USA

Nach schwerer Panne

Hinrichtungen in Oklahoma werden ein halbes Jahr lang ausgesetzt

09.05.14, 02:07 09.05.14, 08:36

Nach einer schweren Panne bei der Hinrichtung eines Todeskandidaten im US-Bundesstaat Oklahoma hat die Justiz die Aussetzung aller Exekutionen für ein halbes Jahr angeordnet. Das beschloss das höchste Berufungsgericht von Oklahoma am Donnerstag. Es gab damit einem zum Tode Verurteilten Recht.

Charles Warner hätte eigentlich am 29. April zwei Stunden nach Clayton Lockett hingerichtet werden sollen, dessen Hinrichtung nicht plangemäss verlief. Warner soll nun am 13. November sterben, wie das Gericht erklärte.

Clayton Lockett (links) starb Ende April nach 43-minütigem Todeskampf. Charles Warners (rechts) Hinrichtung wird deshalb um ein halbes Jahr verschoben. Bild: Reuters

Die Panne bei Locketts Exekution sorgte weltweit für Schlagzeilen. Die Hinrichtung war nach wenigen Minuten abgebrochen worden, weil es Probleme mit der Giftinjektion gab. Medienberichten zufolge wand er sich im Todeskampf vor Schmerzen. Erst 43 Minuten nach Verabreichung des Giftcocktails starb er an einem Herzinfarkt. Wegen Mangel an tödlichen Medikamenten für Hinrichtungen setzten die Behörden eine nicht erprobte Giftmischung ein.

Der Vorfall befeuerte erneut die Debatte über die Todesstrafe in den USA. Warners Hinrichtung wurde zunächst auf den 13. Mai verschoben. Er wurde wegen der Vergewaltigung und Ermordung des elf Monate alten Mädchens seiner Freundin zum Tode verurteilt.

Regierung zeigte sich einverstanden mit Aussetzung

In seiner Entscheidung ging das Berufungsgericht von Oklahoma auch auf die Position der Regierungsbehörden ein, die erklärt hatten, dass sie eine Aussetzung der Exekutionen für sechs Monate akzeptieren würden. In dieser Zeit sollen die Umstände der Hinrichtung von Lockett untersucht werden. Eine Aussetzung der Hinrichtungen auf unbestimmte Zeit lehnten die Behörden dagegen ab.

Die Richter ordneten in ihrer Entscheidung auch an, dass der Bundesstaat Oklahoma sie über den Fortgang der unabhängigen Untersuchung zu der Exekution Locketts informieren müsse. (trs/sda)

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Phil-a-palooza 09.05.2014 08:57
    Highlight Wann hört dieser Wahnsinn endlich auf?! Mich würde es interessieren, wie viele Unschuldige in Todeszellen sitzen. Man hört immer wieder von dilettantischen Ermittlungs- und Justizverfahren! Hanebüchen! Ich bin der Meinung, die Todesstrafe sofort abzuschaffen oder jedem Verurteilten soll die Schuld vor dem Vollzug nochmals bewiesen werden müssen. Die Kosten soll der Staat tragen! http://www.pupoll.com/de/polls/soll-die-todesstrafe-weltweit-abgeschafft-werden-2014-5-1
    0 0 Melden

70 Tage auf einem Schiff: USA setzen im Drogenkrieg «schwimmende Guantanamos» ein

Es hört sich an wie eine Verschwörungstheorie: Die USA setzen laut einem Bericht der «New York Times» im Krieg gegen Drogen auf Gefängnisschiffe. Dabei werden Fischer, die auf ihren Kuttern Kokain in die USA schmuggeln, in internationalen Gewässern aufgegriffen und monatelang auf solchen Schiffen befragt.

Das Heikle dabei ist, dass auf internationalen Gewässern andere Gesetze gelten als zum Beispiel auf dem US-Festland. Im Kampf gegen den Cannabis-Schmuggel erlaubte der Kongress der Küstenwache …

Artikel lesen