Türkei. So ist die Lage, als der General Austin für Freitag zur Pressekonferenz ins Pentagon bittet. Das ist überraschend, da Austin als medienscheu gilt, regelmässig Interviewanfragen ablehnt. Die «New York Times» hat ihn den« unsichtbaren General» genannt, der Scheinwerferlicht und den politischen Betrieb gleichermassen meide - ganz anders als einer seiner schillernden Vorgänger, der spätere CIA-Chef David Petraeus, der wegen einer Sex-Affäre stürzte.

Lloyd Austin nun müht sich an diesem Freitag, Druck aus dem Kessel zu nehmen, die Kritiker zu besänftigen. Er wirbt um Geduld im Kampf gegen den IS. Und er betont immer wieder, dass im Zentrum der US-Anstrengungen eben nicht Syrien, sondern der Irak stehe - dass aber dennoch die Stadt Kobane eine besondere Bedeutung habe. Im Einzelnen:

Dabei war es just der General Austin, der Obama im September empfohlen hatte, eigene Bodentruppen einzusetzen: insbesondere Spezialkräfte. Der Präsident lehnte ab. Es war bereits das zweite Mal, dass Obama einen Rat Austins ausschlug: Als im Jahr 2011 der Abzug aus dem Irak geplant wurde, plädierte Austin dafür, eine rund 24'000 Soldaten starke Stabilisierungstruppe zurückzulassen. Obama tendierte zu 5000 Mann. Dann scheiterten die Verhandlungen mit den Irakern um ein Truppenstatut - und die USA zogen komplett ab. Die «Washington Post» kommentierte jüngst: «Hätte Obama damals auf Austins Rat gehört, der Aufstieg des IS wäre zu stoppen gewesen.»

Tatsächlich? Man weiss es nicht. Lloyd Austin jedenfalls ist an diesem Freitag nicht darauf eingegangen.



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