Ukraine
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Ruf aus dem Exil

Janukowitsch befeuert die Diskussion über eine Teilung der Ukraine

epa04105376 An armed man in military uniform stands near a building of the Crimean Cabinet of Ministers in Simferopol, Ukraine, 01 March 2014. Russia ratcheted up the tension over Ukraine on 01 March when its upper house of parliament authorised the use of armed forces inside Europe's second largest country by territory.  EPA/MAXIM SHIPENKOV

Soldat auf der Krim Bild: EPA

Der entmachtete Präsident der Ukraine rief aus dem russischen Exil dazu auf, ein Volksabstimmungen in allen Regionen der Ukraine zu fordern. Derweil fordert Obama von Russland einen Truppenabzug.

28.03.14, 19:19

Knapp zwei Wochen nach dem international umstrittenen Russland-Referendum auf der Krim rief Viktor Janukowitsch aus dem russischen Exil seine Landsleute dazu auf, der neuen Regierung in Kiew nicht zu folgen. «Als Präsident rufe ich jeden vernünftigen ukrainischen Bürger auf: Lassen Sie sich von den Betrügern nicht benutzen! Fordern Sie ein Referendum über den Status jeder Region in der Ukraine!», zitierte die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS Janukowitsch, der sich noch immer als Präsident bezeichnet.

Janukowitsch griff die EU und USA scharf an. «Der Sturz der gesetzmässigen Machthaber ist vom Westen ausserhalb internationalen Rechts geplant worden und nicht das erste Beispiel eines solchen Szenarios», hiess es in der Erklärung. Janukowitsch war nach dem Machtwechsel in Kiew im Februar nach Russland geflohen. Wegen der Aufforderung zum Sturz der verfassungsmässigen Ordnung leitete die ukrainische Justiz ein weiteres Verfahren gegen den 63-Jährigen ein.

Russische Flotte auf der Krim Bild: KEYSTONE

Russland bestreitet militärische Bedrohung der Ukraine

Janukowitschs Aussagen könnten nach Ansicht von Beobachtern die Spannungen im prorussischen Osten und Süden der Ukraine wieder anheizen. Der Sondergesandte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) für die Ukraine, Tim Guldimann, rechnet hingegen mit einer Stabilisierung der Verhältnisse im Osten des Landes. Die Verantwortlichen vor Ort sähen den Osten des Landes in der Ukraine, eine Konfrontation könne auch nicht im Interesse Russlands liegen, sagte der Schweizer Botschafter gegenüber Deutschlandradio Kultur.

Angesichts eines angeblichen Grossaufmarsches der russischen Armee an der ukrainischen Grenze streitet die Nato über eine stärkere Präsenz in ihren östlichen Mitgliedstaaten. Der deutsche Aussenminister Frank-Walter Steinmeier kritisierte die öffentliche Form der Debatte. Die Nato-Aussenminister in Brüssel kommen am Dienstag und Mittwoch zu Beratungen über Konsequenzen aus der Krim-Krise zusammen.

Ukrainische Truppen Bild: AP/AP

Ukraine hofft auf Kredit

US-Präsident Barack Obama rief den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Abzug der Armee nahe der ukrainischen Grenze auf. Es sei unklar, was Moskau mit der Truppenhäufung «unter dem Vorwand eines Trainingseinsatzes» erreichen wolle, sagte Obama in einem CBS-Interview. Russland bestritt eine militärische Bedrohung der Ukraine.

Die nahezu bankrotte Ukraine hofft derweil, bald eine erste Tranche des Milliardenkredits vom Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erhalten. Die Organisation sei bereit, zunächst 3 Milliarden der bis zu 18 Milliarden US-Dollar (13,1 Milliarden Euro) zuzuschiessen, sagte Finanzminister Alexander Schlapak. Wirtschaftsminister Juri Prodan räumte ein, allein die Gasschulden beim russischen Staatskonzern Gazprom betrügen 1,7 Milliarden US-Dollar. Er schloss nicht aus, die Transitpreise für russisches Gas nach Westen zu erhöhen. (dwi/sda/dpa)



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