USA

Hangover-Star Zach Galifianakis zeigt US-Präsident einen Spinnenbiss auf seinem Arm. Obamas Empfehlung. Screenshot: funnyordie.com

US-Präsident in Comedyshow

Mr. Obama und der Hangover-Typ wollen witzig sein

11.03.14, 18:08 12.03.14, 17:02

Ein Artikel von

sebastian fischer, spiegel online, washington

«2013 haben Sie einen Truthahn begnadigt - was ist Ihr Plan für 2014?» US-Präsident Barack Obama stellt sich den Blödel-Fragen eines Comedy-Stars. Damit will er für seine Gesundheitsreform werben. Interessanter Versuch.

Als Justin Bieber da war, hat ihn der Gastgeber mit seinem Gürtel geschlagen. Barack Obama ist das nicht passiert. Und die Sache mit dem grünen Glibber … Nein, dazu später.

Erst die Fakten: «Funny or Die» heisst die Website, «Between two Ferns» die Show, Gastgeber ist der Komödiant Zach Galifianakis aus der «Hangover»-Filmtrilogie. Das Konzept seit sieben Jahren: Typ sitzt zwischen zwei Farnen vor schwarzem Hintergrund und stellt drei bis fünf bekloppte Fragen an einen Prominenten.

Der Prominente ist an diesem Dienstag der US-Präsident. (Den Clip sehen Sie hier.)

«Haben Sie schon von healtcare.gov gehört?» Obamas Prestigeprojekt kommt bei Galifianakis nicht gut an. Video: youtube.com/CNNInternational

«Mein Gast ist», Galifianakis guckt aufs Blatt, «Barack Obama.» Schiebt nach: «Präsident Barack Obama.» Eingeblendet wird dessen früherer Job: «Community Organizer».

Galifianakis' erste Frage: «Im Jahr 2013 haben Sie einen Truthahn begnadigt. Was ist Ihr Plan für 2014?»

Obama: «Wir werden wohl einen weiteren Truthahn begnadigen.»

Galifianakis: «Wird es hart sein, wenn die Leute Sie nach Ihrer Präsidentschaft nicht mehr im Basketball gewinnen lassen?» 

Obama: «Wie fühlt es sich an, wenn man nur acht Zentimeter hoch springen kann?»

Galifianakis: «Es sind acht Zentimeter in der Horizontalen.»

Schuss, Gegenschuss. So blödeln sie vor sich hin. Die Amerikaner erwarten geradezu von ihrem Präsidenten, dass er beizeiten Humor beweist, dass er selbstironisch auftreten kann. Eine Schlüsselqualifikation, die der deutschen Polit-Elite ziemlich abgeht. Obamas Auftritt bei Galifianakis allerdings ist mehr. Er fügt sich in seine Strategie, die bunten den seriösen Shows vorzuziehen. Lieber Nonsens als Nachrichten. Kein Präsident vor ihm hat derart viel Klamauk mitgemacht und damit an seinem Image geschraubt.

Galifianakis: «Sie haben gesagt, wenn Sie einen Sohn hätten, dann sollte er nicht Football spielen. Wie kommen Sie auf die Idee, dass er das wollen würde? Vielleicht wäre er ja so ein Nerd wie Sie?»

Obama: «Glauben Sie, dass eine Frau wie Michelle einen Nerd geheiratet hätte?»

Obama war auch schon mal witziger als zwischen diesen beiden Farnen von Galifianakis. Der Auftritt ist zu offensichtlich inszeniert. Denn Obama will etwas an Galifianakis' junge Zielgruppe verkaufen: seine Gesundheitsreform. Man müsse eben neue Wege finden, um mit der Botschaft «durchzubrechen», zitiert die «New York Times» den Obama-Vertrauten Dan Pfeiffer. In der Show klingt das dann so:

Vorlage Galifianakis: «Gehen Sie auch auf .com oder .net-Websites oder hauptächlich .gov?»

Obama: «Haben Sie von healthcare.gov gehört?»

Und am Ende, natürlich, drückt Obama diesen roten Knopf auf dem Tisch neben sich. Der Knopf, dessen Betätigung noch während des Bieber-Interviews eine grüne Glibber-Masse auf Galifianakis niedergehen liess. Diesmal? Nicht.

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Roman Rey 12.03.2014 04:41
    Highlight Das wichtigste Zitat fehlt: «What are we going to do about north ikea?»
    0 1 Melden
  • John Smith 12.03.2014 03:01
    Highlight "Der Auftritt ist zu offensichtlich inszeniert." ACH NEIN, WIRKLICH?! Die Autoren dieses Sketchs haben bestimmt versucht glaubwürdig zu sein mit jeder Menge Quick-Cuts und angeblichen Spinnenbissen an Zachs Arm.
    Schon dutzende Stars haben bei 'Between two ferns' mitgemacht, aber jetzt wo Obama mit dabei ist, ist es auf einmal peinlich und albern obwohl er genau sein Ziel erreicht hat, millionen von Jugendlichen zu erreichen die sonst keine Nachrichten schauen/lesen.
    1 1 Melden

Hab' ich da gerade «Picdump» gehört?

Und so einfach geht's: 

1. watson-App öffnen ...

... oder allerspätestens jetzt downloaden, hier: iPhone / Android

2. Aufs Menü (drei farbige Strichli rechts oben) klicken

3. Unten Push-Einstellungen antippen und bei Picdump auf «ein» stellen, FERTIG.

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