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Zum Tode verurteilte Christin im Sudan erneut verhaftet

25.06.14, 22:20
FILE - In this file image made from an undated video provided Thursday, June 5, 2014, by Al Fajer, a Sudanese nongovernmental organization, Meriam Ibrahim breastfeeds her newborn baby girl that she gave birth to in jail last week, as the NGO visits her in a room at a prison in Khartoum, Sudan. Sudan's official news agency, SUNA, said the Court of Cassation in Khartoum on Monday, June 23, canceled the death sentence against 27-year-old Meriam Ibrahim after defense lawyers presented their case. The court ordered her release. (AP Photo/Al Fajer, File)

Nur für kurze Zeit in Freiheit: Die zum Tode verurteilte Christin Mariam Jahia Ibrahim Ischag wurde im Sudan wegen «gefälschten Papieren» verhaftet.  Bild: AP/Al Fajer

Die im Sudan zum Tode verurteilte und am Montag freigelassene Christin befindet sich nach Angaben ihres Anwalts in Polizeigewahrsam in Khartum und muss sich wegen Urkundenfälschung verantworten. Die 27-jährige Mariam Jahia Ibrahim Ischag sei am Dienstag am Flughafen der Hauptstadt festgenommen worden.

Ihr Anwalt Mohanad Mustafa sagte am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP, Ischag habe das Land zusammen mit ihrer Familie in Richtung Washington verlassen wollte.

Der sudanesische Informationsminister Ahmed Bilal Osman sagte AFP, Ischag hätte zur Ausreise einen sudanesischen Pass benötigt. Sie habe aber ausländische Papiere benutzt, und das sei illegal. Der Minister fügte hinzu, sobald Ischag einen gültigen Pass vorweise, stehe ihrer Ausreise nichts mehr im Wege.

Ischags Anwalt Mustafa sagte, seine Mandantin habe keinen sudanesischen Pass. Der Geschäftsträger der südsudanesischen Botschaft in Khartum, Kau Nak, versicherte, dass Ischags Reisedokumente gültig seien. Er selbst habe sie ausgestellt und unterschrieben.

Gegen das Todesurteil gegen Mariam Jahia Ibrahim Ischag regte sich internationaler Widerstand.  Bild: EPA/DPA

Ischags aus dem Südsudan stammender christlicher Ehemann Daniel Wani, ein US-Bürger, sprach von Todesdrohungen gegen seine Frau. Deshalb wolle sie «so bald wie möglich» ausreisen. Über den Verbleib der beiden kleinen Kinder des Paares, darunter ein im Gefängnis geborenes Baby, war zunächst nichts bekannt.

Ischag war Mitte Mai wegen «Abfalls vom islamischen Glauben» und Ehebruchs zum Tod durch den Strang verurteilt worden. Laut der sudanesischen Auslegung des islamischen Rechts der Scharia darf eine Muslimin keinen Christen heiraten. Tut sie es dennoch, wird dies als Ehebruch gewertet.

Ischag wurde von ihrer äthiopischen Mutter in deren christlich-orthodoxen Glauben erzogen, nachdem ihr muslimischer Vater die Familie verlassen hatte, als sie fünf Jahre alt war. Im Sudan gelten Kinder eines muslimischen Vaters jedoch automatisch als Muslime. (sda/afp)

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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