USA

US-Justizministerium: Fergusons Polizei hat Schwarze diskriminiert

04.03.15, 09:47 04.03.15, 11:01

Mahnmal für den erschossenen Teenager Michael Brown in Ferguson. Bild: Charles Rex Arbogast/AP/KEYSTONE

Sieben Monate nach der Erschiessung des schwarzen Jugendlichen Michael Brown durch einen weissen Polizisten in der US-Stadt Ferguson wirft das US-Justizministerium der dortigen Polizei in einem Untersuchungsbericht Rassismus und die routinemässige Schikanierung der mehrheitlich schwarzen Bevölkerung vor.

Medien zitierten vorab aus dem Bericht, der am Mittwoch veröffentlicht werden sollte, die mehrheitlich weisse Polizei, aber auch die Justiz, hätten regelmässig Bürgerrechte verletzt und damit gegen die Verfassung verstossen.

Grand Jury: Polizist unschuldig

Der weisse Polizist Darren Wilson hatte Anfang August 2014 den unbewaffneten 18-Jährigen in der Vorstadt von St.Louis im Bundesstaat Missouri erschossen. Eine sogenannte Grand Jury aus überwiegend weissen Laienrichtern kam aber im November zu dem Schluss, dass sich der Polizist nichts zuschulden kommen liess. Das Urteil führte in Ferguson und zahlreichen anderen Städten zu teils gewaltsamen Protesten.

Ferguson – eine Chronik der Wut

Der Fernsehsender CNN und die «Washington Post» berichteten unter Berufung auf den Untersuchungsbericht, in Ferguson seien Schwarze überdurchschnittlich oft das Ziel polizeilicher Massnahmen gewesen. Ihr Anteil an allen Festnahmen zwischen 2012 und 2014 lag demnach bei 93 Prozent, obwohl sie nur zwei Drittel der Bevölkerung von Ferguson ausmachten.

85 Prozent der von der Polizei angehaltenen Autos wurden von Schwarzen gefahren, 90 Prozent der vor Gericht zitierten Personen waren Schwarze, und Gewalt wurde in 88 Prozent der Fälle gegen Schwarze angewandt.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte in einer ersten Reaktion, US-Präsident Barack Obama solle eine Arbeitsgruppe einrichten, um Empfehlungen für Reformen der Strafjustiz auszuarbeiten. Der Tod von Michael Brown mache eine nationale Debatte über Rassismus bei der Polizei erforderlich. Die USA habe eine lange Geschichte der Diskriminierung von Minderheiten und der Straflosigkeit der dafür Verantwortlichen, kritisierte die Organisation. (wst/sda/afp)

Hol dir die App!

Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Das sind die schlimmsten Filesharing- und Streaming-Seiten – sagt die US-Regierung

Die USA stellt erneut Firmen an den Pranger, die angeblich Online-Piraterie betreiben oder davon profitieren. Im Visier ist auch die Schweiz.

Jahr für Jahr veröffentlichen die USA eine Schwarze Liste mit Websites, die in Online-Piraterie involviert seien. Im jüngsten Bericht («2017 Out-of-Cycle Review of Notorious Markets») werden auch Schweizer Unternehmen aufgeführt.

Die Liste werde mit tatkräftiger Unterstützung der US-Unterhaltungsindustrie erstellt, hält Torrent Freak fest. Jeweils im Oktober gäben die MPAA und die RIAA – das sind die mächtigen Verbände der Film- und Musik-Industrie – «Empfehlungen» ab.

Publiziert wird die Liste …

Artikel lesen