Ukraine

Foto-Apokalypse

In Debalzewo ist die Welt untergegangen – und ich dachte, solche Bilder sehen wir nie wieder  

19.02.15, 08:57 19.02.15, 10:58

Seit Mittwochmorgen ist die Schlacht um Debalzewo vorbei. Kiew gibt auf und die ukrainische Armee zieht sich aus der Stadt zurück. Der Krieg aber, der in den vorangegangenen Wochen zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten getobt hatte, wird sich auch noch lange nach diesem Kampf seine Opfer holen. 

Sein Arm ist lang und mit seinen Fingern grabscht er schon nach der Zukunft. Und wenn wir an seinem Ärmel entlang in die Vergangenheit hangeln, dann sehen wir wieder die Bilder, an die wir eigentlich gar nicht erinnert werden wollen. Das Angesicht des Krieges. Ein Vergleich.

Der Fotograf Max Avdeev hat vor der Einnahme Debalzewos prorussische Separatisten begleitet und die Lage aus deren Perspektive fotografisch festgehalten. Seine Bilder wurden erstmals bei Buzzfeed veröffentlicht. bild: Max Avdeev for BuzzFeed News

Während der Schlacht an der Somme, an der Westfront 1916: Die britisch-französische Grossoffensive gegen die deutschen Stellungen dauerte vom 1. Juli 1916 bis zum 18. November desselben Jahres und blieb ohne militärische Entscheidung. Mit 1'000'000 getöteten, verwundeten und vermissten Soldaten war sie die verlustreichste Schlacht des Ersten Weltkriegs. bild: slideshare

Eine kleine Pause für die prorussischen Separatisten in Debalzewo. bild: Max Avdeev for BuzzFeed News 

Am Feuer wärmen sich die Kämpfer. Viele von ihnen sind Freiwillige aus der Gegend, die unter russischem Kommando stehen.  bild: Max Avdeev for BuzzFeed News

1940: Gebirgsjäger der Wehrmacht in der Nähe des norwegischen Dorfes Krokstranda.  bild: histomil

Mit gesenktem Kopf geht ein prorussischer Soldat an seinen getöteten Kameraden vorbei. bild: Max Avdeev for BuzzFeed News

Unternehmen Zitadelle war der deutsche Deckname für den Angriff auf den sowjetischen Frontbogen um die russische Stadt Kursk. Die Schlacht gilt als letzte Grossoffensive im Krieg gegen die Sowjetunion und fand vom 5. bis zum 16. Juli 1943 statt. Im Bild: ein zerstörter deutscher Panzer und ein toter Soldat der Wehrmacht.  bild: militaryphotos

Pausieren in ukrainischen Gräben. bild: Max Avdeev for BuzzFeed News 

15. September 1916: Neuseeländische Truppen machen während der Schlacht an der Somme in einem Explosionskrater Pause.

Kanadische Soldaten in französischen Schützengräben im Ersten Weltkrieg, 1917. bild: wikicommons

Schlafen hinter dem Schutzwall irgendwo in Debalzewo. bild: Max Avdeev for BuzzFeed News

September 1942: Ein deutscher Soldat der 24. Panzerdivision auf seinem Beiwagen in Südrussland. bild: bundesarchiv/ sautter

Ein einsamer prorussischer Separatist. bild: Max Avdeev for BuzzFeed News 

Ein japanischer Bunker auf Kiska: Japanische Kräfte besetzten die Insel, aber die Abgelegenheit der Insel und die schwierigen Wetter- und Geländeverhältnisse führten dazu, dass fast ein Jahr verging, bevor amerikanische Truppen landeten und die Insel ohne Widerstand einnehmen konnten. bild: histoquiz

Ein Panzer in Debalzewo wartet auf seinen Einsatz. bild: Max Avdeev for BuzzFeed News

Der erfolgreichste britische Sturmpanzer wurde nach Churchill benannt. Frankreich, 1944.  bild: militaryfresh

Ein deutscher Panzer des Afrikakorps (DAK), das von 1941 bis 1943 im Gebiet von Tunesien über Libyen bis Ägypten operierte. bild: geekfill

Das Warten zwischen den Gefechten in Debalzewo.  Bild: max avdeev for buzzfeed news

Während der Schlacht von Stalingrad 1943. bild: wikipedia

Ukrainische Kanonen in der Nähe von Debalzewo am 17. Februar 2015.  bild: reuters/gleb garanich

Katjuscha-Raketenwerfer (sowjetische Mehrfachraketenwerfer) im Einsatz gegen die deutsche Wehrmacht während der Schlacht von Stalingrad. Bild: wikipedia

15. Februar 2015: Ein ukrainischer Soldat spielt Fussball auf der Strasse, die nach Debalzewo führt.  bild: Brendan Hoffman/Getty Images

Während des Weihnachtsfriedens 1914: Der britische Soldat Clement Barker beschrieb die Szene so: «Am Weihnachtsmorgen hat ein Deutscher über den Schützengraben geschaut – keine Schüsse. Unsere Männer schossen auch nicht und sie gingen raus, um die Toten zu holen, damit man sie begraben konnte. Dann flog der Fussball aus unserem Graben und plötzlich spielten die Deutschen mit den Briten Fussball.» bild: bundeswehr lexikon

Die Verwandten dieser Frau stiegen in den Bus, der Debalzewo am 4. Februar 2015 verliess. bild: Reuters/ sergey polezhaka

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8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 19.02.2015 23:06
    Highlight Das sagt alles: "Am Feuer wärmen sich die Kämpfer. Viele von ihnen sind Freiwillige aus der Gegend, die unter russischem Kommando stehen. "...
    0 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 19.02.2015 12:54
    Highlight "Der Krieg aber, .................."

    Endlich, es hat lange gedauert bis es mal jemand beim namen nennt und nicht als regionalen konflikt, scharmutzel oder auseinandersetzung verniedlicht. Die bilder sind noch viel zu schoen um den schrecken wirklich darzustellen.

    Doch bitte, wenn sie schon die eine buergerkriegspartei als prorussisch bezeichenen nennen doch gleich auch die andere armee proEUSA.
    14 4 Melden
  • greenlion 19.02.2015 11:08
    Highlight Starke Fotos ! Sehr aussagekräftig.
    9 0 Melden
  • Martin Wespe 19.02.2015 11:06
    Highlight So lange es Menschen gibt, werden wir solche Bilder immer sehen.
    13 1 Melden
  • quark 19.02.2015 09:56
    Highlight Ich denke Putin müsste jeden gefallenen Soldaten küssen und ihm sagen warum.
    16 8 Melden
    • Gelöschter Benutzer 19.02.2015 10:58
      Highlight Poroschenko wäre da der Ansprechpartner, der hat seine jungen Männer einen sinnlosen Krieg beginnen lassen und zuletzt in Debaltsewo im Stich gelassen. Und jetzt hat er noch die Frechheit von einem "Sieg" zu reden. Er sollte die Toten küssen gehen.
      10 17 Melden
  • Gelöschter Benutzer 19.02.2015 09:23
    Highlight Und dann noch ein Vergleich von Massengräbern in Nigeria, Syrien oder Irak mit Bildern des Zweiten Weltkriegs? Krieg ändert sich nie, liegt in der Natur der Menschen.
    18 1 Melden
    • droelfmalbumst 19.02.2015 11:06
      Highlight die form wie man krieg führt ändert sich einfach... kriege selber aber nicht, da stimme ich zu!
      8 0 Melden

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