USA

Propaganda in der Küche  Bild: «Washingtonian Mom»

Spott über Obamas Sprecher

Sowjet-Propaganda in der Küche

Historisch interessant, politisch nicht gerade passend: Obamas Sprecher Jay Carney hat in seiner Küche alte sowjetische Propaganda hängen. Nun ist der Spott gross.

15.04.14, 08:57 15.04.14, 09:16

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Noch im Pyjama, dafür umgeben von Obst und Pancakes in einer schicken Küche: Das Foto in der Washingtonian Mom soll ein wahres Familienidyll zeigen. Mama Claire Shipman und ihre zwei Kinder braten fröhlich ein Frückstücksei. Doch die Dekoration im Hintergrund sorgt nun landesweit für Empörung. Denn Shipman ist die Frau von Obama-Sprecher Jay Carney, und die Bilder, die ihre Küche zieren, zeigen Propagandaplakate aus Sowjet-Zeiten.

Während auf höchster diplomatischer Ebene um die Ukraine gerungen wird, während die Präsidenten Barack Obama und Wladimir Putin am Telefon über das Ende der Gewalt in dem Land beraten, während neue Sanktionen gegen Moskau im Gespräch sind – während all dies geschieht, muss sich Obamas Sprecher für seine Hausdekoration rechtfertigen.

Eines der Plakate scheint russische Propaganda aus dem Jahr 1920 zu sein. «Hast du dich verpflichtet?», fragt ein Soldat der Roten Armee auf Russisch und streckt dem Betrachter den Zeigefinger entgegen. Das andere zeigt eine Fabrikarbeiterin bei der Arbeit. Es sollte Frauen dazu ermutigen, Berufe zu ergreifen, die Männer wegen ihres Einsatzes an der Kriegsfront aufgeben mussten.

«Frauen! Bekommt einen starken Bizeps»

Nach Angaben eines Online-Händlers, der das Plakat verkauft, wurde es im Juni 1941 gedruckt – nur wenige Tage nach dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. «Je stärker das Hinterland, desto stärker die Front!», heisst es auf dem Plakat.

Jay Carney.  Bild: AP/AP

In den sozialen Netzwerken machen bereits Alternativ-Versionen der Plakate die Runde: Auf Twitter heisst es jetzt in Anspielung auf das Gesundheitsprogramm Obamacare: «Verbreite deine Gesundheit» (und Obama trägt die russische Uniform und zeigt auf sein Volk). Oder: "Frauen! Bekommt einen starken Bizeps, um auf das Cover der Vogue zu kommen" (und Michelle Obama hält – mit Küchenschürze bekleidet und kämpferischem Blick – das Vogue-Cover hoch).

Bisher hat sich Carney noch nicht geäussert, auch nicht auf Twitter. Bemerkenswert: In seinen täglichen Presse-Briefings im Weißen Haus hat er selbst mit Blick auf den Ukraine-Konflikt mehrfach von «russischer Propaganda» gesprochen.

Die Wahl der Poster in seiner Küche könnte übrigens einen privaten Hintergrund haben: Er und seine Frau Claire Shipman haben sich Anfang der 1990er-Jahre in Moskau kennengelernt, als beide dort als Journalisten arbeiteten. (vek/dpa)

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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