USA

Simpson sagte bei einer Anhörung am Donnerstag, er habe bei dem Vorfall niemals mit einer Waffe auf jemanden gezielt oder Drohungen ausgesprochen. Bild: AP/Lovelock Correctional Center

O.J. Simpson kommt frühzeitig auf Bewährung frei

20.07.17, 20:11 20.07.17, 22:35

Der frühere amerikanische Football-Star O.J. Simpson darf vorzeitig aus der Haft entlassen werden. Ein Begnadigungsausschuss entschied am Donnerstag im US-Bundesstaat Nevada, dass der 70-Jährige das Gefängnis im Oktober auf Bewährung verlassen dürfe.

Simpson hatte zuvor in einer Anhörung für seine frühzeitige Entlassung aus der Haft geworben. Der 70-Jährige reagierte emotional und bedankte sich mehrfach.

Er war 2008 von einem Gericht wegen bewaffneten Raubs und Körperverletzung zu einer Haftstrafe von maximal 33 Jahren verurteilt worden. Das Gericht legte damals fest, dass ein Antrag auf vorzeitige Haftentlassung nicht vor 2017 gestellt werden kann und eine Mindeststrafe von neun Jahren abgesessen werden muss.

2007 war er zusammen mit mehreren Komplizen bewaffnet in ein Hotelzimmer in Las Vegas eingedrungen und hatte zwei Sammler von Fan-Artikeln gezwungen, ihm persönliche Erinnerungsstücke zu geben.

In seinem ersten öffentlichen Auftritt seit Jahren entschuldigte er sich für den Vorfall. «Es tut mir leid, dass die Dinge so ausgegangen sind, wie sie sind» erklärte er. Er habe niemals ein Verbrechen verüben wollen. «Es tut mir leid.»

«Keine Waffe»

Vier Mitglieder des Ausschusses befragten den 70-Jährigen zu den Umständen des Raubüberfalls. Simpson erklärte, er habe bei dem Vorfall niemals mit einer Waffe auf jemanden gezielt oder Drohungen ausgesprochen. «In keiner Weise oder Form habe ich ihnen etwas Böses gewollt.» Entschieden fügte er hinzu, dass es sich bei den Memorabilien um sein Eigentum gehandelt habe.

Eines der beiden Opfer des Überfalles, Bruce Fromong, bestätigte diese Angaben im Zuge der Anhörung. Zudem entlastete er Simpson von dem Vorwurf des Waffeneinsatzes. «O.J. hat mich niemals mit einer Waffe bedroht», sagte der Mann, der sich als langjährigen Freund des früheren Stars bezeichnete.

«Wenn er mich morgen anrufen und sagen würde, dass er entlassen wurde, würde ich mich ins Auto setzen und ihn abholen», sagte er. Das zweite Opfer des Überfalls, Alfred Beardsley, ist 2015 gestorben.

In Mordprozess freigesprochen

In dem Verfahren von 2008 ging es nicht um den Tod von Simpsons Ex-Frau Nicole Brown Simpson und deren Freund Ronald Goldman. Simpson war 1994 beschuldigt worden, die beiden mit Messerstichen getötet zu haben.

1995 stand der einstige Football-Star, der auch in den «Nackte Kanone»-Filmkomödien der 80er und 90er Jahre mitspielte, deswegen vor Gericht. In dem als «Prozess des Jahrhunderts» bekannt gewordenen Verfahren wurde er trotz anscheinend erdrückender Beweislast letztendlich freigesprochen.

Tochter bittet um Entlassung

In einem emotionalen Plädoyer bat Arnelle Simpson, die älteste Tochter, vor dem Gremium am Donnerstag um die Entlassung ihres Vaters. «Die Menschen können sich nicht vorstellen, was wir in den letzten neun Jahren durchgemacht haben», sagte die 48-Jährige. «Wir wollen einfach nur, dass er nach Hause zu seiner Familie kommt.»

Der inzwischen im Ruhestand lebende Staatsanwalt David Roger, der 2008 den Prozess gegen Simpson geleitet hatte, sprach sich im Vorfeld für eine Begnadigung des prominenten Straftäters aus. «Der Mann hat für einen Raub lange genug gesessen, ich gehe davon aus, dass er begnadigt wird», sagte er im Gespräch mit US-Medien. (sda/dpa)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Wandtafel 21.07.2017 01:03
    Highlight "The Juice" 😂
    2 1 Melden
  • Gelöschter Benutzer 20.07.2017 22:20
    Highlight Ich habe gehört, man holt ihn mit einem weissen Geländewagen ab.
    14 2 Melden
  • Yelina 20.07.2017 21:43
    Highlight Im Zivilprozess, den die Familie seiner toten Frau nach dem Strafprozess anstiess, wurde er für den Mord schuldig gesprochen, musste aber "nur" 33,5 Mio. $ abgeben, nicht seine Freiheit.
    17 2 Melden
    • Gelöschter Benutzer 20.07.2017 22:19
      Highlight In Zivilprozessen geht es jeweils auch nur um Geld.
      14 1 Melden
    • Yelina 20.07.2017 22:23
      Highlight AL:BM, weiss ich, aber für den Doppelmord hätte er ruhig lange einfahren dürfen.
      17 4 Melden
    • Gelöschter Benutzer 20.07.2017 22:56
      Highlight Da haben sie recht. Reiche Leute fahren selten lange ein.
      3 0 Melden

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