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GIlberto Valle, center, leaves Manhattan federal court in New York on Tuesday, July 1, 2014. A federal judge overturned the conviction of the former New York City police officer accused of plotting to kidnap, kill and eat young women. (AP Photo/Seth Weng)

Bild: Seth Wenig/AP/KEYSTONE

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Urteil aufgehoben: New Yorker «Kannibalismus-Polizist» darf nicht wegen Phantasien bestraft werden

01.07.14, 22:50 02.07.14, 09:01

Ein früherer New Yorker Polizist, der im vergangenen Jahr wegen seiner im Internet geäusserten Kannibalismus-Fantasien schuldig gesprochen wurde, ist wieder auf freiem Fuss. Ein Richter hob am Dienstag den Schuldspruch gegen den 30-Jährigen wegen unzureichender Beweise auf.

Er ordnete die sofortige Freilassung an. Der Ex-Polizist hatte sich ausgemalt, wie er Frauen entführt, ermordet und verspeist. Er setzte seine Ideen nie in die Tat um, dennoch sprach ihn ein Geschworenengericht im März 2013 schuldig.

Richter Paul Gardephe erklärte nun in seinem Urteil am Dienstag, dass trotz der «abartigen und verdorbenen» Fantasien des Mannes kein Verbrechen stattgefunden habe. «Niemand wurde je entführt, keine Entführung wurde je versucht, und in der realen Welt wurden keine Schritte unternommen, um jemanden zu kidnappen», schrieb Gardephe.

Nach 21 Monaten hinter Gittern kam der Ex-Polizist frei, allerdings zunächst nur gegen eine Kaution von 100'000 Dollar. Ausserdem muss er eine elektronische Fussfessel tragen, sich einer psychologischen Untersuchung unterziehen und darf nicht das Internet benutzen. Denn das Verfahren gegen ihn ist noch nicht beendet, die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein.

Damalige Ehefrau informierte Behörden

Die Anwälte des Freigelassenen begrüssten die Entscheidung des Gerichts. «Es hat bestätigt, was wir seit Anfang dieses Falls gesagt haben – er hat sich nichts weiter zu Schulden kommen lassen als sehr unkonventionelle Gedanken», sagte Strafverteidigerin Julia Gatto. «Wir stecken Menschen für ihre Gedanken nicht ins Gefängnis.»

Die Ankläger werfen dem Mann vor, mit Hilfe von Polizei-Dateien Informationen über rund 100 potenzielle Opfer gesammelt zu haben. Im Internet pflegte er in einschlägigen Foren einen Gedankenaustausch über Kannibalismus. Die frühere Ehefrau des Angeklagten hatte auf dem Computer die dunkle Seite ihres Mannes entdeckt und die Behörden informiert. (pma/sda/afp)

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 02.07.2014 12:47
    Highlight Der soll "schriftsteller" werden und seine fantasien als gute nacht geschichten fuer horrorfreunde herausgeben. Andere machen das laengst und ein verlag wird sich wohl finden lassen. Jetzt erst recht.
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