USA
FILE - In this Thursday, Aug. 1, 2013 file photo, Michelle Knight speaks during the sentencing phase for Ariel Castro, right, in a Cleveland courtroom. The list of missing people in Cleveland makes up about one out of every 10 cases in the entire state. Most are found within a few weeks, but there are more than 22 people who have been gone for more than a year. (AP Photo/Tony Dejak, File)

Michelle Knight vor Gericht. Im Hintergrund sitzt ihr Kidnapper Castro. Bild: AP/AP

Gefangen im «Horrorhaus»

«Er sagte zu mir, er würde mich nie wieder gehen lassen»

Vor über zehn Jahren hatte sie ihr Kidnapper in das «Horrorhaus» von Cleveland im US-Staat Ohio gelockt. Gemeinsam mit zwei anderen Frauen war Michelle Knight gefangen, ein Jahr nach ihrer Befreiung erzählt die 33-Jährige in einem TV-Interview ihre Geschichte.

06.05.14, 07:23 06.05.14, 09:08

«Er sagte zu mir, er würde mich nie wieder gehen lassen», berichtete Michelle Knight dem TV-Sender CNN. Ein Kidnapper hatte sie und zwei weitere Frauen jahrelang eingesperrt. Immer wieder sei sie geschlagen und gefoltert worden. «Du bist machtlos», sagte Knight.

Der Entführer habe sie seinerzeit mit dem Versprechen, ein kleines Hundewelpen als Geschenk zu bekommen, in sein Haus gelockt, erzählte Knight dem Sender. Doch als sie schliesslich das Haus betreten habe, «ist mir klargeworden, dass ich einen Fehler begangen hatte.»

Michelle Knight in einem Interview mit CNN

Video: YouTube/CNN

Gefesselt, gefoltert, geschlagen

Sie sei gefesselt, gefoltert und geschlagen worden. Sie habe wenig zu essen bekommen. Um mit der Aussenwelt in Kontakt zu treten, habe es nur einen alten Fernseher und ein altes Radio gegeben. Wenn sie schrie, habe ihr Entführer ihr ein Stück Stoff in den Mund gestopft, berichtet Knight, die in den nächsten Tagen auch mit einem Buch an die Öffentlichkeit tritt.

«Ich sass in einem kleinen, pinkfarbenen Zimmer in der Falle und war gefesselt wie ein Fisch.» Zunächst sei sie allein gewesen, später habe sie von den beiden anderen entführten Frauen erfahren. Castro hatte die drei Frauen zwischen 2002 und 2004 in seine Gewalt gebracht.

Ein Modell des «Horrorhauses». Bild: Getty Images North America

Knight und die zwei anderen Frauen waren am 6. Mai 2013 auf dramatische Art aus dem «Horrorhaus» in Cleveland freigekommen. Auch ein sechs Jahre altes Mädchen war dabei, das der Entführer Ariel Castro gezeugt hatte. Castro war im August zu lebenslänglicher Haft plus 1000 Jahren verurteilt worden, hatte aber wenig später in seiner Zelle Selbstmord begangen.

Mehrmals schwanger

Das Verbrechen hatte seinerzeit Amerika schockiert. In Europa waren Erinnerungen an die Österreicherin Natascha Kampusch geweckt worden, die 2006 nach acht Jahren in den Händen eines Entführers freigekommen war – Kampusch war seinerzeit 18 Jahre alt gewesen, als sie freikam.

Michelle Knight gibt vor Gericht ein Statement ab

Video: YouTube/Bill Omar

Bereits kurz nach ihrer Befreiung hatte Knight berichtet, dass sie mehrfach von Castro schwanger geworden sei. Doch er habe die Schwangerschaften durch Hiebe in den Bauch und Nahrungsentzug gewaltsam abgebrochen, sagte sie den Ermittlern. Dafür habe sie ihrer Leidensgenossin helfen müssen, als die ein Mädchen zur Welt brachte.

Nach der Befreiung der drei Frauen, hatten sich US-Medien immer wieder gefragt, warum Nachbarn nichts von der grausigen Haft der Frauen bemerkt hätten. Castro, ein ehemaliger Schulbusfahrer, wohnte nur wenige Kilometer von den Eltern der drei Mädchen und Frauen entfernt. (sda/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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