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Nach schwerer Panne

Hinrichtungen in Oklahoma werden ein halbes Jahr lang ausgesetzt

Nach einer schweren Panne bei der Hinrichtung eines Todeskandidaten im US-Bundesstaat Oklahoma hat die Justiz die Aussetzung aller Exekutionen für ein halbes Jahr angeordnet. Das beschloss das höchste Berufungsgericht von Oklahoma am Donnerstag. Es gab damit einem zum Tode Verurteilten Recht.

Charles Warner hätte eigentlich am 29. April zwei Stunden nach Clayton Lockett hingerichtet werden sollen, dessen Hinrichtung nicht plangemäss verlief. Warner soll nun am 13. November sterben, wie das Gericht erklärte.

Death row inmates Charles Warner (R) and Clayton Lockett are seen in a combination of pictures from the Oklahoma Department of Corrections dated June 29, 2011. Warner was convicted of the 1997 rape and murder of 11-month-old Adriana Waller and Lockett was sentenced to death for the 1999 murder of 19-year-old Stephanie Nieman.  Both men are scheduled to be executed by lethal injection next week.  REUTERS/Oklahoma Department of Corrections/Handout  (UNITED STATES - Tags: CRIME LAW) FOR EDITORIAL USE ONLY. NOT FOR SALE FOR MARKETING OR ADVERTISING CAMPAIGNS

Clayton Lockett (links) starb Ende April nach 43-minütigem Todeskampf. Charles Warners (rechts) Hinrichtung wird deshalb um ein halbes Jahr verschoben. Bild: Reuters

Die Panne bei Locketts Exekution sorgte weltweit für Schlagzeilen. Die Hinrichtung war nach wenigen Minuten abgebrochen worden, weil es Probleme mit der Giftinjektion gab. Medienberichten zufolge wand er sich im Todeskampf vor Schmerzen. Erst 43 Minuten nach Verabreichung des Giftcocktails starb er an einem Herzinfarkt. Wegen Mangel an tödlichen Medikamenten für Hinrichtungen setzten die Behörden eine nicht erprobte Giftmischung ein.

Der Vorfall befeuerte erneut die Debatte über die Todesstrafe in den USA. Warners Hinrichtung wurde zunächst auf den 13. Mai verschoben. Er wurde wegen der Vergewaltigung und Ermordung des elf Monate alten Mädchens seiner Freundin zum Tode verurteilt.

Regierung zeigte sich einverstanden mit Aussetzung

In seiner Entscheidung ging das Berufungsgericht von Oklahoma auch auf die Position der Regierungsbehörden ein, die erklärt hatten, dass sie eine Aussetzung der Exekutionen für sechs Monate akzeptieren würden. In dieser Zeit sollen die Umstände der Hinrichtung von Lockett untersucht werden. Eine Aussetzung der Hinrichtungen auf unbestimmte Zeit lehnten die Behörden dagegen ab.

Die Richter ordneten in ihrer Entscheidung auch an, dass der Bundesstaat Oklahoma sie über den Fortgang der unabhängigen Untersuchung zu der Exekution Locketts informieren müsse. (trs/sda)



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