USA

Nahostkonflikt

Kerry zieht Apartheid-Bemerkung über Israel zurück

29.04.14, 12:21

Ein Artikel von

Nach einer umstrittenen Bemerkung über Israel hat US-Aussenminister John Kerry versucht, seine Worte in ein rechtes Licht zu rücken. «Weder glaube ich, noch habe ich jemals öffentlich oder privat gesagt, dass Israel ein Apartheid-Staat ist oder beabsichtigt, einer zu werden. Jeder, der irgendetwas über mich weiss, weiss das ohne den geringsten Zweifel», teilte Kerry mit.

Das Online-Magazin «The Daily Beas» hatte berichtet, der Minister habe hinter verschlossenen Türen gesagt, Israel drohe zu einem «Apartheid-Staat mit Bürgern zweiter Klasse» wie das frühere Südafrika zu werden. Sein Ministerium wollte den Bericht zunächst weder bestätigen noch dementieren.

Kerrys Reaktion sorgt aber für neue Verwirrung. Denn neben dem Dementi sagte er auch: Die «Kraft der Worte» könne «einen falschen Eindruck erzeugen, auch unbeabsichtigt». «Wenn ich das Band zurückspulen könnte, hätte ich ein anderes Wort gewählt, um meine feste Überzeugung zu beschreiben, dass der einzige Weg zu einem jüdischen Staat und zwei Nationen und zwei Seite an Seite in Frieden und Sicherheit lebenden Völkern langfristig eine Zwei-Staaten-Lösung ist.» Das legt nahe, dass Kerry den umstrittenen Vergleich eben doch getätigt hat.

Bild: AP/AP

Israel setzt neue Sanktionen gegen Palästinenser um

Der US-Politiker kümmert sich seit Monaten intensiv um den Friedensprozess im Nahen Osten. Doch die Frist für die von ihm vermittelten Friedensgespräche endete am Dienstag ergebnislos. Ursprünglich sollten sich Israel und Palästinenser bis dahin auf einen umfassenden Friedensvertrag auf Grundlage einer Zwei-Staaten-Lösung einigen.

Nach dem Scheitern hat Israel mit der Umsetzung von Sanktionen gegen die Palästinenser begonnen. Es würden Steuer- und Zolleinnahmen zurückgehalten, die Israel für die Palästinensische Autonomiebehörde erhebt, berichteten israelische Medien am Dienstag unter Berufung auf ungenannte Regierungsvertreter in Jerusalem.

Die Gelder würden zum Abbau von Schulden der Palästinenser bei Israel vor allem für Stromlieferungen verwendet. Die Arabische Liga hatte den Palästinensern vor kurzem für diesen Fall Ausgleichszahlungen in Höhe von umgerechnet monatlich 72 Millionen Euro zugesagt. (fab/AFP/dpa)

Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 29.04.2014 18:08
    Highlight Welche Ignoranz selbstgefällige Israel-Basher an den Tag legen erkennt man daran, dass sie nicht zur Kenntnis zu nehmen, dass der Grossteil der Araber in Israel nicht im Traum daran denken, die Freiheit, den Wohlstand und die Gleichberechtigung, die sie in Israel geniessen, gegen ein Leben in den offenbar Apartheid-freien islamischen Ländern einzutauschen.
    1 0 Melden
  • Nick Suter 29.04.2014 14:54
    Highlight Vielleicht könnte Kerry endlich einen Schnellkurs in Diplomatie, Geschichte und Welt-Kulturen absolvieren. Folgen schwere Missverständnisse könnten eventuell eingeschränkt werden!
    1 0 Melden

Trump kündigt an, eines der grössten Probleme der Welt zu lösen – und dann ab zum Golfen

Egal wie viel du dir für den heutigen Freitag vorgenommen hast, Donald Trump wirst du wohl kaum übertreffen. Der US-Präsident scheint nach Thanksgiving richtig ausgeruht und präsentierte sich heute Morgen auf Twitter voller Tatendrang.

So sieht sein Programm aus:

Doch was steckt hinter der Ankündigung, Frieden in den Nahen Osten zu bringen? Und ist die Region überhaupt bereit dazu?

Tatsächlich lobte Donald Trump im September seine Beziehung mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip …

Artikel lesen