Ukraine
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Neue Kämpfe in der Ukraine

Schweizer stirbt bei Bombenangriff auf das IKRK-Büro in Donezk

02.10.14, 19:23 03.10.14, 14:07

Erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe in der Ostukraine vor vier Wochen ist das Zentrum der Separatistenhochburg Donezk wieder unter starkes Artilleriefeuer geraten. Eine Granate schlug unweit des IKRK-Büros ein. Ein Schweizer Mitarbeiter wurde dabei getötet. 

A photo taken on October 3, 2014 shows the scene of a rocket attack which killed a Swiss International Committee of the Red Cross (ICRC) worker outside the International Committee of the Red Cross office in Donetsk the day before. Shelling in the center of the main rebel-held city in Ukraine's east killed a Swiss Red Cross worker on October 2, tearing badly at a weakly observed four-week truce meant to defuse Europe's worst crisis in decades. The attacks in Donetsk were the first to strike the heart of the city since the signing of the truce on September 5 between Kiev and Moscow.AFP PHOTO / JOHN MACDOUGALL

Hier schlug die Granate vor dem IKRK-Büro ein. Bild: AFP

A photo taken on October 3, 2014 shows the scene of a rocket attack which killed a Swiss International Committee of the Red Cross (ICRC) worker outside the International Committee of the Red Cross office in Donetsk the day before. Shelling in the center of the main rebel-held city in Ukraine's east killed a Swiss Red Cross worker on October 2, tearing badly at a weakly observed four-week truce meant to defuse Europe's worst crisis in decades. The attacks in Donetsk were the first to strike the heart of the city since the signing of the truce on September 5 between Kiev and Moscow.  AFP PHOTO / JOHN MACDOUGALL

Das IKRK-Büro in Donezk nach dem Anschlag. Bild: AFP

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bestätigte per Twitter den Tod eines Mitarbeiters. Bundespräsident Didier Burkhalter reagierte mit Bestürzung auf die Nachricht vom Tod des Schweizers. Den Angehörigen sowie dem IKRK drücke er sein Anteilnahme aus, wie es in einem Communiqué des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hiess. 

Besorgt zeigte sich der OSZE-Vorsitzende Burkhalter über die anhaltenden Verletzungen der Waffenruhe in der Ukraine und fordert alle Seiten auf, «die Waffen schweigen zu lassen, die Minsker Vereinbarungen konsequent umzusetzen und damit zu einer Deeskalation der Lage beizutragen». 

Der IKRK-Sitz in Donezk ist in einem dreistöckigen Gebäude untergebracht, das weniger als ein Kilometer vom Hauptquartier der Staatssicherheit entfernt liegt. Dieses ist seit April von den Rebellen besetzt. 

Wer hat geschossen?

Auf der Strasse vor dem Gebäude hatte es neben der Leiche des IKRK-Mitarbeiters einen Krater und Blutspuren. Fenster in der Umgebung waren geborsten, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. Nach einer Weile sei ein Auto vorgefahren, zwei Männer hätten die Leiche auf eine Bahre gelegt und seien mit ihr weggefahren. 

Von wem die Granate abgeschossen wurde, blieb am Abend unklar. Von russischen Nachrichtenagenturen zitierte Rebellen machten die ukrainische Armee für den Beschuss verantwortlich. 

Der ukrainische Aussenminister Pavel Klimkin machte hingegen die Rebellen verantwortlich: «Ich habe nur eine Frage: Haben die Terroristen eine Ahnung, was Menschlichkeit ist, wenn sie das IKRK-Büro beschiessen, dessen einziges Ziel die Hilfe für die Menschen ist?» 

Neue Kämpfe in Donezk

Das Donezker Stadtzentrum war am Donnerstag erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe zwischen Rebellen und ukrainischen Truppen vor vier Wochen wieder bombardiert worden. AFP-Reporter berichteten von starken Explosionen. Fensterscheiben im Gebäude des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) und umliegender Häuser gingen zu Bruch. Für die Hilfsorganisation arbeiten derzeit rund 20 Menschen in Donezk. Sie seien nun in Sicherheit, teilte das IKRK mit.

Nach Angaben der prorussischen Verwaltung der Grossstadt wurde unter anderem ein Einkaufszentrum getroffen. Eine weitere Granate sei in ein Busdepot eingeschlagen, aber nicht explodiert, hiess es. Der öffentliche Personennahverkehr wurde ausgesetzt. 

epa04427705 Thick black smoke rises above the Donetsk's International airport after a shelling, in Donetsk, Ukraine, 02 October 2014. Fierce fighting was underway 02 October in the eastern Ukrainian city of Donetsk, and witnesses reported massive explosions in the area where the airport is located. It was another sign that a month-old ceasefire was being ignored. Russian news agencies reported the fighting near the airport, but there were no immediate casualty figures. The Ukrainian military said that pro-Russian separatists had launched fresh attempts to take the airport.  EPA/ALEXANDER ERMOCHENKO

Der Flughafen von Donezk wird beschossen Bild: ALEXANDER ERMOCHENKO/EPA/KEYSTONE

Bereits am Vortag waren in Vororten von Donezk nahe dem Flughafen mehrere Geschosse eingeschlagen, die zehn Zivilisten töteten. Rund um den Flughafen wird seit Wochenbeginn wieder erbittert gekämpft. Für die Hilfsorganisation IKRK arbeiten derzeit rund 20 Menschen in Donezk. Sie seien nun in Sicherheit, teilte die Organisation mit. (jas/erf/sda/afp)



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